Selbsttest: Hilfreich oder nicht?

Ein Schwangerschaftstest bringt schon in einem sehr frühen Stadium Klarheit. (pressmaster - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Vorsorge

Bin ich schwanger oder nicht? Viele Frauen greifen zum Selbsttest um rasch Bescheid zu wissen.

Hält man sich an die Gebrauchsanweisung, ist ein Schwangerschaftstest auch relativ einfach durchzuführen und auch eindeutig im Ergebnis: Das Schwangerschaftshormon hCG ist schon kurz nach der Einnistung des Embryos in der Gebärmutter im Urin nachweisbar.

Auch bei Diabetikern, die ihren Blutzucker messen, macht ein Selbsttest mit Hilfe eines Bluttropfens durchaus Sinn, vorausgesetzt sie sind gut eingeschult und wissen genau über ihre Grenzwerte Bescheid. Wer sich oft mit Blasenentzündungen herumschlagen muss, kann seinen Urin selbst auf Nitrit testen. Das Salz Nitrit, das manche Bakterien absondern, weist auf eine bakterielle Infektion hin. Welche Bakterien nun genau die Infektion verursachen, sollte aber der Arzt mithilfe einer Harnkultur testen. Auch das Bakterium Helicobacter Pylori, das ein Magengeschwür auslösen kann, lässt sich mit Hilfe von ein paar Tropfen Blut aus der Fingerkuppe im Selbsttest relativ einfach nachweisen.

Wozu ein Selbsttest gut sein kann

  • Zur ersten Orientierung: Es lässt sich feststellen (etwa beim Harntest), ob eine Infektion vorliegt. Die genaue Abklärung und Therapie sollte dann der Arzt vornehmen
  • Zur Vorsorge: Für Schwangere, die schon einmal eine Fehlgeburt bzw. Frühgeburt hatten, ist es sinnvoll regelmäßig den pH-Wert der Scheidenflora zu bestimmen. Wenn er steigt, könnte eine Infektion vorliegen, eine Behandlung senkt das Frühgeburtrisiko.
  • Selbstdiagnose führt zum Arzt: Es gibt Menschen, die nicht gerne zum Arzt gehen. Die Selbstdiagnose kann den Anstoß dazu geben, sich gründlich untersuchen zu lassen.

Nutzen oder Panikmache?

Oft ist bei einem Selbsttest die Gradwanderung zwischen Nutzen und Panikmache recht schmal. Denn wenn ein Ergebniswert stark außerhalb der vorgegebenen Norm liegt, sitzt man mit dem Ergebnis meist alleine zu Hause, fängt an wie wild zu googeln und ist oft stark verunsichert. Wird der Test bei einem Arzt gemacht, so sieht er das Einzelergebnis im Zusammenspiel mit anderen Abläufen im Organismus bzw. kann gegebenenfalls weitere Tests zur Klärung in Auftrag geben.

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