Schwanger werden: Was zu beachten ist

Schwanger werden: Was zu beachten ist: Urin-Test
Ein Urin-Test gibt erst ab Ausbleiben der Regel Gewissheit. (Johannes Hloch)

Sie fragen sich, ob Sie schwanger sind? Das ist ein aufregender Moment: Vielleicht warten Sie schon lange darauf, schwanger zu werden. Oder es überrascht Sie.

Falls es so ist, stehen Ihnen jedenfalls 40 aufregende Schwangerschaftswochen bevor, in denen sich Ihr Körper sehr verändert. Auch die Psyche hat in der Schwangerschaft Zeit, sich auf das Mutter-Sein vorzubereiten. Denn wenn das Baby geboren ist, werden Sie Verantwortung für ein Kind haben. Ob für Sie nun ein neuer Lebensabschnitt beginnt, zeigt Ihnen Ihr Körper durch mögliche typische Veränderungen.

Typische Schwangerschaftsanzeichen

Das Ausbleiben der Menstruation ist natürlich der deutlichste Hinweis, dass Sie wahrscheinlich schwanger sind. Die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft können sich jedoch oft schon früher bemerkbar machen.

Übelkeit

Ein klassisches Zeichen für eine Schwangerschaft ist die Übelkeit. Sie tritt vor allem in der Frühschwangerschaft auf - besonders zwischen der 6. und 12. Woche. Sehr vielen Schwangeren ist am Morgen schlecht, doch die Übelkeit kann sich auch am Nachmittag bemerkbar machen oder den ganzen Tag anhalten. Experten schätzen, dass die Schwangerschaftsübelkeit von dem hohen Spiegel des Schwangerschaftshormons HCG (Human Choriongonadotropin) ausgelöst wird. Er nimmt nach dem 3. Schwangerschaftsmonat wieder ab, und so verschwindet die Übelkeit zu diesem Zeitpunkt auch meist wieder.

Müdigkeit

Müdigkeit begleitet die meisten Frauen im ersten Drittel der Schwangerschaft, bedingt durch den Anstieg des Schwangerschaftshormons Progesteron. Der Körper sorgt so dafür, dass sich die werdende Mutter nicht überanstrengt. Denn alle Kraftreserven werden jetzt für die hormonellen und organischen Veränderungen im Körper der Frau und das Wachstum des Embryos benötigt. Der Körper erbringt Höchstleistungen und das macht natürlich müde.

Ausfluss

Vermehrter Scheidenausfluss kann ein weiteres Anzeichen für die hormonellen Veränderungen bei einer Schwangerschaft sein. Ist der vermehrte Ausfluss farblos oder weiß und geruchslos, kann dies im Rahmen der Schwangerschaft oft normal sein. Sieht der Ausfluss jedoch "anders" aus als normalerweise, z.B. sehr flüssig oder blutig und riecht eventuell unangenehm, kann eine Infektion dahinterstecken. Deshalb lassen Sie jeden auffälligen Ausfluss stets vom Gynäkologen abklären, da sich dahinter für die Schwangerschaft gefährliche Keime verbergen können, die behandelt werden müssen!

Empfindliche Brüste

Tritt eine Schwangerschaft ein, verändern sich die Brüste vieler Frauen sehr früh: Es sind wieder die Hormone, die dazu führen, dass der Busen sich auf die Milchproduktion zum Stillen des Babys vorbereitet. Dadurch werden die Brustwarzen größer, der Busen spannt oder fühlt sich geschwollen an. Zudem werden die Brüste empfindlicher gegenüber Berührungen. Bei nicht wenigen Frauen führen die Schwangerschaftshormone auch zu einer verstärkten Pigmentierung: Die Haut um die Brustwarzen herum wird dunkler.

Schwindel

In der Schwangerschaft nimmt das Blutvolumen im Körper der Frau zu und die Adern weiten sich, um auch das Baby gut versorgen zu können. Es ist über die Nabelschnur und die Plazenta (Mutterkuchen) an den Blutkreislauf der Mutter angeschlossen. Viele Schwangere haben deshalb einen erniedrigten Blutdruck, besonders in den ersten 6 Monaten. Dadurch kann es - z.B. durch zu schnelles Aufstehen - zu Schwindelgefühlen kommen.

