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Flecken und Klebestreifen: Die kuriose Olympia-Medizin

Die im Fachjargon Kinesiotapes genannten Pflaster sollen an den aufgetragenen Stellen für eine stärkere Blutzirkulation sorgen. (tatomm - Fotolia.com)

Bei den olympischen Spielen fallen Schwimmer wie Superstar Michael Phelps mit roten Flecken auf, viele andere Sportler kleben sich bunte Streifen auf. Dahinter stecken zwei heftig diskutierte medizinische Methoden.

Michael Phelps, seines Zeichens erfolgreichster Olympionike aller Zeiten, sollte ob seiner Erfolge eigentlich beneidenswert sein. Betrachtet man seinen Oberkörper kommt dennoch zunächst mal Mitleid auf, so geplagt sieht er ob der vielen kleinen roten Punkte aus. Diese sind bei den olympischen Spielen in Rio bei einigen Schwimmern zu beobachten, zurückzuführen sind sie auf eine aus der TCM stammenden Therapie.

Entgiftung mit Nebeneffekt

Beim sogenannten Schröpfen wird ein erhitztes Glas über den Körper gezogen, es entsteht ein Vakuum und in weiterer Folge Unterdruck. Das soll den Stoffwechsel im Bindegewebe verbessern, Anhänger der Methode glauben außerdem an eine entgiftende Wirkung. Es gibt jedoch auch Kritiker, Studien haben bislang widersprüchliche Ergebnisse gebracht. Immerhin ist die Behandlung in der Regel nicht schmerzhaft, die signifikanten Blutergüsse danach sind aber ein unvermeidbarer Nebeneffekt.

Blutzirkulation fördern

Während die Flecken von Phelps und Co. bei vielen Zusehern für Verwunderung sorgen, gehören die bunten Klebestreifen so manch anderer Athleten mittlerweile zum Sport-Alltag. Die im Fachjargon Kinesiotapes genannten Riesenpflaster sollen an den aufgetragenen Stellen für eine stärkere Blutzirkulation sorgen. Das soll für ein schnelleres Zurückgehen von Schwellungen sorgen, außerdem werden die Schmerzrezeptoren entlastet, das Wohlgefühl des Sportlers ist also verbessert.

Placebo-Effekt?

Wenngleich die Tape-Therapie bei verschiedensten Beschwerden zum Einsatz kommt - z.B. Zerrungen, Muskelkater, Muskelverletzungen - ist auch sie nicht unumstritten. Selbst Befürworter der Methode führen den Erfolg der Klebebänder zumindest zu einem geringen Teil auf einen Placebo-Effekt zurück. Als begleitende Therapie können die Tapes dennoch wohl kaum schaden, nur von einem eigenständigen Auftragen ist abzuraten. Denn bei einer falschen Platzierung kann es sogar zu einer Verschlechterung der Symptome kommen.

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