6 häufige Fragen zum Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Wichtig sind eine schnelle Reaktion und eine rasche Behandlung. (Jörg Hüttenhölscher - Fotolia.com)

"Schlaganfall ist behandelbar", lautet das Motto des diesjährigen globalen Welt-Schlaganfall-Tages am 29. Oktober. Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. Ein frühes Erkennen der Symptome kann demnach Leben retten. 

In Österreich ereignen sich jährlich etwa 24.000 Schlaganfälle. Jeder sechste Betroffene stirbt an den Folgen. Weltweit ist der Schlaganfall die zweithäufigste Todesursache und die Hauptursache für Behinderungen. Ein frühzeitiges Erkennen und eine rasche medizinische Versorgung könnten dieser traurigen Statistik entgegenwirken. Worauf gilt es zu achten?

Überblick 

1. Frage: Was ist ein Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer plötzlichen Unterbrechung der Blutversorgung im Gehirn. In 85% der Fälle ist ein ein Gefäßverschluss infolge einer Durchblutungsstörung der Auslöser.  15% der Schlaganfälle sind auf eine Gehirnblutung zurückzuführen. Durch eine geplatzte Ader kommt es zu einer Blutansammlung im Gehirn. In beiden Fällen können Teile des Gehirns nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Sauerstoffmangel bewirkt wiederum ein Absterben von Nervenzellen. Je nachdem, welche Hirnareale davon betroffen sind, können sich unterschiedliche neurologische Ausfälle manifestieren.  

2. Frage: Schlaganfall: Was bedeutet "Zeit ist Hirn"?

Der Slogan "Zeit ist Gehirn" ("Time is brain") soll deutlich machen, dass im Falle eines Schlaganfalls jede Minute zählt. Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird, desto rascher normalisiert sich auch der Blutfluss im Gehirn wieder. Und desto geringer sind die Schäden im Gehirn. 

3. Frage: Wie kann ich einen Schlaganfall erkennen?

Ein Schlaganfall kann sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Allerdings gibt es auch Gemeinsamkeiten, die über die "FAST-Regel" auch von Nicht-Medizinern erkannt werden können.

Die FAST-Regel

Wenn folgende Fragen mit einem „ja“ beantwortet werden, liegt möglicherweise ein Schlaganfall vor 

F wie Face (Gesicht)

Hängt ein Mundwinkel auf einer Seite herab?

Kommt es zu einem unkontrollierten Speichelaustritt aus dem Mund? 

A wie Arm

Bemerken Sie bei der Person eine plötzlich auftretende Lähmung von Arm oder Bein?

Klagt der Betroffene über ein Missempfinden in Arm oder Bein oder treten Gefühlsstörungen auf?

Ist der Betroffene auffällig ungeschickt und hat Probleme mit der Koordination?

S wie Speech (Sprache)

Hat die Person Sprachschwierigkeiten?

Ist die Sprache verwaschen?

Vertauscht der Betroffene Wörter oder Silben?

Gibt der Betroffene sinnlose Sprachinhalte wider? 

T wie Time (Zeit)

Handeln Sie beim geringsten Verdacht rasch und rufen Sie sofort die Rettung!

 4. Frage: Schlaganfall – wie soll ich reagieren?

  • Rufen Sie den Notarzt.
  • Öffnen Sie das Fenster und lockern Sie beengende Kleidungsstücke.
  • Bringen Sie den Betroffenen bei Übelkeit oder Erbrechen in eine stabile Seitenlage und entfernen Sie etwaige Zahnprothesen.
  • Kontrollieren Sie Puls- und Herzschlag.
  • Halten Sie die Atemwege frei.
  • Versuchen Sie den Patienten bis zum Eintreffen der Rettung zu beruhigen.

5. Frage: Wie wird ein Schlaganfall behandelt?

Akutbehandlung

Ein Schlaganfall ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der eine sofortige medizinische Behandlung erfordert. In der Akutbehandlung geht es darum, lebensnotwendige Funktionen wie Kreislauf und Atmung aufrecht zu erhalten sowie Blutdruck und Blutzucker gut einzustellen.

Auflösung des Blutgerinnsels

Sofern keine Hirnblutung vorliegt, erhält der Betroffene Medikamente, die das Blutgerinnsel auflösen. Man spricht von einer intravenösen Thrombolyse. Neuere Therapiemethoden setzen auf eine direkte Entfernung des Blutgerinnsels aus dem verschlossenen Gefäß. Dabei wird der Thrombus über einen Katheter herausgezogen. Die sogenannte endovaskuläre Thrombektomie gewinnt in der Behandlung von Schlaganfällen zunehmend an Bedeutung.Beide Methoden zielen darauf ab, den betroffenen Gehirnabschnitt wieder mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung setzt auf Rehabilitationsmaßnahmen. Zusätzlich werden gerinnungshemmende Medikamente gereicht, die einer fortschreitenden Verstopfung des Blutgefäßes vorbeugen.

6. Frage: Was sind die häufigsten Risikofaktoren für einen Schlaganfall?

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für einen Schlaganfall. Neben nicht beeinflussbaren Faktoren könnten jedoch 90 % der Risikofaktoren durch Lebensstilmaßnahmen reduziert werden.

Die größten Schlaganfall-Risikofaktoren sind:

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Erstellungsdatum

Quellen

  • Pressegespräch zum Welt-Schlaganfall-Tag 2016: Österreichische Gesellschaft für Neurologie und der Österreichische Schlaganfall-Gesellschaft (25.10.2016)

Mehr zum Thema