Wenn das Herz versalzen wird

Ein Herz aus Salz wäre wohl kein allzu gesundes. (marketlan - Fotolia.com)

Ganz ohne Salz sind viele Gerichte wohl zum Scheitern verurteilt. Dennoch sollten wir es mit unserem liebsten Geschmacksverstärker nicht übertreiben, um unser Herz keinem unnötigen Risiko auszusetzen.

Salz kann bei so manch vermasselter Mahlzeit ein Retter in der Not sein. Mit etwas Würze ist schließlich selbst das langweiligste Gericht wieder einigermaßen genießbar. Prinzipiell ist Salz ein absolut unverzichtbarer Bestandteil der westlichen Küche, das macht es aber leider nicht zwangsläufig gesund. Immer wieder wird der Geschmacksverstärker - die Bezeichnung Gewürz ist streng genommen nicht korrekt - mit erheblichen Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht.

Urinproben zur Messung

An einer Universität in der finnischen Hauptstadt Helsinki haben Forscher im Rahmen einer Studie erkannt, wie stark Salz auch dem Herz schaden kann. 4.630 Menschen wurden über 12 Jahre hinweg beobachtet. Mittels Urinproben wurde der Salzkonsum der Versuchsteilnehmer gemessen, zudem hatten die Wissenschafter Einblick in die Krankenakten. Genau 121 Teilnehmer entwickelten im Untersuchungszeitraum eine Herzschwäche.

Viel zu viel Salz

Das Risiko jener, die im Schnitt mehr als 13,7 Gramm Salz pro Tag konsumierten war zweimal höher als jenes von Teilnehmern, die mit weniger als 6,8 Gramm am Tag den geringsten Salzkonsum aufwiesen. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO wird ohnehin nur eine Höchstgrenze von 5 Gramm empfohlen. Nach Angaben der Österreichischen Kardiogesellschaft liegen hierzulande alle Altersgruppen deutlich über diesem Maximalwert.

Verarbeitete Lebensmittel

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen nimmt demnach sogar mehr als 10 Gramm Salz pro Tag zu sich. Ab dieser Menge wird der Salzkonsum als gesundheitlich bedenklich eingestuft. Zur Veranschaulichung: Ein Teelöffel enthält in etwa 3 Gramm Salz. Das Würzen der eigenen Speisen spielt beim Salzkonsum allerdings eine sehr untergeordnete Rolle. 80% der Salzzufuhr kommen durch verarbeitete Lebensmittel zustande - unter anderem Gebäck, Fleischwaren, Milchprodukte, Käse.

Verengende Blutgefäße

In geringer Dosis ist Salz für den menschlichen Organismus sehr wichtig, da es etwa den Blutkreislauf positiv beeinflusst und den Knochenaufbau unterstützt. Für diese wichtigen Funktionen sind aber gerade einmal 3 Gramm pro Tag nötig, viel weniger also als die durchschnittlich eingenommene Menge. Zu viel Salz zieht das Wasser aus den Zellen und lässt uns gewissermaßen austrocknen. Es verengen sich die Blutgefäße, wodurch der Blutdruck steigt und in weiterer Folge auch das Risiko auf Herzinfarkt sowie Schlaganfall in die Höhe geht.

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