So sagen Sie Schuppen den Kampf an

So sagen Sie Schuppen den Kampf an: Frau kratzt sich den Kopf
Schuppen können mit juckender Kopfhaut einhergehen. (vladimirfloyd - Fotolia.com)
Durch die trockene Heizungsluft im Winter treten Schuppen häufiger auf. Haarschuppen sind kleine Hautpartikel, die der Körper absondert, wenn er neue Kopfhaut produziert. 5 Tipps helfen, das lästige "weiße Rieseln" zu bekämpfen.

Die menschliche Haut erneuert sich alle 4 Wochen. In der Regel sind die sich ablösenden Partikel unauffällig. Doch manche Menschen verlieren größere oder sehr viele Hautschuppen, sodass diese im Haar und auf der Kleidung sichtbar sind. Das kann als unangenehm empfunden werden und sogar zu Isolation führen. Um Schuppen richtig zu behandeln, muss die Ursache verstanden werden: Sowohl zu trockene als auch zu fettige Kopfhaut kann Schuppen auslösen. Meist können Schuppen mit Pflegemaßnahmen behandelt werden, doch manchmal stecken Hauterkrankungen, wie z.B. Neurodermitis oder Schuppenflechte dahinter.

Tipp 1: Kopfhaut analysieren lassen

Sowohl zu trockene als auch zu fettige Kopfhaut kann zu vermehrter Schuppenbildung führen. Je nach Ursache ist ein komplett anderer Behandlungsansatz empfehlenswert. Die Kopfhaut vom Hautarzt richtig beurteilen zu lassen, ist also der erste Schritt in der Schuppenbekämpfung. Bei der (Selbst-)Analyse hilft es, nicht nur die Kopfhaut, sondern auch die Haut des restlichen Körpers zu betrachten.

Die Kopfhaut ist meist zu fettig, wenn:

  • Die Haare übermäßig ölig wirken oder in Strähnen herabhängen
  • Selbst tägliches Haarewaschen den fettigen Film nicht verschwinden lässt
  • Die Haut im Gesicht und am Körper glänzt oder sich ölig anfühlt

Bei zu trockener Kopfhaut dahingegen ist oft auch die restliche Haut feuchtigkeitsarm und schuppt bei Trockenheit und Kälte leicht. Die Haare wirken häufig stumpf und strohig.

Tipp 2: Schuppenshampoo oder Ölkur verwenden

Hat die Analyse ergeben, dass die Kopfhaut wegen zu hoher Fettbildung schuppt, kann ein klassisches Schuppenshampoo aus der Apotheke oder der Drogerie Abhilfe bringen. Inhaltsstoffe im Shampoo wirken der Fettbildung entgegen. Des Weiteren wird der Hefepilz "Pityrosporum ovale" bekämpft, der natürlich auf der Kopfhaut vorkommt. Bei Schuppenbildung ist er oft übermäßig vorhanden, und eine Eindämmung reduziert auch die Schuppen.

So wird das Schuppenshampoo richtig angewendet:

  • Haare vor dem Waschen gründlich, aber vorsichtig kämmen, um Schuppen zu lösen.
  • Etwas länger einwirken lassen als reguläres Shampoo, damit die Wirkstoffe sich entfalten können, dann gut ausspülen.
  • Schuppenshampoo mit regulärem Shampoo abwechseln, um die Kopfhaut nicht übermäßig auszutrocknen.
  • Bei Besserung der Schuppen, das Schuppenshampoo zunehmend seltener verwenden.

Ist die Kopfhaut zu trocken, sollte kein Schuppenshampoo verwendet werden. Stattdessen bieten sich Maßnahmen an, die die Kopfhaut mit Feuchtigkeit versorgen und stärken.

Bei zu trockener Kopfhaut hilft:

  • Mildes Shampoo verwenden, z.B. Babyshampoo.
  • Tägliches Haarewaschen vermeiden, um den natürlichen Fettgehalt der Haare zu bewahren.
  • Ölkur am Abend vor der Haarwäsche anbringen. Dazu werden einige Tropfen Olivenöl auf der Kopfhaut verteilt und einmassiert. Über Nacht einwirken lassen. Am nächsten Morgen die Haare gründlich, aber vorsichtig kämmen und wie gewohnt Haare waschen.

