Schmerzen beeinflussen das Gedächtnis

Wer ständig mit Schmerzen zu kämpfen hat, wird schneller vergesslich. (Peter Maszlen - Fotolia.com)

Im Alter wird der Körper nicht nur gebrechlicher – auch Schmerzen, z.B. aufgrund von Gicht oder Arthrose, werden häufiger. Scheinbar tragen diese dazu bei, dass Demenz schneller fortschreitet.

Was sich erst nur durch Vergesslichkeit bemerkbar macht, wird leicht als normale Alterserscheinung abgetan. Dabei ist eine Demenz viel mehr als das: Sie geht mit grundlegenden Veränderungen im Gehirn einher und wirkt sich auf Denken, Gedächtnis, Sprache und Orientierungsfähigkeit von älteren Menschen aus. Bei fortschreitender Erkrankung werden Betroffene unfähig, ihr Leben alleine zu meistern und brauchen Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben. Forscher von der University of California, San Francisco, haben nun herausgefunden, dass chronische Schmerzen mögliche Vorboten einer Demenz sein könnten.

 

Demenz schreitet bei Schmerzen schneller fort

Die Wissenschaftler begleiteten 12 Jahre lang mehr als 10.000 Menschen im Alter von über 60 und testeten immer wieder deren geistige Fähigkeiten. Jene, die in den ersten 2 Jahren der Studie angaben, häufig von Schmerzen geplagt zu sein, zeigten einen um fast 10 Prozent beschleunigten Abbau ihres Gedächtnisses. Die Demenz-Risiko-Gruppe tat sich gegen Ende der Studie außerdem schwerer damit, die verschriebenen Medikamente korrekt einzunehmen und ihr Geld eigenständig zu verwalten. Insgesamt berechneten die Forscher, dass sich die Gefahr einer Demenz in Anwesenheit von chronischen Schmerzen um 7,7 Prozent erhöhte.

 

Sind Schmerzmittel am geistigen Abbau schuld?

Der Zusammenhang zwischen Schmerzen und Demenz kann verschiedene Ursachen haben: Entweder sind es die eingenommenen Schmerzmittel, die den Gedächtnisverlust beschleunigen – oder die Schmerzen selbst sind dafür verantwortlich. Die Forscher gehen eher von Zweiterem aus. Denn wenn Rücken oder Knie ständig weh tun, ist die Aufmerksamkeit beeinträchtigt und neue Inhalte können schlechter im Gehirn abgespeichert werden. Außerdem könnte der emotionale Stress, den die Schmerzen auslösen, auch Stresshormone im Körper freisetzen, die wiederum zum geistigen Abbau beitragen.

 

Verschiedene Therapiemöglichkeiten nützen

Die Tatsache, dass die Schmerzen sich in vielfacher Weise auf Gehirn und Körper auswirken, birgt aber auch neue Möglichkeiten: Wenn die Behandlung der chronischen Pein bei älteren Menschen verbessert wird, kann auch der Geist frisch gehalten werden. Die Therapie muss dabei keineswegs eine medikamentöse sein, so die Studienautoren: Auch Physiotherapie, Ergotherapie sowie Achtsamkeitsübungen können den Umgang mit chronischen Schmerzen erleichtern.

Quellen

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