Wie sich das Schönheitsideal im Gehirn zeigt

Wie sich das Schönheitsideal im Gehirn zeigt

Original Ideal: Wie sich das Schönheitsideal im Gehirn zeigt (Scott Chasserot - originalideal.com)

Mit dem vermeintlich "idealen" Schönheitsbild sind wir täglich konfrontiert. Psychologe und Fotograf Scott Chasserot wies in dem Projekt "Original Ideal" nach, wie sehr Menschen unglücklich darüber sind, diesem Ideal nicht zu entsprechen.

Was als das "ideale" Schönheitsideal gilt, ist berechenbar: Welcher Abstand die Augen voneinander haben, wie breit die Nase ist und wie hoch die Stirn - minimale Unterschiede entscheiden, ob eine Person von der Mehrheit der Menschen als "schön" wahrgenommen wird. Diese Berechnungen nutzte der Fotograf Scott Chasserot in seinem Projekt um Porträt-Fotos zu verändern. So zeigte er den Projektteilnehmern neue Bilder, bei denen einzelne Elemente dem gesellschaftlichen Ideal angepasst worden waren. Via Gehirn-Scan maß er, welche Aspekte des eigenen Gesichts die Porträtierten nicht als schön empfanden.

Veränderte "Selbst"-Bilder als schöner wahrgenommen

Für das Projekt bat Chasserot zehn Menschen vor die Kamera. Sie waren ungeschminkt und neutral gekleidet; ihre Haare waren aus dem Gesicht zurück gebunden. So sollte ein möglichst unverfälschter Blick auf das eigene Gesicht möglich werden. Nachdem die Fotos gemacht wurden, veränderte Chasserot, der das Projekt "Original Ideal" durchführte, die Bilder geringfügig.

Im nächsten Schritt wurden die Projektteilnehmer an einen Gehirn-Scanner angeschlossen und mit den veränderten Bildern konfrontiert. So konnte ihre innere Reaktion auf die manipulierten Selbstporträts gemessen werden. Der Scanner maß, ob Veränderungen der Bilder hin zum Ideal von den Teilnehmern als angenehm empfunden wurde - dies war häufig der Fall. Das Projekt wollte die Teilnehmer bewusst nicht zu ihren inneren Gedanken befragen, sondern durch den Scanner ihre allererste emotionale Reaktion "sichtbar machen". Aus den Teilbildern, die den Teilnehmern am besten gefielen, erstellte Chasserot ein "ideales Selbstbild". 

Alle Probanden wollten Schönheitsideal entsprechen

Die Ergebnisse des Gehirnscans zeigten, dass das ideale Selbstbild bei keinem der Projektteilnehmer mit dem tatsächlichen übereinstimmte. Egal, ob Mann oder Frau, jung oder alt: Alle wollten dem gesellschaftlichen Ideal mehr entsprechen, als dies tatsächlich der Fall war. So wünschte sich ein kleines Kind etwa blaue statt braune Augen. Das Projekt nutzt den Gehirn-Scan, um unverfälscht zu messen, wie zufrieden Menschen mit ihrem Aussehen wirklich sind. Denn nach außen möchten laut Chasserot Menschen nicht immer zugeben, was sie stört, da Eitelkeit gesellschaftlich verpönt ist.

Quellen

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