Single oder doch Beziehung?

Junges Paar lacht
Was brauche ich um glücklich zu sein, diese Frage ist auch in einer Beziehung sehr wichtig. (contrastwerkstatt - Fotolia.com)

Sie leben als Single ohne Liebesbeziehung, sind vielleicht ganz auf Ihren Beruf konzentriert und haben sich in der Zwischenzeit schon alleine gemütlich eingerichtet?

Träumen aber trotzdem immer wieder davon, jemanden zu finden, mit dem Sie gerne eine harmonische Beziehung leben wollen? Vielleicht später dann einmal? Wann soll das sein? Möchten Sie herausfinden, ob Sie wirklich bereit sind, sich wieder auf eine Beziehung einzulassen oder möchten Sie doch Single bleiben? Sie haben 5 Wünsche frei! Hier finden Sie Anregungen um einen Schritt weiter zu gehen und herauszufinden, was Sie wirklich wollen.

Arbeit macht glücklich?

Arbeit ist wichtig, unumstritten. Wir benötigen sie um Geld zu verdienen, aber auch um Erfolge zu leben, uns selbst zu testen, unseren Teil zum Ganzen beizutragen und natürlich auch um dazuzulernen und uns weiterzuentwickeln. Oft hat Arbeit einen besonders hohen Stellenwert, viele definieren ihren Selbstwert über das Aufgabenprofil, das Einkommen und den Besitz. Auf Dauer allerdings macht dieses "Funktionieren für Geld" alleine nicht glücklich. Die Prioritäten im Job und das eigene Bestreben, beruflich erfolgreich zu sein stehen einer Beziehung oft im Weg.

Ist ja alles ganz vernünftig, oder?

Manchmal braucht es einen Kick, um sich aus der "Komfortzone" heraus zu bewegen und gewohnte Wege zu verlassen um Neues zu entdecken! Wir leben oft ganz stark nach unserem Verstand, der ja auch Ordnung in unser Leben bringt. Allerdings bestimmt nicht nur unser Verstand, sondern auch der Körper, Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle unser Wohlbefinden. Nun gilt es, all diese Elemente miteinander in Einklang zu bringen. Eine Phase des Alleinlebens ist da oft recht lehrreich, erzeugt aber meist irgendwann den Wunsch nach Nähe, sich mit jemand anderem intensiver einzulassen und auszutauschen.

Andererseits bringt alleine leben auch einiges an praktischen Vorteilen. Individuelle Wohnbedürfnisse können ohne Erklärung und Kompromiss ausgelebt werden, mit niemandem müssen Aufgaben geteilt oder niemandes Bedürfnisse berücksichtigt werden. Keiner fragt, warum man so spät heimkommt, vielleicht sogar wo man die letzte Nacht gewesen ist, warum man nicht aufräumt oder warum man mal den ganzen Tag am Sofa oder vor dem Fernseher herumhängt.

Stehen bleiben oder weitergehen?

Dennoch macht Single sein auf Dauer nicht jeden wirklich glücklich, Menschen sind ja eigentlich soziale Wesen, möchten sich meist gerne mit anderen verbinden, in welcher Art auch immer. Vielleicht bemerkt man auch - manchmal ganz heftig - seine Bedürfnisse nach Nähe zu einer anderen, geliebten Person oder hängt gedanklich Verflossenen nach, die eindeutig nicht gepasst haben. Jeder Mensch reagiert auf andere nach seinen individuell erworbenen und - meist unbewusst - eingeübten Mustern. Häufig spüren wir noch nicht gemachte Reifeschritte in unserem Liebesleben am schmerzhaftesten. Im Berufsleben eingeübte Verhaltensmuster sind privat nicht brauchbar, da geht es um ein gleichwertiges Miteinander statt um eine Rollenerfüllung.

