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Generieren soziale Medien asoziale User?

Sich zu oft auf Social Media herumzutreiben, könnte langfristig der Psyche schaden. (Antonioguillem - Fotolia.com)

Facebook und Konsorten sollten ja eigentlich dabei helfen, dass wir alle ein bisschen näher zusammenrücken. Tatsächlich aber verstärken soziale Medien das Gefühl von Einsamkeit und gesellschaftlicher Isolation.

Können Sie sich noch an den Durchbruch von sozialen Medien erinnern? Es gab tatsächlich mal eine Zeit, als wir Facebook & Co. aufriefen, um über das Leben unserer Freunde und Bekannten zu erfahren. Mittlerweile hat sich das Konzept ordentlich weiterentwickelt, als gesellschaftlicher Treff können die meisten entsprechenden Seiten kaum mehr bezeichnet werden. Dazu passt auch, dass besonders intensives Nutzen von sozialen Medien wohl zu gefühlter Einsamkeit führt.

Erlebte Isolation

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Universität Pittsburgh, die das Online-Verhaltensmuster von mehr als 1.700 jungen Erwachsenen untersuchte. Wer mindestens 2 Stunden pro Tag in Facebook oder ähnliche Seiten investiert, hat demnach ein verdoppeltes Risiko, sich sozial isoliert zu fühlen. Ruft man in der Woche insgesamt 58 Mal oder öfter soziale Medien auf, erhöht sich die Gefahr sogar auf das Dreifache des ursprünglichen Wertes.

Keine Zeit für’s echte Leben?

Prinzipiell handelte es sich hierbei um eine rein beobachtende Studie, eine Erklärung für den Zusammenhang kann daraus nicht abgeleitet werden. Die Forscher sehen aber mehrere mögliche Ursachen. So sei es etwa denkbar, dass bei intensivem Nutzen der sozialen Medien zu wenig Zeit bleibt, um tatsächlich Freunde zu treffen. Wesentlich naheliegender klingt jene Theorie, wonach Facebook & Co. das Bild vom sozialen Leben unserer Freunde verzerren.

Alle haben Spaß, nur ich nicht

Wenn wir etwa mehrere Fotos von verschiedenen Partys sehen, könnte dies den falschen Eindruck vermitteln, die meisten Menschen wären praktisch andauernd sozial aktiv. Davon ausgehend hinterfragen wir, warum wir selbst ganz alleine vor dem Computer oder dem Handy sitzen. Über die Ursachenforschung hinausgehend ist aber auch unklar, ob die Medien tatsächlich einsam machen. Genau so gut ist es möglich, dass sozial isolierte Menschen erst wegen ihrer Einsamkeit öfter auf Facebook vorbeischauen möchten.

Sich helfen lassen

Unabhängig von diesen Unklarheiten zeigt die Studie einmal mehr auf, wie es aktuell um die Psyche vieler junger Menschen bestellt ist. Einsamkeit bzw. das Gefühl der sozialen Isolation darf auch als Gesundheitsfaktor nicht unterschätzt werden. Als Konsequenz sind etwa psychische Erkrankungen möglich, die in weiterer Folge auch körperliche Probleme nach sich ziehen können. Wer sich seelisch angeknackst fühlt, sollte versuchen mit anderen Menschen darüber zu reden und gegebenenfalls auch vor professioneller Hilfe nicht zurückschrecken.

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