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Trennung siamesischer Zwillinge dank 3D-Modell

Trennung siamesischer Zwillinge
Im texanischen Houston kam bei der Trennung siamesischer Zwillinge ein komplexes 3D-Modell zum Einsatz. (Radiological Society of North America/Texas Children's Hospital)

Die Trennung von siamesischen Zwillingen zählt nach wie vor zu den kompliziertesten Operationen. In Texas wurde ein solcher Eingriff nun erfolgreich durchgeführt, nicht zuletzt dank eines revolutionären 3D-Modells.

Als siamesisch werden eineiige Zwillinge bezeichnet, deren Körper aneinander gewachsen sind. Die Namensgebung geht auf ein entsprechendes Brüderpaar aus dem 19. Jahrhundert zurück, das aus Siam stammte. Zu dieser Zeit war eine Trennung von siamesischen Zwillingen noch undenkbar, heute sind die medizinischen Möglichkeiten dafür bereits gegeben, wenngleich es sich um einen riskanten Eingriff handelt. In den USA wurde für eine solche Operation nun ein äußerst komplexes Modell entwickelt.

3D-Drucker hilft

Am Texas Children’s Hospital in Houston wurde eine Trennung siamesischer Zwillinge erfolgreich durchgeführt. Wie bei so vielen Operationen in den letzten Monaten hat auch hier ein 3D-Drucker etwas mit dem positiven Ausgang zu tun. Mit Hilfe der technischen Neuheit wurde ein sehr komplexes Modell entwickelt, dank dem die Chirurgen schon vor der Operation über potenzielle Komplikationen Bescheid wussten. So konnten sie unter anderem im Vorhinein erkennen, wie das Blut in jedes Organ der beiden Mädchen fließen würde.

Bald medizinischer Standard?

Bei Eingriffen dieser Art wurden auch bisher bereits 3D-Modelle zum Überblick angewandt, so komplex wie in diesem Fall fielen sie allerdings noch nie aus. Die Kosten für die auch in ästhetischer Hinsicht interessante Skulptur beliefen sich übrigens auf etwa 4.000 Dollar. Experten hoffen, dass ähnliche Modelle für derart komplexe Operationen zum medizinischen Standard werden.

3D-Modell Trennung Zwillinge

Erfolgsaussichten gering

Dennoch war der Eingriff alles andere als ein Spaziergang, nicht weniger als 18 Ärzte und 8 Krankenschwestern waren über insgesamt 26 Stunden hinweg im Einsatz. Dass beide Mädchen wohlauf sind, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Bei etwa jedem zweiten Fall von siamesischen Zwillingen sterben die Betroffenen noch vor der Geburt, bei einem weiteren Drittel tritt der Tod innerhalb von 24 Stunden danach ein. Selbst bei einer vermeintlich erfolgreichen Trennung stirbt meistens eines der beiden Kinder, der Überlebende hat oft mit starken Beeinträchtigungen zu kämpfen.

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