Slacklining

Slacklining
Slacklining trainiert das Gleichgewicht und fördert die Hüft- und Kniestabilität. (kasto - Fotolia.com)

Unter "Slacklining" versteht man eine Balance-Sportart, ähnlich dem Seiltanz, bei der ein Nylonband zwischen zwei Fixpunkten befestigt wird. Der Unterschied zum Seiltanz liegt in der Beweglichkeit der Slackline, die nicht straff gespannt wird, sondern ein Federn erlaubt.

Wie stark sich die Slackline bewegen soll, lässt sich durch die Einstellung ihrer Spannung und Länge adjustieren. Somit kann der Schwierigkeitsgrad angepasst werden. Zudem ist die Slackline ein flacher Gurt und kein dünnes Seil. "Slacklining" ist nicht nur eine hervorragende Sportart, um das Gleichgewicht zu trainieren und Hüft- und Kniestabilität zu fördern, es verbessert auch die Balance in anderen Sportarten sowie im Alltag.

Der Trainingseinstieg

Vor Beginn eines Trainings sollte man sich im Klaren sein, dass sich das Balancieren auf der Slackline deutlich von einem klassischen Balance-Training unterscheidet. Die Slackline hat hohe elastische Eigenschaften, ist also sehr biegsam und in dieser Hinsicht ähnlich einem Trampolin. Hat man den geeigneten Ort für die Montage gefunden, kann es auch gleich los gehen mit den ersten Versuchen. Eine Slackline lässt sich problemlos zwischen zwei Bäumen - beispielsweise in einem Park - befestigen.

Positive Auswirkungen auf die Gesundheit

Stellt man sich zum ersten Mal auf eine Slackline wird man bemerken, dass das Bein unkontrolliert nach links bzw. rechts schwingt. Durch wiederholtes Training werden diese Schwankungen nach und nach weniger, da die Haltungskontrolle des Körpers (posturale Kontrolle) verbessert wird. Es findet also eine Steigerung der Gleichgewichtsfähigkeit statt. Außerdem konnte in Studien nachgewiesen werden, dass die Stabilität im Knie- und Hüftgelenk durch ein Training auf einer Slackline gestärkt wird. Das Balancieren erfordert ein permanentes Anspannen der Bauchmuskeln, da man sonst die aufrechte Haltung nicht beibehalten kann. Nicht zu vergessen ist dabei natürlich die Schulung der Konzentration, die während eines Slackline-Trainings unverzichtbar ist.

Wie soll das Training ablaufen?

Zu Beginn eines Trainings auf der Slackline empfiehlt es sich, eine Person zur Unterstützung dabei zu haben, die gegebenenfalls bei den ersten Versuchen ihre Hand als Hilfestellung bereithält. Hat man sich erst einmal an das neue Gerät gewöhnt, können schnell Fortschritte punkto Balance erzielt werden.

Wichtig ist, dass Anfänger auf einer kurzen, hart gespannten Slackline beginnen, die dadurch relativ stabil ist und nicht höher als auf Kniehöhe gespannt werden sollte. Der Punkt, an dem die Line am wenigsten schwingt, ist in etwa 1m vom Fixpunkt entfernt (bei einer 8m langen Slackline). Dort sollte man starten. Wer gelernt hat, auf die Slackline zu steigen und ein paar Sekunden zu stehen - natürlich mit dem linken und dem rechten Bein im Wechsel -, kann erste Gehversuche starten.

Das Band lässt sich mit dem Fuß, der nicht auf der Linie steht, leicht berühren und so stabil halten. Wer auf dieser kurzen, harten Slackline sattelfest ist, kann den Schwierigkeitsgrad erhöhen - etwa durch ein Verlängern der Line, Verändern der Spannung oder durch Zusatzaufgaben, wie geschlossene Augen, Rückwärtsgehen, Wippen, Drehen oder Jonglieren.

Worauf muss man beim Training achten?

  • Nachdem sich die Slackline sehr dynamisch verhält, ist ein Ausbalancieren ihrer Bewegung erforderlich. Mit gebeugten Knien geht es leichter.
  • Es ist hilfreich, für Ausgleichsbewegungen die Arme zur Seite zu strecken.
  • Der Blick sollte für die optimale aufrechte Körperhaltung nach vorne auf einen Fixpunkt gerichtet sein.
  • Ist der Schwerpunkt des Körpers über den Fußballen, hat man schon fast alles richtig gemacht.
  • Ein besonderer Tipp für ein erfolgreiches Balancieren auf der Slackline: Bauchmuskeln ein wenig anspannen. So wird die Körpermitte aktiviert, das hilft das Gleichgewicht zu finden.

Wo liegen mögliche Gefahren?

Das Band sollte anfangs nicht zu hoch über dem Boden montiert sein, um Verletzungen vorzubeugen. Auch bei niedriger Höhe darauf achten, dass das Band über einem weichen Untergrund, wie über Gras, Sand oder Matten hängt.

Slacklining für Fortgeschrittene

Erfahrene Slackliner begehen das Band in luftigen Höhen, dem sogenannten Highlining, bei dem sie mit einem Klettergurt vor dem Abstürzen geschützt werden. Bei einer anderen Art des Slacklinings werden akrobatische Übungen, unter anderem bei Wettkämpfen mit Punkterichtern, auf den "Tricklines" durchgeführt, die niedrig und schwach gespannt sind. Somit findet sich für jedes Niveau die richtige Slackline.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Florian Schabbauer, Bakk.

Sportwissenschaftler und Fitnesstrainer, Wien

Quellen

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