Rehabilitation: Zurück in den Alltag

Rehabilitation: Rehabilitation eines Patienten; zuerst im Rollstuhl sitzend, Krücken benützend bis hin zur Fortbewegung ohne Hilfsmittel.
Eine Rehab soll die Rückkehr in den Alltag unterstützen (lassedesignen - Fotolia.com)
Nach langer Krankheit oder einem Arbeitsunfall, im Zuge einer Berufskrankheit oder im Falle einer Behinderung ist mitunter ein Rehabilitationsaufenthalt nötig. Im Unterschied zur Kur, die auch auf Erhaltung der Gesundheit abzielt, hat die Rehabilitation eine Wiederherstellung der Gesundheit zum Ziel.

Der Betroffene soll danach wieder in einen "normalen" Alltag bzw. Arbeitsprozess integriert werden, eine krankheitsbedingte Pensionierung oder Pflege soll verhindert werden. Ein Rehabilitationsaufenthalt trägt dazu bei, das alltägliche Leben wieder autonom und ohne körperliche oder seelische Beeinträchtigung führen zu können.

Wann Rehabilitation beantragen?

Ein Rehabilitationsaufenthalt erfolgt üblicherweise stationär und ist auf Antrag beim jeweiligen Versicherungsträger möglich. So etwa kann ein Betroffener, der einen Schlaganfall erlitten hat, eine Operation hinter sich hat oder an einem Burnout leidet, einen Rehabilitationsaufenthalt beantragen. Ob eine Rehabilitation medizinisch notwendig und sinnvoll ist, entscheidet der verantwortliche Arzt.

Wann ist eine Rehab nötig?

Eine Rehabilitation ist erforderlich, wenn es sich bei den Beschwerden nicht um vorübergehende Beeinträchtigungen handelt. Vorübergehende Erkrankungen oder Beschwerden werden durch entsprechende Therapien der Akutmedizin abgedeckt. Bestehen jedoch Beeinträchtigungen, die das tägliche Leben oder eine Rückkehr in den Arbeitsprozess unmöglich machen bzw. die Situation sogar verschlechtern, ist Rehabilitationsbedürftigkeit gegeben.

Eine weitere Voraussetzung für eine erfolgreiche Rehabilitation ist, dass der Betroffene in der Lage bzw. auch willens ist, einen derartigen Aufenthalt zu absolvieren. Weiters muss eine bestimmte ärztliche Prognose vorliegen, eine Erfolgsaussicht, die eine Rehabilitation sinnvoll macht. So muss ein bestimmtes Ziel definiert werden, der behandelnde Arzt schätzt ab, ob dieses Ziel erreicht werden kann. Danach wird ein Rehabilitationsplan erstellt, der vorgibt, welche Maßnahmen sinnvoll und erforderlich sind. Eine laufende Kontrolle gibt Aufschluss über den Erfolg der Therapie.

Wer ist zuständig?

Die Kosten für eine medizinische Rehabilitation werden von verschiedenen Versicherungsträgern übernommen. Wer dafür zuständig ist, hängt von der Art der Erkrankung ab.

  • Unfallversicherung
    Wer sich während der Arbeitszeit verletzt und umfassender medizinischer Versorgung sowie einer nachfolgenden Rehabilitation bedarf, bekommt diese von der Unfallversicherung bezahlt.
  • Pensionsversicherung
    Droht nach einem Unfall oder einer Krankheit eine dauernde Invalidität, ist für die Genehmigung und Finanzierung eines Rehab-Aufenthaltes die Pensionsversicherung zuständig.
  • Krankenversicherungsträger
    Für stationäre Rehabilitation z.B. nach einer onkologischen Behandlung, für die oben genannte Versicherer nicht zuständig sind, springt der Krankenversicherungsträger ein. Er übernimmt die Kosten für eine Rehabilitation.

Rehabilitation für Kinder und Jugendliche

Kinderrehabilitation ist ein Teilbereich der Kinder- und Jugendmedizin (Pädiatrie). Sie soll jungen Menschen unter 19 Jahren, die an einer (angeborenen oder erworbenen) Behinderung oder an einer chronischen Erkrankung leiden, zugute kommen. Vor allem bei jungen Menschen ist es wichtig, ein Fortschreiten chronischer Erkrankungen oder eine Behinderung abzuwenden, sodass sie sich später in einem autonomen Alltag zurechtfinden. Auch eine Berufsunfähigkeit oder gar Pflegebedürftigkeit soll mithilfe einer frühen Kinderrehabilitation vermieden werden.

Für Rehab-Aufenthalte bei Erwachsenen gelten in Österreich die beschriebenen klaren Regelungen. Gegenwärtig stehen hierzulande etwa 8.000 Betten zur Verfügung. Für Kinder sind jedoch zu wenige Reha-Betten vorhanden, außerdem gibt es nur wenige auf Kinder und Jugendliche spezialisierte Einrichtungen. Daher werden Kinder und Jugendliche meist in Erwachseneneinrichtungen betreut.

