Neue Studie: Schlafmittel verdoppeln Demenz-Risiko

Schlafmittel erhöhen Risiko von Demenz: Frau liegt in Bett und kann nicht schlafen.
Bei Schlafstörungen wird häufig zu Schlafmitteln gegriffen - Sie haben nicht nur ein hohes Suchtpotential. (Dan Race - Fotolia.com)
Einer aktuellen Studie zufolge erhöht die regelmäßige Einnahme von Schlafmitteln das Risiko an Alzheimer zu erkranken um 50 %. Ursächlich sind sogenannte Benzodiazepine, häufig verordnete Einschlafhilfen.

Vor allem ältere Menschen haben häufig mit Schlafproblemen zu kämpfen und bekommen von ihrem Arzt Benzodiazepine verschrieben. Britische Forscher schlagen nun Alarm: Werden die Medikamente über 3 Monate lang von Senioren eingenommen, verdoppelt sich das Risiko für eine Alzheimer- bzw. Demenzerkrankung. Bisher waren hauptsächlich die Kurzzeitwirkungen von Schlafmitteln im wissenschaftlichen Fokus, die Langzeitfolgen für das Gehirn wurden bislang unterschätzt.

Demenz-Studie mit eindeutigem Ergebnis

Benzodiazepine werden hauptsächlich bei Schlafstörungen, Angststörungen und Depressionen verordnet. Ältere Menschen haben besonders oft Einschlaf- und Durchschlafprobleme und gehören somit zur größten Gruppe der Schlafmittel-Konsumenten. Wissenschafter untersuchten die medizinischen Daten von etwa 120.000 Senioren, unter anderem deren Erkrankungen und Medikamenteneinnahmen.

Dabei kam heraus, dass unter den 1.796 Probanden, die während der Studie an Alzheimer erkrankt waren, überdurchschnittlich viele dabei waren, die über 3 Monate lang Schlafmittel konsumierten. Das Risiko war bei ihnen um bis zu 51 % erhöht. Je länger Benzodiazepine eingenommen wurden, desto wahrscheinlicher war es an Demenz zu erkranken.

Schlafmittel sollten niedrig dosiert werden

Alzheimer trat bei den Senioren außerdem besonders dann auf, wenn Sie hochdosierte Präparate einnahmen. Die Forscher machen daher auf eine niedrigere Dosierung der Schlafmittel mit Benzodiazepinen und eine maximale Behandlungsdauer von 4 Wochen aufmerksam. Zudem haben sie ein erhöhtes Abhängigkeitspotential.

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  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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