Heißhunger

Wer sich nachts über den Kühlschrank hermachen muss oder plötzlich von ganz untypischen Gelüsten heimgesucht wird, könnte schwanger sein. 85 % der Schwangeren geben an, häufig von Heißhungerattacken überfallen zu werden. Auch ungewöhnliche Kombinationen, wie die berühmten Essiggurken mit Eiscreme, sind typisch für Schwangere. Möglicherweise hat das den Sinn, Mangelzustände an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen auszugleichen.

Häufiger Harndrang

Schon in der sechsten Schwangerschaftswoche führt der Anstieg des Schwangerschaftshormons Progesteron dazu, dass die Harnwege weitgestellt werden und die Blasenmuskulatur entspannt. Zudem verstärkt sich die gesamte Durchblutung, auch die der Nieren, und deren Tätigkeit nimmt so zu. Außerdem wächst die Gebärmutter und übt Druck auf die Harnblase aus. Übrigens begünstigt die Weitstellung der Harnwege auch aufsteigende Harnwegsinfekte; also Vorsicht.

Erhöhte Basaltemperatur

Die Körpertemperatur kurz nach dem Aufwachen vor dem Verlassen des Bettes wird Basaltemperatur genannt. In der Regel liegt sie zwischen 36,5 und 37 Grad. In einer Schwangerschaft steigt sie um 0,3 bis 0,5 Grad an. Die Basaltemperatur steigt auch etwa 2 Tage nach dem Eisprung an und fällt erst wieder, wenn die Regelblutung einsetzt. Deshalb kann die Basaltemperaturmethode auch als natürliche Familienplanung genutzt werden.

Schmierblutung

Trotz einer eingetretenen Schwangerschaft kann zu deren Beginn eine leichte Blutung auftreten. Sie ist dann jedoch keine Regelblutung, sondern hat mit der Einnistung der Eizelle (Nidation) in der Gebärmutterschleimhaut zu tun. Werden dadurch Blutgefäße verletzt, kann dies eine leichte Blutung auslösen, die jedoch völlig harmlos ist. Dieses als Einnistungsblutung (Nidationsblutung) bzw. Schmierblutung bezeichnete Phänomen findet etwa 4 bis 6 Tage nach der Befruchtung der Eizelle statt und gehört deshalb mit zu den frühesten Schwangerschaftszeichen. Mit der Menstruation ist sie kaum zu verwechseln: Einnistungsblutungen sind sehr schwach. Ihre Farbe ist viel heller als die eher bräunliche Periodenblutung. Sie nimmt im Gegensatz zur Monatsblutung auch nicht sehr an Stärke zu und dauert wenige Tage.

Ausbleibende Periode

Das Ausbleiben der Regel ist das deutlichste Schwangerschaftsanzeichen. Bei Frauen, die ihre Periode in regelmäßigen Abständen bekommen, ist bei deren Ausbleiben eine Schwangerschaft wahrscheinlich. Mit letzter Sicherheit lässt sich die Frage "Bin ich schwanger?" durch einen Schwangerschaftstest klären. Dabei sollten Sie jedoch folgendes beachten:

Ein Urin-Test gibt erst ab Ausbleiben der Regel Gewissheit

Der klassische Schwangerschaftstest aus der Apotheke oder Drogerie, der daheim durchgeführt wird, ist ein Urin-Test. Um zu bestimmen, ob Sie schwanger sind oder nicht, kann er frühestens am ersten Tag der zu erwartenden Periode gemacht werden! Fällt der Selbsttest dann positiv aus, sind Sie schwanger.

Zu diesem Zeitpunkt kann es aber auch noch vorkommen, dass sich zu wenig Schwangerschaftshormone HCG im Urin befinden. Dann wird bei diesem Selbsttest "negativ" angezeigt, obwohl die Frau schwanger ist. Machen Sie den Selbsttest deshalb am besten morgens, wenn der Urin sehr konzentriert ist und deshalb auch eher geringe Mengen des Schwangerschaftshormons durch ihn nachweisbar sind. Bei negativem Schwangerschaftstest und weiterem Ausbleiben der Menstruationsblutung sollte der Schwangerschaftstest nach ein paar Tagen wiederholt werden.

Um wirklich sicherzugehen, ob Sie schwanger sind oder nicht, gehen Sie zum Gynäkologen. Er kann über einen Bluttest schon vor der zu erwartenden Periode sicher feststellen, ob Sie ein Kind erwarten und in 40 Wochen Mutter sein werden.

Weiterführende Informationen

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Medizinischer Experte

OA

Dr. Johannes Angleitner-Flotzinger

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Gesundheitskompass

Quellen

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