Rehabilitationsmöglichkeiten in Österreich

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates/Rheuma

Als rehabilitationsbedürftig gelten Betroffene, die z.B. an Wirbelsäulenerkrankung, Bandscheibenvorfall, degenerativen Erkrankungen von Schultern, Armen, Knien, an Operations- oder Unfallfolgen leiden. Ziel ist es, die Beweglichkeit wieder herzustellen und ein normales Alltagsleben zu ermöglichen.

Kurorte:  z.B. Baden, Bad Aussee, Bad Schallerbach, Bad Gastein, Bad Vigaun, Stolzalpe

  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems

Das Kurangebot richtet sich an Betroffene z.B. nach einem Herzinfarkt, nach Herzoperationen, bei Bluthochdruck oder Herzschwäche. Der Umgang mit der Erkrankung, das Erkennen von möglichen Risikofaktoren werden geschult, die körperliche Leistungsfähigkeit soll wieder hergestellt werden.

Kurorte: z.B. Althofen, Bad Hall, Bad Ischl, Großgerungs

  • Onkologische Rehabilitation

Sie steht Betroffenen offen, die an einer Krebserkrankung leiden bzw. sich im Zuge dieser einer Operation unterzogen haben oder möglicherweise bereits eine Nachbehandlung (Chemotherapie oder Strahlentherapie) hinter sich haben. Die Therapie umfasst, abgesehen von der medizinischen Betreuung auch psychische Aspekte. Dem Betroffenen soll es ermöglicht werden, ohne Angst oder depressive Verstimmungen mit der Erkrankung umzugehen und seine Lebensqualität zu verbessern.

Kurorte: z.B. Althofen, Bad Sauerbrunn, Bad Tatzmannsdorf, Judendorf-Straßengel, Warmbach Villach

  • Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems

Ein Rehaaufenthalt richtet sich an Menschen, die einen Schlaganfall, eine Gehirnblutung bzw. eine Hirnschädigung erlitten haben, sowie an MS-, Epilepsie- oder Parkinson-Patienten, aber auch nach Operationen im Falle einer neuro-orthopädischen Erkrankung, wie etwa einem Bandscheibenvorfall. Der Betroffene soll im Zuge der Behandlung seine Selbständigkeit wieder erlangen.

Kurorte: z.B. Bad Häring, Bad Hall, Bad Schallerbach, Großgmain, Bad Radkersburg, Altmünster

  • Rehabilitation bei psychiatrischen Erkrankungen

Das Angebot richtet sich an Patienten mit Angsterkrankungen, Depressionen, bipolaren Störungen, Burnout, Essstörungen oder mit psychosomatischen Erkrankungen. Ein Aufenthalt dauert in der Regel 6 Wochen und soll dem Betroffenen (neben medizinischer Betreuung) Strategien vermitteln, um sein Leben zu gestalten und um Veränderungsprozesse bewusst in Gang zu setzen.

Kurorte: z.B. Bad Hall, Ottenschlag, Rust, St. Radegund

  • Erkrankungen der Atmungsorgane

Hier werden Menschen mit Erkrankungen der Lungen- und Atmungsorgane entsprechend betreut, so etwa COPD-, Asthma- oder Lungentumorpatienten, mit chronischen oder nach akuten  Lungenerkrankungen oder nach Lungenoperationen. Dem Patienten soll es ermöglicht werden, nach dem Aufenthalt ein selbständiges Leben zu führen bzw. sich in Alltag und Beruf zu reintegrieren.

Kurorte: z.B: Grimmenstein, Bad Gleichberg, Tobelbad, Weyer

  • Stoffwechsel- und Verdauungserkrankungen

Diese Rehakliniken stehen Patienten mit chronisch entzündlichen Lebererkrankungen, Erkrankungen des Magen- Darm- und Verdauungssystems, Diabetikern und Rheumatikern zur Verfügung.

Kurorte: z.B. Aflenz, Alland, Bad Gleichenberg, Ottenschlag, Bad Schallerbach

  • Rehabaufenthalte nach Unfällen und neurochirurgischen Eingriffen

Das Angebot richtet sich an Patienten, die an Unfallfolgen leiden, wie z.B. nach Schädel-Hirntrauma, nach Verletzungen des Gehirns, für Betroffene, die sich einem neurochirurgischen Eingriff (z.B. nach Tumorerkrankungen, Gefäßmissbildungen im Gehirn) oder nach Schlaganfällen. Der Betroffene soll nach dem Aufenthalt in der Lage sein, sein Leben autonom zu führen, seine Mobilität soll bestmöglich wieder hergestellt werden.

Kurorte: z.B. Bad Häring, Bad Schallerbach, Bad Radkersburg, Baden, Moorbach Harbach, Warmbad Villach, Wien/Rosenhügel

Weiterführende Informationen

Quellen