Was bedeutet Nocebo?

Nocebo: schnell erklärt
Was ist der Nocebo-Effekt? (gesund.at)

Allgemein bekannt ist das Phänomen des Placebo-Effekts, was beim Nocebo passiert, wissen hingegen die wenigsten. Kurz gesagt: Der Nocebo zeigt, wie stark Körper und Psyche auf negative Erwartungen reagieren.

Der Placebo-Effekt tritt z.B. ein, wenn jemand glaubt ein wirksames Medikament zu bekommen und ein Gefühl der Besserung verspürt, obwohl es sich bei dem Präparat um keine echte Arznei handelt. Allein der Akt des Einnehmens einer Tablette lässt das Gehirn glauben, dass es uns besser gehen muss. Beim Nocebo-Effekt ist es andersrum: Sagt der Arzt vor der Impfung "Achtung, das wird jetzt weh tun", geraten wir in Erwartungshaltung und haben tatsächlich Schmerzen - mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr, als wenn der Arzt uns nicht "vorgewarnt" hätte.

Wir fühlen, was wir glauben

In der Psychologie wird in diesem Zusammenhang auch von der sich selbsterfüllenden Prophezeiung (Self-fulfilling-prophecy) gesprochen: Sind wir der Meinung bzw. haben die Erwartung, dass es uns nach einer ärztlichen Behandlung schlechter gehen wird als davor, dann wird dies auch eintreten. Umso wichtiger ist es, eine positive und optimistische Einstellung zu haben, um dem Nocebo-Effekt keine Chance zu geben. Das spielt z.B. bei Krebsbehandlungen (Chemotherapie und Strahlentherapie) eine große Rolle, wo Betroffene zur Genesung körperliche und psychische Stärke benötigen.

Die Macht der Worte

Ärzte und Pflegepersonal konfrontieren Erkrankte mit oft sehr negativen Aussagen, die verunsichern und Angst machen. Dies passiert in den meisten Fällen nicht absichtlich, führt jedoch zu Missverständnissen, die richtig gefährlich werden können. Eine schnell daher gesagte Prognose "Das sieht nicht gut aus" kann - trotz dem die Situation eines Patienten nicht kritisch ist - durch die erlebte Angst seinen körperlichen Zustand rapide verschlechtern.

Nocebo-Gefahr erkennen und umgehen

Folgende, von Ärzten oder Gesundheitspersonal häufig gemachte Aussagen, sollten Sie sich nicht zu Herzen nehmen, bzw. genau abwägen und noch einmal nachfragen:

Verunsichernd

Negativ

Doppeldeutig

Fachjargon

Unwirksame Verneinung

Nebenwirkung
ansprechen

"Das Medikament hilft vielleicht."

"Sie sind ein Risikopatient."

"Wir machen Sie jetzt fertig." (OP-Vorbereitung)

"Wir haben Metastasten gesucht, der Befund war negativ."

"Sie brauchen jetzt keine Angst zu haben."

"Ist Ihnen übel?"

Versuchen Sie, sich von Nocebo-Effekt-verursachenden Aussagen nicht beeinflussen zu lassen. Bleiben Sie "neutral", glauben Sie an eine positive Wirkung einer Behandlung und sprechen Sie Ärzte darauf an, dass sie Ihnen mit gewissen Äußerungen Angst machen. Bei genauerer Erklärung von Seiten der Mediziner, werden in den meisten Fällen Ängste oder andere negative Gefühle ausgeräumt. Malen Sie sich keine "Worst-Case-Szenarien" im Kopf aus, lassen Sie sich mit Fakten informieren und holen Sie sich emotionale Unterstützung von nahestehenden Menschen.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Quellen

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