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Schwangerschaftsstress im Haar ablesbar

Schwangerschaftsstress im Haar ablesbar
Stress kann über das abgelagerte Stresshormon Kortisol im Haar abgelesen werden. (UMA - Fotolia.com)

Nicht an den Haaren herbeigezogen: Wie gestresst Frauen während ihrer Schwangerschaft waren, lässt sich noch im Nachhinein aus ihrem Kopfhaar "messen". Frauen, die ihr Kind im Winter und per Kaiserschnitt zur Welt bringen, sind am wenigsten gestresst.

Das ergab eine Gesundheitsstudie der Ulmer Universitätsfrauenklinik. Sie untersuchten die Haare von 768 Frauen, nachdem sie ein Kind geboren hatten. Der Körper schüttet in Stresssituationen das Stresshormon Kortisol aus, das sich in Haaren ablagert. Pro Monat wächst das Kopfhaar etwa 1 Zentimeter. Deshalb ist unsere "Stressgeschichte" der letzten Monate aus den Haaren ablesbar. Zwischen familiärem Umfeld, persönlicher Belastung und Gesundheit der Mütter und ihren Kortisol-Ablagerungen im Haar war ein Zusammenhang erkennbar.

Ungesunder Lebensstil verursacht "Stress"

Nicht nur soziale Umstände und der Geburtszeitpunkt wirkten sich auf das Kortisol-Level in den Haaren aus. Generell verursachte ein ungesunder Lebensstil während der Schwangerschaft den Frauen laut Haaranalyse ebenfalls Stress. Wer während den 9 Monaten vor der Geburt weiter geraucht hatte, übergewichtig oder adipös war, hatte mehr nachweisbares Kortisol im Haar.

Ursache und Wirkung sind hier aber unklar. Trägt etwa ein bereits vorhandener erhöhter Stresspegel dazu bei, dass ein Rauch-Stopp trotz Schwangerschaft nicht gelingt? Oder verursachen Rauchen und Übergewicht selbst körperlichen oder psychischen Stress?

Stress-Entlastung für Mütter

Untersuchungen wie die der Ulmer Universitätsklinik können Aufschluss darauf geben, welche Mütter während der Schwangerschaft zusätzliche Unterstützung brauchen, um sich weniger gestresst zu fühlen. Da sich ein hoher Stresspegel eventuell auf die Gesundheit des Babys auswirken kann, ist es wichtig, werdende Mütter bei Bedarf zu entlasten. Untersuchungen wie die Haar-Analyse verdeutlichen, welche Faktoren besonders großen Stress auslösen.

So haben alleinstehende Frauen überraschenderweise häufig fast gar kein Kortisol im Haar. Die Wissenschafter betonen, dass das nicht bedeutet, dass sie entspannt seinen, im Gegenteil: Die völlige Abwesenheit von Kortisol könne als Zeichen einer totalen Erschöpfung gedeutet werden. Demnach bräuchten vor allem alleinerziehende Mütter mehr Entlastung durch ihr soziales Umfeld, um die Schwangerschaft stressfreier hinter sich zu bringen.

Quellen

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