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Salz: Es kann auch zu wenig sein!

Salz sollte nicht in zu hohen Maßen konsumiert werden, es kann aber auch zu wenig sein. (reinhard sester - Fotolia.com)

Je weniger Salz, desto besser für den menschlichen Körper? Ganz so einfach, wie bisher angenommen, gilt diese Faustregel offensichtlich doch nicht, denn neue Studien empfehlen nun ein Mindestmaß an Salzkonsum.

Wer Wert auf eine gesunde Ernährung legt, versucht im Regelfall so wenig Salz wie möglich zu verwenden. Das Standardgewürz schlechthin wird schließlich mit großen Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht, insbesondere bei Bluthochdruck ist Vorsicht angesagt. Salz radikal aus der Küche zu verbannen, dürfte allerdings der falsche Ansatz sein.

Risiko erhöht

Ein internationales Forscherteam hat herausgefunden, dass ein extrem niedriger Salzkonsum für die Gesundheit schädlich sein kann. Wer täglich weniger als 7,5 Gramm zu sich nimmt, provoziert die vermehrte Ausschüttung bestimmter Hormone. In der Folge steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, der blutdrucksenkende Effekt wird im negativen Sinne also wieder ausgeglichen.

Richtwert zu klein?

Auf eine empfohlene Tagesmenge an Salz können sich Experten aufgrund fehlender Informationen noch nicht einigen. Der Richtwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte mit 5 Gramm aber etwas zu niedrig angesetzt sein. Sämtliche Speisen nun besonders stark gewürzt zu genießen, ist aber wenig sinnvoll. Schließlich nehmen wir etwa 80% der Salzmenge "versteckt" auf, nämlich durch Brot, Käse, Wurst oder Fertiggerichte, auf deren Inhaltsstoffe wir keinen Einfluss haben.

Klare Vorgaben gefordert

Bezüglich eines Richtwerts sind auch persönliche Umstände zu beachten: Menschen mit Bluthochdruck sollten den Salzkonsum reduzieren, bei einer Schilddrüsenunterfunktion hingegen ist Jod wichtig. Klar ist auch, dass zu viel Salz wesentlich schädlicher ist als zu wenig davon. So hat erst unlängst eine Studie belegt, dass sich durch ein Einhalten der genannten WHO-Richtlinien jährlich 1,65 Millionen Todesfälle vermeiden ließen. Bereits seit geraumer Zeit fordern Ernährungsexperten daher auch die Einführung von klaren Vorgaben für die Industrie. 

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