Sport in der Schwangerschaft

Sport in der Schwangerschaft: Schwangere bei Gymnastik
Bluthochdruck in der Schwangerschaft kann durch regelmäßige Bewegung um 40 % gesenkt werden. (Johannes Hloch)
Sport ist auch in der Schwangerschaft die beste Vorsorge für Mutter und Kind, um gesund und fit zu sein. Ob Schwimmen, leichtes Laufen oder Aerobic: Erlaubt ist, was gefällt und der Mutter gut tut.

Durch regelmäßige Bewegung wird nicht nur der Bewegungsapparat gestärkt, sondern auch der Kreislauf in Schwung gebracht. Wichtig dabei ist es jedoch, sich keinen Extremen auszusetzen oder unnötige Risiken einzugehen. Eine Expedition zum Südpol oder Sport bei extremen Temperaturen können sich negativ auf den Allgemeinzustand auswirken. Auf Sport verzichten sollten Schwangere, die an extremem Unter- oder Übergewicht, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden oder bei denen Problemschwangerschaften wie Blutungen oder ein schwacher Muttermund vorliegen.

Mehr Kohlenhydrate beim Sport in der Schwangerschaft

Was werdende Mütter darüber hinaus noch wissen sollten: Täglich 30 Minuten Bewegung tragen dazu bei, dass das Risiko, einen Schwangerschaftsdiabetes zu erleiden um 50, das Präeklampsierisiko (schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck) um 40 % gesenkt wird.

Bewegung ist auch eine ideale Methode, um die Gewichtszunahme in Grenzen zu halten. Dennoch sollten Schwangere darauf achten, ausreichende Energie und Kohlenhydrate zuzuführen, denn sie setzen während des Sports mehr Kohlenhydrate um als Nicht-Schwangere. Abgesehen von diesen angenehmen Begleiterscheinungen hebt körperliche Fitness generell die Laune, verhindert Rückenschmerzen sowie das Risiko,  Schwangerschaftsdiabetes zu erleiden. Darüber hinaus trägt sportliche Fitness dazu bei, dass die werdende Mutter die Geburt leichter empfindet und sich danach auch wieder rascher erholt.

Sportarten mit Sturzrisiko vermeiden

Nicht jede Sportart, auch wenn man sie vor der Schwangerschaft mit Leidenschaft betrieben hat, ist während der 9 Monate günstig. So etwa sind Sportarten mit hohem Sturzrisiko nicht geeignet. Abzuraten ist von "unrunden" Bewegungen wie z.B. beim Reiten, Skifahren, Inlineskaten oder Eislaufen, bei denen man leicht mal hinfallen kann. Werdende Mütter haben jedoch ohnedies meist ein gutes Gefühl dafür, was ihrem Körper gut tut und ob das Bäuchlein jede Bewegung mitmacht. Daher verzichten die meisten Schwangeren auch gerne auf Bewegungen, die mit schnellen Stopps verbunden sind, wie z.B. Tennis oder Squash.

Auch fürs Tiefseetauchen oder Extremwandern ist die Schwangerschaft keine optimale Trainingszeit. Bergwandern ist prinzipiell günstig, allerdings sollte man große Höhenunterschiede vermeiden und nicht in Höhen über 2.500 Meter wandern, da dies eine starke Belastung für den Kreislauf ist und die Sauerstoffversorgung des Babys möglicherweise nicht ausreichend gegeben ist. Auch Kampfsportarten sind während der Schwangerschaft ungeeignet.

Ob Laufen ein Idealsport ist? Hier gilt ein deutliches "Jein". Einerseits wirkt sich langsames, ausdauerndes Laufen auf Körper und Geist grundsätzlich positiv aus. Je runder jedoch das Bäuchlein wird, desto belastender sind auch das Laufen bzw. die Erschütterungen, die dabei entstehen. Diese können sowohl die Wirbelsäule als auch den Beckenboden ungünstig belasten. Im Extremfall kann es sogar zu Schmerzen im Unterleib oder zu Blutungen kommen. In diesem Fall ist jegliche Art von Sport sofort zu stoppen, da die Gefahr einer Frühgeburt besteht.

Die Schwangerschaft ist nicht gerade die ideale Zeitspanne, um eine Sportart mal auszuprobieren; vor allem wenn man zuvor eher dem Lager der Sportverweigerer angehört hat. Doch sanftes Training tut Mutter und Baby wohl, die werdende Mutter sollte sich dabei jedoch nicht überanstrengen. Die gewählte Sportart sollte auch einen entsprechenden Spaßfaktor haben.

Sportarten, die Schwangeren gut tun:

  • Nordic Walking: das ganzheitliche Bewegungsprogramm ist gut für Körper und Geist, regt den Kreislauf an, schult die Ausdauer und eignet sich auch für sportliche Newcomerinnen.
  • Wandern, Spazieren: gemütliches Wandern, ausdauerndes Spazieren sind ideale Bewegungsformen an der frischen Luft. Nicht vergessen: Pausen einlegen, nicht überanstrengen.
  • Schwimmen: Schwimmen ist die beste Art, sich durch die Schwangerschaft sportlich zu bewegen. Der Auftrieb des Wassers entlastet Gelenke, Wirbelsäule und Sehnen.
  • Yoga: bietet eine gute Kombination aus Entspannung und Kräftigung der einzelnen Muskelpartien.
  • Gymnastik: spezielle Schwangerschaftsgymnastik stärkt die Muskeln, löst Verspannungen, kurbelt den Kreislauf an und verbindet all dies mit einer gezielten Atemtechnik.
  • Radfahren: lockeres, leichtes Radfahren auf ebenen Strecken (Keine Mountainbiketouren! Nicht über "Stock und Stein"), vorausgesetzt der Sattel ist bequem. Stärkt den Kreislauf und sorgt für eine gute Bein-Durchblutung. Im letzten Schwangerschaftsdrittel kann der Drahtesel auch gegen den Hometrainer getauscht werden, dabei besteht nämlich keine Sturzgefahr.
  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Petra Welskop

Hebamme

Präsidentin des Österreichischen Hebammen-Gremiums (ÖHG)

Quellen

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