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Wer seinem Arzt treu bleibt, muss seltener ins Krankenhaus

Kompetente Hausärzte sind der Schlüssel zum Erfolg, wenn es um Patientenzufriedenheit geht. (Peggy Blume - Fotolia.com)

Gerade bei komplizierteren medizinischen Sachverhalten kann eine zweite Meinung ja eigentlich nicht schaden. Eine Studie zeigt, dass sich Hausarzt-Treue dennoch auszahlt.

Wie viel Treue in der heutigen Gesellschaft noch wert ist, darüber lassen sich hervorragende Diskussionen führen. Vertreter der älteren Generationen argumentieren häufig, dass zwischenmenschliche Beziehungen jeglicher Art heutzutage nicht nachhaltig genug sind. Ob das stimmt, sei dahingestellt, eine interessante These ist es aber allemal. Jene, die alten Gewohnheiten gerne treu bleiben, werden jedenfalls durch eine neue Studie bestätigt.

Der Arzt, der dich kennt

Denn ältere Menschen, die immer wieder den selben Hausarzt aufsuchen, müssen tendenziell seltener in Krankenhäuser überwiesen werden. Festgestellt wurde dies durch die Analyse von 230.500 Patienten aus 200 verschiedenen englischen Arztpraxen. Für den Zusammenhang wurde relativ rasch eine These aufgestellt, die durchaus schlüssig klingt. Demnach würden Hausärzte ihre Patienten nach mehreren Jahren der Behandlung einfach schon so gut kennen, dass sie ihre gesundheitlichen Probleme besser einschätzen können.

Jeder hat was davon

Was zunächst nach einem witzigen Detail klingt, könnte sowohl für das Gesundheitssystem als auch die Patienten selbst eine durchaus wichtige Information sein. Die Treue zum Hausarzt verringert die Gefahr von medizinisch gesehen unnötigen Krankenhausaufenthalten. Für den Staat stellt dies eine finanzielle Entlastung dar, während sich Privatpersonen die unangenehmen Strapazen ersparen. Zudem kann das Gefühl, sich bei einem kompetenten Hausarzt heimisch zu fühlen, dem Trend zum rascheren Besuch von Spezialisten entgegengehalten werden.

Hypochondrie versus Vertrauen

Als Aufruf, dem erstbesten Arzt blind zu vertrauen, darf die Studie aber sicherlich nicht verstanden werden. Gerade wenn sich die Symptomatik nur schwer erklären lässt, kann eine zweite Meinung oft hilfreich sein. Auch der dank des Internets gestiegenen Patientenkompetenz sollte man prinzipiell positiv gegenüberstehen. Es ist jedoch wichtig, das richtige Mittelmaß zwischen blindem Vertrauen und panischer Hypochondrie zu finden.

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