Wichtiges über Schwerhörigkeit

Neuen Erkenntnissen zufolge stehen schlechtes Hören, Schlafstörungen, Verspannungen, verstärkte Reizbarkeit, Demenz und Depressionen in Zusammenhang. (Edler von Rabenstein - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Schwerhörigkeit

Als Schwerhörigkeit bezeichnet man eine Minderung des Hörvermögens. Menschen jeden Alters können davon betroffen sein, bei vielen tritt ein Hörproblem allerdings erst ab dem 50. Lebensjahr auf.

Aber auch altersunabhängige Faktoren, wie z.B. Lärmbelastung, verschiedene Infektionen, Medikamente oder ein Knalltrauma können eine Hörstörung verursachen.

Was ist Schwerhörigkeit?

Schwerhörigkeit (Hypakusis, auch Hypoakusis) kann in unterschiedlicher Ausprägung vorliegen - von einer leichten Schwerhörigkeit bis hin zur Gehörlosigkeit. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Krankheit über Unfall bis hin zu angeborenen Beeinträchtigungen.

Unterschieden werden drei Arten von Schwerhörigkeit. Am häufigsten tritt die Schallempfindungsschwerhörigkeit auf, bei der Sinneszellen (Haarzellen) im Innenohr (Cochlea) fehlen oder beschädigt sind. Mit dem Begriff Schallleitungsschwerhörigkeit werden alle Probleme im Außen- oder Mittelohr bezeichnet, die eine normale Weiterleitung des Gehörten an das Innenohr verhindern. Liegen sowohl Schallempfindungs- als auch Schallleitungsschwerhörigkeit gleichzeitig vor, spricht man von einer kombinierten Schwerhörigkeit.

Schwerhörigkeit tritt in jeder Altersklasse auf

Die WHO schätzt, dass 1-3 von 1000 Neugeborenen mit Hörverlust zur Welt kommt. Dank des Neugeborenen-Hörscreenings können solche Hörschäden frühzeitig erkannt und behandelt werden, so dass einer normalen frühkindlichen Entwicklung nichts entgegensteht.

Etwa jeder vierte Jugendliche läuft Gefahr, eine Schwerhörigkeit zu entwickeln – ausgelöst durch den dauerhaften Konsum zu lauter Musik. Die Zahl der betroffenen Jugendlichen steigt seit Jahren stetig.

Und ab etwa 50 Jahren nimmt das Hörvermögen altersbedingt ab. Diese Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) wird durch verschiedene Faktoren beschleunigt, wie z.B. Lärm, Herz-, Kreislauf-, und Stoffwechselerkrankungen, Genussgifte (z.B. Nikotin) oder auch Medikamente, die das Ohr schädigen können.

Weltweit leiden etwa 360 Millionen Menschen an Schwerhörigkeit. In Österreich liegt die Zahl der Betroffenen bei ca. 1,6 Millionen , das entspricht 19,7% der Bevölkerung ab 14 Jahren.

Erste Anzeichen und Symptome

Wer schwerhörig ist, kann meist bestimmte Tonhöhen nur noch schlecht oder überhaupt nicht mehr hören. Häufig sind anfangs die hohen Frequenzen betroffen, später auch die tieferen. Da gerade die hohen Frequenzen wichtig für das Sprachverständnis sind, haben Betroffene zunehmend Probleme, Gesprächen zu folgen.

Weitere Symptome hängen von Ursache und Ausmaß der Erkrankung ab: Tinnitus, Schwindelanfälle und Gleichgewichtsstörungen sind möglich.

Mögliche erste Anzeichen für ein Hörproblem

  • Der Betroffene muss häufiger nachfragen oder hat das Gefühl, dass sein Gesprächspartner nuschelt.
  • Leisere Naturgeräusche (Blätter-, Meeresrauschen oder Vogelgezwitscher) werden überhört.
  • Fernseher oder Radio müssen immer lauter gestellt werden.
  • Unterhaltungen werden immer anstrengender.
  • Haushaltsgeräusche wie zum Beispiel das Surren des Kühlschranks oder das Ticken des Weckers werden nicht gehört.

Diagnose und Behandlung

Bei Anzeichen für Schwerhörigkeit sollten Betroffene ihr Gehör überprüfen lassen. Erster Ansprechpartner ist der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO). Er wird den Patienten eingehend zu den Symptomen und der Vorgeschichte befragen – auch Auskünfte über Beruf und Freizeitverhalten können Aufschluss über die Art der Schwerhörigkeit geben.

Ebenfalls eine Rolle spielt, ob es ein auslösendes Ereignis wie den Besuch eines Popkonzerts, eine Ohrenentzündung oder eine -verletzung gab oder weitere Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus existieren. Nach dem Patientengespräch prüft der HNO-Arzt das Ohr äußerlich und untersucht mit einem Ohrenspiegel (Otoskop) oder einem Ohrenmikroskop auch den äußeren Gehörgang und das Trommelfell. Je nach Befund wird er eine Reihe von Hörtests durchführen und danach über die Behandlung entscheiden.

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Ratschläge für Betroffene

Schwerhörigkeit sieht man den Betroffenen nicht an und viele Menschen empfinden einen schleichenden Hörverlust zunächst nicht als belastend. Neuen Erkenntnissen zufolge stehen schlechtes Hören, Schlafstörungen, Verspannungen, verstärkte Reizbarkeit, Demenz und Depressionen in Zusammenhang. Menschen mit Hörverlust haben ein erhöhtes Sturzrisiko und sind beispielsweise im Straßenverkehr höher gefährdet. Hörhilfen wie Hörgeräte oder Hörimplantate können dem entgegenwirken.

Hinweise für Angehörige und Freunde

Wer Schwerhörigkeit bei einem Freund oder Familienmitglied vermutet, sollte dies direkt ansprechen und zu einem Arztbesuch ermutigen.

Schwerhörigkeit hat Auswirkungen auf das gesamte Umfeld und verlangt allen Verständnis, Geduld und Disziplin ab. Folgende Ratschläge können den Umgang erleichtern:

  • Binden Sie den Hörgeschädigten auch in großen Gruppen aktiv mit ein.
  • Schauen Sie ihren Gesprächspartner an.
  • Sprechen Sie mit leerem Mund - ohne Kaugummi oder Zigarette - und halten Sie sich nichts vor den Mund.
  • Bilden Sie kurze, gut betonte Sätze und unterstützen Sie diese mit Mimik, Gestik und Körpersprache.
  • Schalten Sie "Störquellen" wie Radio oder Fernseher ab.

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