Tipp 3: Besser essen für weniger Schuppen

Ein Mangel an manchen Vitaminen und Mineralstoffen kann Schuppenbildung begünstigen oder verstärken. Eine Ernährungsumstellung kann die Kopfhaut verbessern, und gleichzeitig auch zur allgemeinen Hautgesundheit beitragen.

Folgende Nährstoffe verbessern die Kopfhaut:

  • Zink: Für eine gesunde Haut spielt Zink eine wichtige Rolle. Zink verbessert nicht nur die Kopfhaut bei Schuppen, sondern kann sogar bei Akne wirksam sein. Zink ist in Bohnen, Haferflocken, grünem Blattgemüse, Pilzen, Kakao und Nüssen enthalten.
  • B-Vitamine: Wie Zink verbessern auch B-Vitamine das Hautbild. Linsen, Eier, Jogurt, Spinat, Spargel und Vollkorngetreide enthalten alle unterschiedliche B-Vitamine. Da Vitamin B12 nur in tierischen Nahrungsmitteln vorhanden ist, sollten Veganer auf eine ausreichende Zufuhr in künstlicher Form achten.
  • Gesunde Fette: Trockene Haut kann durch zu wenige gesunde Fette in der Nahrung begünstigt werden; fettige Haut verschlimmert sich durch die Aufnahme gesunder Fette aber nicht. Deshalb ist die Aufnahme hilfreicher Fettsäuren für alle geeignet, zumal sie auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind  in Samen, Nüssen, Avocado und hochwertigen pflanzlichen Ölen zu finden.

Tipp 4: Krankheiten ausschließen

In den meisten Fällen sind Schuppen harmlos. Wenn sie sich jedoch trotz Behandlung nicht verbessern, die Haut stark juckt oder Hautveränderungen zu sehen sind, sollte auf jeden Fall ein Hautarzt aufgesucht werden. Es könnte sich um eine Erkrankung der Kopfhaut handeln, die eine medizinische Therapie benötigt.

Krankheiten, die sich durch Kopfschuppen bemerkbar machen können, sind:

  • Atopisches Ekzem (Neurodermits)
  • Schuppenflechte
  • Pilzerkrankung der Kopfhaut

Selbst, wenn der Dermatologe feststellt, dass es sich "nur" um reguläre Schuppen handelt, ist ein Besuch nicht umsonst. Er kann Empfehlungen zur richtigen Haarpflege bei Schuppen geben und eventuell ein passendes Shampoo verschreiben.

Tipp 5: Richtig Haarewaschen und pflegen

Generell kann die richtige Haarpflege nicht-krankheitsbedingte Schuppen vorbeugen oder die Behandlungserfolge beschleunigen:

  • Kämme und Bürsten sollten nicht zu spitz sein; das reizt die Kopfhaut.
  • Zu viel Hitze und Trockenheit sind eher schädlich. Also mit lauwarmen, nicht heißem Wasser die Haare wachen und nicht zu heiß (oder gar nicht) föhnen.
  • Wohn- und Arbeitsräume nicht zu stark beheizen, und bei zu viel Trockenheit die Luft befeuchten (mit Luftbefeuchtern oder die Wäsche im Zimmer trocknen lassen). Das hilft übrigens auch, Erkältungen vorzubeugen.
  • Zu viele Haarpflegeprodukte (Haarsprays, -gels, und -schaum) können die Kopfhaut verschließen, was ebenfalls die Schuppenbildung begünstigt. Bei der Schuppen-Haarpflege gilt also: Weniger ist mehr!

Haarschuppen sind weder ansteckend noch gefährlich, wenn auch optisch vielleicht störend. Mit etwas Geduld und der richtigen Pflege kann das Problem meist einfach behoben werden.

Quellen

  • Hauterkrankungen von A bis Z. Hilfe mit westlicher Ernährung und nach der TCM, Adelheid Stöger, Verlagshaus der Ärzte 2012

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