Zuviel Salz kostet jährlich 1,65 Millionen Menschen das Leben

Salz kostet Leben: Gesalzene Chips
Chips und Fertigprodukte enthalten eine Menge Salz. (Jiri Hera - Fotolia.com)
Forscher haben auf Basis von Daten aus 66 Ländern eine Analyse zum Salz-Konsum durchgeführt. Das Ergebnis: Wir essen viel zu viel davon. Weit über 1 Million Menschen sterben jährlich daran.

Lebensmittelkonzerne salzen ihre Produkte gerne stärker als unbedingt notwendig. Das hat einen Grund: Salz (Natriumchlorid) ist ein Geschmacksträger und je mehr davon in unser Essen gelangt, desto mehr konsumieren wir. Es macht regelrecht süchtig. Mehr Salz im Essen fördert also das Geschäft. Die neue Studie zeigt allerdings, dass zu salzige Ernährung enorme gesundheitliche Schäden verursachen kann.

Zuviel Salz: Groß angelegte Studie erreichte ¾ der Weltbevölkerung

Die Wissenschafter um Dariush Mozaffarian von der Harvard School of Public Health sammelten Daten zur aufgenommenen Salzmenge aus 66 Ländern und erschließen damit 75 % der Weltbevölkerung. Da eigene Angaben zum Konsum häufig zu Verzerrungen und falschen Ergebnissen führen, arbeiteten die Verantwortlichen mit der Analyse des Urins.

Parallel dazu wurden 2 weitere umfangreiche Analysen durchgeführt. Die erste umfasse 107 vorliegende Studien und sollte herausfinden wie Natriumchlorid den Blutdruck beeinflusst, die zweite, wie Bluthochdruck Erkrankungen der Herz-Kranz-Gefäße begünstigt. Anschließend wurden beide Analysen zusammengeführt.

99 % essen mehr als doppelt so viel Salz wie empfohlen

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nahm die Weltbevölkerung im Jahr 2010 mit täglich durchschnittlich 3,95 g doppelt so viel Natrium (Bestandteil des Salzes) zu sich, als Experten empfehlen. In Zentralasien liegt der Wert sogar bei 5,51 g. Nur in Ländern südlich der Sahara liegt der Wert mit 2 g innerhalb des empfohlenen Rahmens. Die Forscher folgern, dass jährlich deshalb rund 1,65 Millionen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben.

Der Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Todesfällen ist wissenschaftlich nicht 100%ig bewiesen. Dass Salz den Blutdruck steigen lässt allerdings schon. Dass dieser wiederum häufig für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich ist, ist eine Tatsache. Über diesen Umweg lasse sich also behaupten , zu viel Salz habe einen direkten Einfluss auf die Sterblichkeit, so die Forscher.

Experten empfehlen nicht nur Risikogruppen, also älteren oder bereits erkrankten, eine Reduktion des Salzkonsums, sondern allen gleichermaßen. Als tägliche unbedenkliche Menge Salz werden 4,5 g Kochsalz angegeben. Das entspricht in etwa den eingangs genannten 2g Natrium.

Tipps zum Salz einsparen

Mit weniger Salz schmeckt das Essen leider häufig schal. Es gibt jedoch einige Bereiche, in denen Salz problemlos und unmerklich eingespart werden kann:

  • Häufiger Obst und Gemüse
  • Meiden von Fertigprodukten
  • Salz kann durch andere Gewürze kompensiert werden
  • Reduzieren Sie die Salzmenge schrittweise, um sich leicht daran zu gewöhnen.

Weniger Salz hilft Ihnen zudem nicht mehr zu essen als eigentlich notwendig ist. Sie kennen das bei Chips und sonstigen stark gesalzenen Produkten. Moderates salzen hält Sie also gesund und hilft Ihnen, das Gewicht zu halten.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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Quellen

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