Auf dem Weg zu sich selbst

Nur wer sich selbst (er-)kennt, kann (sich) wirklich lieben. Um herauszufinden, wer man wirklich ist, braucht es einen liebevollen, wohlwollenden Blick auf sich selbst, ein bisschen Zeit und ein paar ehrliche Antworten. Wer sich auf die Suche nach sich selbst macht, findet heraus, was im eigenen Leben wichtig ist und wofür man Zeit und Energie aufwenden möchte und wofür nicht.

Was macht Ihr Leben wirklich gelungen?

Machen Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme, finden Sie Ihre wahren Sehnsüchte heraus. Lassen Sie sich ruhig Zeit, vielleicht nehmen Sie sich regelmäßig gedankliche Auszeiten, am besten ohne Ablenkungen und ganz für sich. Besonders entspannend auf das Gehirn wirkt die Natur, zumindest der Blick in einen Baum. Beim "Tagträumen" und nichts Tun kommt der Kopf zur Ruhe und es kommen oft die ehrlichsten Bedürfnisse und Wünsche zum Vorschein. Lassen Sie auch Ihre bisherigen Beziehungen Revue passieren und legen Sie den Blick bewusst auf die positiven Seiten dieser Erfahrungen. Das öffnet den Blick für Sehnsüchte.

5 Fragen - 5 Antworten

Stellen Sie sich vor, in vielen, vielen Jahren, wenn Ihr Leben dem Ende zugeht, werden Sie gefragt, ob Ihr Leben ein vollständiger Erfolg war, war es rundum gelungen? Angeblich hat Paul Getty, einst der reichste Mann der Welt, an seinem Sterbebett gesagt, "Ich würde gern all meine Millionen für die Erfahrung einer glücklichen, langfristigen Beziehung geben!" Was meinen Sie dazu?

Reisen Sie gedanklich weit in die Zukunft und fragen Sie sich, was hat Ihr Leben für Sie zum vollen Erfolg gemacht? Worauf möchten Sie zurückblicken?

  • Finden Sie Ihre 5 Wünsche, warum Ihr Leben wirklich gelungen war, aus der Zukunfts-Perspektive: Worauf möchten Sie gegen Ende Ihres Lebens zurückblicken? Wie wichtig ist Ihnen eine Beziehung? Welche Kompromisse würden Sie dafür eingehen?
  • Formulieren Sie Ihre Wünsche selbstbestimmt, positiv, lösungsorientiert und keinesfalls gegen andere.
  • Formulieren Sie diese 5 Wünsche in Ziele um und so, als ob sie schon Realität sind, am besten detailliert, z.B.: statt "Mein Wunsch wäre eine langfristige Liebesbeziehung..." könnte es in etwa lauten: "Mein Leben ist ein totaler Erfolg, weil ich eine langjährige und glückliche Beziehung mit jemandem führe, den ich über alles liebe und dermich über alles liebt.“
  • Fragen Sie sich bei jedem Wunsch: Ist es das, was ich wirklich will? Modifizieren Sie, bis es passt.
  • Spüren Sie nach: "Bin ich bereit, mich voll und ganz einzulassen?" Was heißt das für Sie?

Überlegen Sie, welchen Wunsch Sie zuerst umsetzen möchten, wo Sie vielleicht schon auf halbem Wege sind. Wichtig ist es einen möglichen Partner mit Ihren Wünschen zu konfrontieren und zu schauen, wo Kompromisse möglich sind und was gar nicht geht. Je klarer Sie in Ihren Vorstellungen sind, desto leichter ist es gemeinsam einen Weg zu finden, der für beide passt.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Quellen

  • Fünf Wünsche, G. Hendricks, Knaur., München, 2011
  • Erst lieb ich mich, dann find ich dich, R. Oppelt, Kneipp, 1. Auflage, Wien, 2011
  • Mind Fuck Luve, P. Bock, Knaur, München, 2014
  • Drei Fragen, J. Bucay, Fischer e-books, Frankfurt, 2011
  • Machen Sie sich bitte frei, U. Böschemeyer, Ecowin, 1. Auflage, Salzburg, 2012

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