Sonnencreme & Co: Das richtige Sonnenschutzmittel

Sonnencreme & Co: Das richtige Sonnenschutzmittel: Vater und Tochter mit Sonnenceme am Strand
Sonnenschutz mit Sonnencreme stellt die wichtigste Vorbeugemaßnahme gegen Hautschäden dar. (apops - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Sport im Sommer, Hautschutz im Sommer, Gesund im Sommer
Die Sonne ist unentbehrlich für den menschlichen Organismus. Sie sorgt für gute Laune und ermöglicht die Bildung von Vitamin D im Körper. Weiters kurbeln die Sonnenstrahlen in der Haut die Produktion von schützenden Pigmenten an, dadurch werden wir braun.

Doch bei übermäßigem Sonnenbaden und ohne ausreichend aufgetragenen Sonnenschutz riskiert man schmerzhafte Sonnenbrände, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs. Die Haut vergisst nichts - daher kann das Eincremen nicht früh genug beginnen, denn die meisten "Sonnenschäden" entstehen bereits in der Jugend! Egal ob Creme oder Gel, der richtige Lichtschutzfaktor entscheidet über Sonnenbrand, Hautalterung und das spätere Hautkrebsrisiko. Bei der Wahl des richtigen Sonnenschutzmittels nimmt man den eigenen Hauttyp, die Eigenschutzzeit und den aktuellen Bräunungsgrad zu Hilfe.

Was bedeutet UVA und UVB?

Sonnenstrahlen bestehen aus ultravioletter Strahlung unterschiedlicher Stärke: den UVA-, UVB- und UVC-Strahlen. Während die UVC-Strahlen nicht bis zur Erde durchdringen, gelangen UVA- und UVB-Strahlen bis tief in die Zellen der Haut und können diese dort nachhaltig schädigen. Sie sind für die Entstehung von Sonnenbrand (UVB-Brand), Allergien und Hautalterung (UVA-Alterung und -Allergie) und Hautkrebs verantwortlich.

Welcher Sonnenschutz ist der richtige für mich?

Creme, Gel, Fluid, Milch, Öl, Spray - die Liste an Produkten für den Sonnenschutz ist lang, aber nicht jedes Produkt ist für jeden geeignet. Menschen mit unreiner Haut, Couperose (Rosacea) sowie "Sonnenallergiker" sollten eher zu Gelen oder Fluiden mit hohem UVA-Schutz greifen - sie mattieren und sind nicht fettend. Menschen mit trockener Haut profitieren von reichhaltigen Cremen, Ölen oder Milchrezepturen.

Was ?

Für wen?

Creme

Für Menschen mit Neurodermitis, Menschen mit normaler bis trockener Haut, Sonnenallergiker und Kinder geeignet

Gel

Für jeden Hauttyp geeignet, ideal für Sportler und Menschen mit zu Unreinheiten neigender Haut

Spray

für alle Hauttypen geeignet, einfach in der Anwendung z.B. für Kinder oder wenn es schnell gehen muss

Öl

Für Menschen mit trockener Haut geeignet

Fluid

Für Menschen mit Mischhaut und fettiger Haut, Sonnenallergiker (Mallorca-Akne), Menschen mit Couperose (Rosacea) geeignet

Milch

Für normale bis trockene Haut, Menschen mit Neurodermitis und Kinder geeignet

Welche Filter-Systeme gibt es beim Sonnenschutz?

Die in der Sonnencreme enthaltenen Sonnenschutzfilter sollen die Haut vor UV-Strahlen schützen. Wie sie das machen, hängt vom jeweiligen Filtersystem ab: die sogenannten chemischen Filtersysteme wandeln die UV-Strahlung auf der Haut in Wärme um, die physikalischen (mineralischen) Filtersysteme wie Titandioxid oder Zinkoxid reflektieren die Sonnenstrahlung an der Hautoberfläche. Bisher erhielt man bei den mineralischen Filtersystemen meistens nur einen Schutzfaktor von maximal 20. Um einen höchstmöglichen Schutzfaktor zu erhalten, werden daher meist chemische und physikalische Filtersysteme miteinander kombiniert. Eine genaue Auflistung, was im Sonnenschutzmittel enthalten ist, findet man bei der Angabe der Inhaltsstoffe.

Was bedeutet der Lichtschutzfaktor?

Die Zeichen und Zahlen auf der Sonnencreme sind oftmals irritierend: 50+ SPF, LSF, UV-A-PF, COLIPA? Diese Werte geben den Lichtschutzfaktor an. Der Lichtschutzfaktor eines Sonnenschutzmittels wiederum gibt an, wie viel länger man zusätzlich zur Eigenschutzzeit in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen: ein Sonnenschutzfaktor von 30 verlängert die Eigenschutzzeit gegen UVB um den Faktor 30. Die neue Generation an Sonnenschutzmitteln enthält neben dem UVB-Filter (gegen Sonnenbrand) auch einen UVA-Filter (gegen Hautalterung). Dieser muss mindestens ein Drittel des UVB-Schutzes betragen: Hat der UVB-Schutz den Faktor 30, so muss der UVA-Schutz mindestens beim Faktor 10 liegen. Auf dem Sonnenschutzmittel steht, ob ein niedriger (Faktor 6, 10), mittlerer (Faktor 15 bis 25), hoher (Faktor 30 bis 50) oder sehr hoher (Faktor 50+) UVB-Schutzfaktor vorliegt. Zu Beginn der Saison oder bei sehr heller Haut empfiehlt sich ein hoher Lichtschutzfaktor: er unterstützt die Haut dabei, den körpereigenen Lichtschutz (Lichtschwiele) und damit eine höhere Eigenschutzzeit aufzubauen und man wird trotz hohem Schutzfaktor braun. Später kann man dann auf einen niedrigeren Lichtschutzfaktor zurückgreifen.

