Was ist Rosacea?

Was ist Rosacea?: Rötungen auf Wange und Nase
Typisch für diese Hauterkrankung sind rote Flecken auf Wange und Nase (DERM.QUEST.com)
Gesichtsrötungen, juckende Haut, kleine Pickelchen und Schwellungen: Rosacea ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die meisten Patienten sind Frauen und Menschen mit heller Haut. 150.000 Österreicher sind betroffen.

"Ganz typisch zu Beginn der Erkrankung sind die immer rot erscheinenden Wangen", erklärt Doz. Dr. Julia Valencak im Rahmen der kürzlich abgehaltenen Pressekonferenz zum Thema Rosacea in Wien. Hautärzte und Apotheker möchten nun auf die weit verbreitete, aber wenig bekannte Hauterkrankung aufmerksam machen, damit Betroffenen möglichst früh eine passende Behandlung zukommt, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und die Lebensqualität zu verbessern. Viele Patienten vermuten hinter den Rötungen oft lediglich eine sehr empfindliche Haut und denken nicht an eine Erkrankung, so Mag. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer über die Problematik des Erkennens von Rosacea.

Rosacea verläuft in 3 Stadien

Das 1. Stadium der entzündlichen Hautkrankheit macht sich durch rote Wangen und anhaltende Gesichtsrötungen bemerkbar. Manchmal werden Äderchen im Gesicht verstärkt sichtbar, die Haut brennt, juckt, schuppt und ist trocken. Typisch ist ein symmetrischer Verlauf, so sind z.B. immer beide Wangen gleichzeitig betroffen.

Im fortgeschrittenen 2. Stadium bilden sich zusätzlich zu den Rötungen Pickel und entzündliche Knötchen. Sie können schubweise auftreten bzw. über mehrere Woche und Monate bestehen. Dr. Valencak warnt bei diesem Krankheitsstadium vor Fehldiagnosen: "Hier wird die Rosacea oft mit Akne verwechselt." Bei Rosacea gibt es allerdings keine Mitesser, dadurch kann sie gut von Akne unterschieden werden.

Bei einem schweren Verlauf, dem 3. Stadium, kommt es zu Hautverdickungen und/oder Schwellungen im Gesicht, die am häufigsten an der Nase auftreten. Vor allem bei Männern kommt diese Form der Rosacea vor und verursacht optisch eine "Schnapsnase" und damit eine ästhetische Beeinträchtigung. Der Verlauf ist bei jedem Patienten unterschiedlich und muss sich nicht zwangsläufig in 3 Stadien entwickeln. Die Krankheit kann fortschreiten, aber auch beim 1. Stadium "hängenbleiben" oder gleich in einem anderen Stadium ausbrechen.

Richtige Behandlung

Rosacea ist nicht heilbar, die Symptome der chronischen Hautkrankheit lassen sich aber gut lindern. Ziel der Therapie ist, den starken Blutfluss unter der Haut zu verringern und die Blutgefäße zu "beruhigen". Rosacea im 1. Stadium kann mit Cremes und Lotionen behandelt werden. Kommen akneähnliche Ausschläge hinzu, helfen Medikamente bei der Abheilung. Verdickungen im Gesicht können durch Laserbehandlungen verbessert werden.

Einfluss des Lebensstils

Für Rosacea gibt es verschiedene Auslöser, sogenannte Trigger, die Schübe der Hauterkrankung verursachen können. Trigger sind alle Einwirkungen, die die Durchblutung fördern und die Gefäße weiten, z.B. Sonnenbestrahlung, warme Temperaturen, Wetterumschwünge, Saunagänge oder heiße Getränke. Auch scharfe Gewürze, Alkohol und Menthol können Symptome von Rosacea verstärken. Auch besondere Stressbelastung kann ein Trigger für einen Rosacea-Schub sein. Univ.-Prof. Tschachler, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie betont: "Neben der richtigen Behandlung ist die Vermeidung der Auslöser der wichtigste Rat, den man geben kann."

Quellen

  • Pressegespräch "Rosacea – die unbekannte Hauterkrankung" am 29.04.2014 in Wien