Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?

Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?: Spinat
In grünem Gemüse, wie z.B. Spinat, stecken besonders viele sekundäre Pflanzenstoffe. ( nata_vkusidey - Fotolia.com)

Sie sind gesund, aber was sie genau können ist kaum bekannt: Sekundäre Pflanzenstoffe. Sie stecken in verschiedenen Lebensmitteln und brillieren unter anderem durch antibakterielle und krebsschützende Wirkung.

Schon 1550 v. Chr. wurde Knoblauch als Heilmittel gegen Infektionen genutzt - und er half auch tatsächlich. Zu verdanken ist sein positiver Effekt auf die Gesundheit den enthaltenden sekundären Pflanzenstoffen, die z.B. einen beleidigten Darm wieder "einrenken" und Durchfallerkrankungen lindern. In der Naturheilkunde auch als Phytamine bezeichnet, weiß man heute über die herausragenden gesundheitlichen Wirkungen der pflanzlichen "Superhelden" Bescheid. Fast alle sind antioxidativ, senken das Krebsrisiko, wirken gegen Entzündungen im Körper und schützen das Herz.

Warum eigentlich "sekundär"?

Die Biosynthesewege, also der Aufbau dieser gesundheitsförderlichen Naturstoffe, werden in der Fachsprache unter Sekundärstoffwechsel zusammengefasst. Nicht immer ist es in der Biochemie so einfach zwischen Primär- und Sekundärstoffwechselprodukten zu unterscheiden, eindeutig sichtbar wird dies erst bei Betrachtung der Funktion, welche die jeweilige Substanz im "System" der Pflanze hat.

Sekundäre Pflanzenstoffe haben in der Natur eine sehr wichtige Aufgabe, denn sie dienen den Pflanzen als Abwehrmittel gegen Fressfeinde. Andererseits werden nützliche Bienen und andere Pollensammler von den Phytaminen magisch angezogen. Primäre Pflanzenstoffe sind z.B. Kohlenhydrate oder Proteine.

Gut für die Pflanze, genial für den Menschen

Nicht nur Pflanzen profitieren von den "Superkräften" der sekundären Pflanzenstoffe, sie haben auch eine erstaunlich schützende und heilsame Wirkung auf den menschlichen Organismus. Hier einige der "populärsten" Phytamine:

Sekundärer Pflanzenstoff

Stecken in…

Gesundheitliche Wirkung

Flavonoide

Zwiebel, Apfel, Beeren, Soja, Grapefruit, schwarzer und grüner Tee u.a.

Antioxidativ, krebsvorbeugend, schützen vor Herzinfarkt und Schlaganfall, blutdrucksenkend, antibakteriell, entzündungshemmend, gut für das Gehirn

Phytosterine

Sonnenblumenkerne, Hülsenfrüchte, Nüsse

Senken den Cholesterinspiegel im Blut

Phenolsäuren

Nüsse, Vollkornprodukte, Tee, Kaffee, Weißwein

Antioxidativ, krebsvorbeugend

Sulfide

Knoblauch, Zwiebel, Lauch, Schnittlauch

Senken den Blutdruck, krebsvorbeugend, antibakteriell, beugen Thrombosen und hohen Cholesterinwerten vor

Carotinoide

Karotten, Paprika, Spinat, Grünkohl, Tomaten, Melonen, Marillen, Kürbis, Grapefruit

Fördern das Immunsystem, schützen vor Augenerkrankungen, krebsvorbeugend, antioxidativ, entzündungshemmend, gut für Herz und Gefäße

Allen sekundären Pflanzenstoffen ist die krebsvorbeugende Wirkung gemeinsam, sie sind Antioxidantien, die freie Radikale aus der Umwelt (Zigarettenrauch, UV-Strahlung etc.) abfangen und unschädlich machen.

Achtung: Nicht alle sind gesund!

Nicht alle sekundären Pflanzenstoffe sind "Superhelden", manche schaden sogar der Gesundheit und sind giftig, so z.B. die Alkaloide Nikotin (in Zigaretten) oder Atropin (in der Tollkirsche).

Die meisten Phytamine, und zwar jene aus Obst und Gemüse, schützen unsere Körperzellen jedoch vor negativen Einflüssen und bewahren vor verschiedenen Erkrankungen. Ein Grund mehr, vor allem in der Erkältungszeit, zu frischem Obstsalat und knackigem Salat zu greifen.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Quellen

  • Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln, B. Watzl/C. Leitzmann, 3. Auflage, Hippokrates Verlag, Stuttgart, 2005

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