Welche Eigenschutzzeit habe ich?

Die Eigenschutzzeit ist die Zeitspanne, in der man in der Sonne sein kann, ohne rot zu werden. Sie wird vom individuellen Hauttyp geprägt: sehr helle Haut (Typ 1) weist etwa eine Eigenschutzzeit von 3 Minuten auf, der mediterrane Hauttyp (Typ 4) mit bereits gebräunter Haut hat bis zu 40 Minuten Eigenschutzzeit. Weiters sind an der Eigenschutzzeit der Bräunungsgrad der Haut und der Ort, wo man sich zum Sonnen aufhält, beteiligt - denn Meer, Strand, Gebirge und Schnee reflektieren die Sonne stärker und verkürzen somit die Eigenschutzzeit.

Wie lange darf ich nach dem Eincremen in der Sonne bleiben?

Die Eigenschutzzeit mal dem Lichtschutzfaktor ergibt die Dauer des Aufenthaltes in der Sonne in Minuten, ohne dass man einen Sonnenbrand bekommt. Das ergibt für einen Mitteleuropäer mit einer Eigenschutzzeit von 10 und einem Lichtschutzfaktor von 30 eine Dauer von 300 Minuten Aufenthalt, also 5 Stunden, in der Sonne. Voraussetzung für die Dauer ist das regelmäßige Nachcremen etwa alle 2 Stunden, da beim Schwimmen und durch Schwitzen die Wirkung des Sonnenschutzmittels abnimmt! Wer oft ins Wasser geht oder viel schwitzt, muss auch öfter nachcremen – die Schutzdauer verlängert sich durch das Nachcremen aber nicht. Und um keinen Hitzeschlag zu bekommen ist es ratsam, nicht die volle Zeit in der Sonne zu verbleiben, sondern schon früher, vor allem in der Mittagszeit, Schutz im Schatten zu suchen.

Welcher Lichtschutzfaktor ist für mein Kind der beste?

Die dünne, empfindliche Kinderhaut hat noch keinen Schutzmechanismus gegen die Sonne entwickelt und muss vor den schädlichen UV-Strahlen besonders geschützt werden. Um das spätere Hautkrebsrisiko zu reduzieren, wird deshalb empfohlen, Kinder unter 3 Jahren gar nicht direkt der Sonne auszusetzen, sondern im Schatten mit lichtdichter Kleidung, sowie mit Sonnenhut und Sonnenbrille bekleidet zu verbleiben. Je dunkler die Kleidung ist, desto mehr UV-Strahlung wird von der Kinderhaut abgehalten. Viele Sonnenschutzmittel sind erst ab einem Jahr geeignet. Die Sonnenschutzcreme bei Kindern sollte sand- und wasserbeständig sein und einen Lichtschutzfilter von 50+ haben.  

Wie viel Sonnenschutzmittel soll man auftragen?

Neben der Wahl des richtigen Lichtschutzfaktors ist es wichtig, sich ausreichend einzucremen. Denn wer sparsam mit dem Sonnenschutzmittel umgeht, riskiert zuerst schnell einen Sonnenbrand und später dann die Entstehung von Hautkrebs. In diesem Fall ist mehr auf jeden Fall besser, am besten je einen Esslöffel Sonnencreme für Arme, Beine und Oberkörper pro Eincremen verwenden. Natürlich darf auch auf die empfindlichsten Körperstellen wie Lippen, Ohren, Nase, Fußrücken und die unbehaarte Kopfhaut nicht vergessen werden.    

Verlängert das nochmalige Eincremen die Schutzzeit?

Schwimmen, sich mit dem Handtuch abtrocknen, am Liegetuch liegen, Schwitzen – für jeden klingt das nach einem entspannten Badetag. Was viele nicht wissen: genau diese Dinge führen zu einer Abnahme der Wirkung des Sonnenschutzmittels, da es vom Handtuch abgerieben oder im Wasser abgewaschen werden kann. Auch wenn die Schutzdauer durch das Nachcremen nicht verlängert wird, erhält die Haut wieder einen durchgehenden Schutzfilm vor den UV-Strahlen.

Pflege nach der Sonne?

Um die Haut nach dem Sonnenbaden ideal zu pflegen, das Ablösen der Haut zu vermeiden und die Bräune möglichst lange zu behalten, ist es ratsam, kühlende und feuchtigkeitsspendende Lotionen mit Vitamin A und E und anderen reizlindernden Inhaltsstoffen nach dem Duschen zu verwenden.

Medizinischer Experte

Mag. pharm

Christa Wenkoff

Apothekerin

team santé paulus apotheke, Wien, www.teamsante.at

Quellen