Warum Schwangere eher seitlich schlafen sollten

Warum Schwangere eher seitlich schlafen sollten: Schwangere Frau liegt seitlich.
Vor allem im letzten Trimester der Schwangerschaft dürfte die Position, in der die werdende Mutter schläft, einen Einfluss auf die Sterblichkeit des Kindes haben. (drubig-photo - Fotolia.com)
Wenn Frauen während der Schwangerschaft bevorzugt auf der linken Seite schlafen, reduzieren sie das Risiko für eine Fehlgeburt. Das konnten Forscher in England nun anhand einer Studie herausfinden.

Laut den Forschungsergebnissen kann die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgebuwrt um die Hälfte minimiert werden, wenn werdende Mütter vor allem kurz vor dem Geburtstermin auf der linken Seite schlafen. Rücken- und rechte Seitenlage wirken sich eher negativ aus. Für die Studie wurden 155 Frauen befragt, die nach der 28. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erlitten haben. Hinzu kommen aber noch eine Reihe anderer Faktoren, die einen noch viel größeren Einfluss auf das Risiko einer Fehlgeburt haben, wie Rauchen während der Schangerschaft, Übergewicht oder genetische Vorbelastungen.

Einfluss der Schlafposition auf das Baby

Vor allem im letzten Trimester der Schwangerschaft dürfte die Position, in der die werdende Mutter schläft, einen Einfluss auf die Sterblichkeit des Kindes haben. Die Wissenschafter stellten fest, dass sich Rückenlage und liegen auf der rechten Seite ungünstig auswirken. Am sichersten für das Ungeborene sei folglich die Linkslage der schlafenden Mama.

Bei einer Befragung von 155 Frauen, die nach der 28. Schwangerschaftswoche von einer Fehlgeburt betroffen waren, ermittelten die Forscher die Schlafposition, welche die Mütter während der Schwangerschaft bevorzugten und ob sie sich an diese in der Nacht vor der Fehlgeburt erinnern konnten. Unter Miteinberechnung anderer Daten kamen die Wissenschafter zu dem Ergebnis, dass linksseitiges Schlafen zu einem bis zu 50 % niedrigeren Risiko führen kann. Dabei ist die Schlafposition ein Faktor, der sich relativ einfach verändern lässt.

Andere erhebliche Einflussfaktoren

Die Schlafposition ist nur einer von zahlreichen Faktoren, die Einfluss auf das Risiko einer Fehlgeburt nimmt. Andere Risiko-Faktoren sind:

  • Das Alter der Mutter: Ab 35 liegt das Risiko einer Fehlgeburt bei 20 %, über 45 bei mehr als 50 %.
  • Alter des Vaters: Auch ein hohes Alter des Vaters stellt vermutlich ein Risiko da.
  • Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum: Schädliche Substanzen sollten während der Schwangerschaft vermieden werden. Ein Gynäkologe oder Hausarzt kann dazu beraten.
  • Starkes Übergewicht: Wenn Sie stark übergewichtig sind und planen, schwanger zu werden, können Sie das mit ihrem Arzt besprechen. Er kann Sie über Risiken aufklären.
  • Vorsorgeuntersuchungen: Ausreichende Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft verringern das Risiko.
  • Krankheiten: Unkontrollierter Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Zöliakie, sehr hoher Blutdruck und Infektionskrankheiten (Chlamydien, HIV, Syphilis, etc.) erhöhen das Risiko.
  • Mehrlingsschwangerschaften: Bei Schwangerschaften mit mehr als einem Kind erhöht sich das Risiko, ein oder mehrere der Embryos bei einer Fehlgeburt zu verlieren.

Neben diesen Risikofaktoren treten Fehlgeburten, vor allem zu Beginn der Schwangerschaft, häufig auf, weil der Embryo einen genetischen Defekt hatte und daher nicht überlebensfähig war. Obwohl Risikofaktoren für Fehl- und Todgeburten bekannt sind, trägt letztendlich niemand "Schuld" daran, wenn es soweit kommt. Nach einer Fehlgeburt sollten Paare vor allem Unterstützung erhalten.

Traumatisches Erlebnis Fehlgeburt

Tod- und Fehlgeburten können für Paare eine große psychische Belastung bedeuten. Häufig werden sie wie der Verlust eines Kindes empfunden. Deshalb ist es wichtig, sich Zeit für die Aufarbeitung dieses Traumas zu nehmen. In Selbsthilfegruppen kann mit anderen betroffenen Eltern über den Verlust gesprochen werden. Auch in einer Psychotherapie kann Paaren geholfen werden.

Quellen

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