Schweres Asthma: Besser im Griff

Für die Behandlung von schweren Asthma ist es wichtig, den Krankheitsverlauf genau zu kennen. (jinga80 - Fotolia.com)

Rund 50.000 Menschen in Österreich - etwa fünf bis zehn Prozent aller Asthmatiker - leiden an so schwerem allergischem Asthma, dass eine Standardtherapie nicht ausreichend ist.

Patienten mit schwerem Asthma zeigen täglich starke Symptome, ihre Lungenfunktion ist eingeschränkt und sie müssen mindestens einmal jährlich ins Spital. Nun gibt es auch für diese Betroffene gute Nachrichten: Behandlungen mit Antikörpern gegen Immunglobulin E bzw. gegen Interleukin-5 zeigen bei einer genau definierten Patientengruppe gute Ergebnisse.

Asthma ist eine der häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen in der westlichen Welt und betrifft derzeit zirka 300 Millionen Menschen weltweit. In Österreich leiden etwa 5% bis 7% der Bevölkerung an Asthma.

Überempfindlichkeit der Atemwege

"Die Betroffenen sind in der Regel gut medikamentös eingestellt und können ein nahezu beschwerdefreies Leben führen", erklärt Prim. Dr. Wolfgang Pohl, Vorstand der Abteilung für Atmungs- und Lungenerkrankungen am Krankenhaus Hietzing in Wien und betont auch die Wichtigkeit von regelmäßigen Kontrolluntersuchungen. „Allerdings haben zirka 50.000 Asthmatiker so schweres allergisches Asthma, dass es zu Phasen ausgeprägter Verschlechterung kommen kann, die zu einem Krankenhausaufenthalt führen.“

Oft ist schweres Asthma das Ergebnis eines Zusammenspiels unterschiedlichster Gründe:

  • die Patienten wenden die Inhalatoren zur Therapie nicht oder falsch an
  • es bestehen nach wie vor die Ursachen der Allergie, die in der Folge Asthma auslösen wie z.B. eine Katzenhaarallergie
  • auch aktives oder passives Rauchen verstärkt Asthma
  • Begleiterkrankungen werden nicht ausreichend behandelt. Dazu zählen eine Entzündung der Nasenschleimhaut bzw. der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen, Sodbrennen oder Atemstillstände während des Schlafens in Verbindung mit Schnarchen (Schlafapnoe).

Um bei schwerem Asthma die passende Therapie zu finden, ist der Krankheitsverlauf entscheidend. Oft bedarf es zahlreicher Befunde und meist auch einiger Therapieversuche. In den jüngsten Therapie-Empfehlungen internationaler Fachgesellschaften spiegelt sich dies auch darin wider, dass in der höchsten Therapiestufe nicht mehr orales Kortison als Erstlinien-Therapie empfohlen wird, sondern andere, spezifische Behandlungsformen.
Derzeit stehen für schwere Asthmaformen bereits zwei spezifische Antikörper-Therapien (Immunglobulin E, Interleukin-5) zur Verfügung, weitere werden in den kommenden Jahren folgen.

Quellen

  • Vortrag: "Schweres Asthma - Neue Behandlungen in Sicht?, Univ.-Prof. Wolfgang Pohl), November 2016, Wien

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