Gesundheitsrisiko Schimmel

Gesundheitsrisiko Schimmel: Wand schimmelig
Schimmel stellt für jene Menschen eine Beeinträchtigung der Gesundheit dar, die darauf allergisch reagieren. (Zlatan Durakovic - Fotolia.com)
Schimmel im Wohnraum riecht nicht nur muffig, sondern kann auch ein Gesundheitsrisiko darstellen. Besonders gefährdet sind Allergiker und immunschwache Menschen.

Schimmelsporen sind allgegenwärtig: Bis zu 10.000 Sporten sind pro Quadratmeter Luft zu finden. Sie sind klein genug, um zu schweben, und können deshalb eingeatmet werden. Es gibt in Europa insgesamt über 200 Schimmelarten, und nicht alle sind gleich gefährlich. Im Wohnraum bilden sie meist schwarze oder braune Flecken an Möbeln, Decken und Wänden. Besonders häufig sind Matratzen betroffen. Auch, wenn Schimmel in Wohnung oder Haus entfernt gehört: Nicht für alle Menschen stellt er ein Gesundheitsrisiko da.

Hauptsächlich Allergiker betroffen

Schimmel stellt für jene Menschen eine Beeinträchtigung der Gesundheit dar, die darauf allergisch reagieren. Wer zu einer Schimmelallergie neigt, bildet nach dem ersten Kontakt damit sog. IgE-Abwehrstoffe gegen Eiweißbestandteile des Schimmels. Ab dem nächsten Schimmelkontakt treten typische Allergie-Symptome auf, wie z.B.:

  • Niesen
  • Rinnende Nase
  • Juckende oder wässrige Augen
  • Husten

Insgesamt sind etwa 5 % der Weltbevölkerung von einer Schimmel-Allergie betroffen. Wer bereits mit Atopischem Exzema, Asthma oder Heuschnupfen diagnostiziert wurde, hat ein erhöhtes Risiko, auch auf Schimmelbestandteile allergisch zu sein. Ein IgE-Antikörpertest kann einen Allergieverdacht bestätigen.

Schimmel-Infektion bei Immunschwäche

In seltenen Fällen kann Schimmel jedoch bei Menschen, unabhängig von einer bestehenden Allergie, eine Infektion auslösen, die sog. Mykose. Das Immunsystem der meisten Menschen ist aber stark genug, sich davor zu schützen. Liegt jedoch eine Immunschwäche vor, erhöht sich die Chance, bei Schimmelbefall an einer Mykose zu erkranken. Dieses Risiko ist gegeben bei Menschen mit:

  • Krebs, vor allem Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs
  • Organtransplantation
  • Knochenmarkstransplantation
  • HIV

Wer zu einer solchen Risiko-Gruppe gehört, sollte besonders darauf achten, Schimmelbefall im Wohnraum zu vermeiden. Da Schimmel manchmal unsichtbar bleibt bzw.. nicht sofort zu sehen ist, sollten auch vorbeugende Maßnahmen getroffen werden.

Schimmel vorbeugen und behandeln

Schimmel benötigt Feuchtigkeit, um zu entstehen und sich weiterzuentwickeln. Deshalb ist die wichtigste Sofortmaßnahme gegen Schimmel im Wohnraum, Feuchtigkeit zu unterbinden. Ein Hygrometer ist die einfachste und billigste Möglichkeit, Schimmel vorzubeugen. Es misst den Feuchtigkeitsgehalt der Luft und zeigt somit, wann es Zeit ist zu lüften. Wenn eine Wohnung trotz regelmäßigem Lüften zu feucht ist (z.B. in einer Erdgeschoßwohnung), sollte in einen Luftentfeuchter investiert werden. Ist Schimmel einmal entstanden, kann er von einem gesunden Menschen selbst entfernt werden, solange die befallene Fläche nicht größer als ein halber Quadratmeter ist. Wurde der Schimmel entfernt, sollte auch der modrige Geruch verschwinden, von dem er begleitet wird. Bei größeren Flächen muss ein Experte herangezogen werden.

Quellen

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