Reduktion der chronischen Stressbelastung bei höherer Bildung

Eine gute Ausbildung hält die Sorgen fern

Berlin - Weniger gut Ausgebildete leiden einer Untersuchung im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge stärker unter chronischem Stress. Angestellte mit einfachen Tätigkeiten und geringem Handlungsspielraum hätten ein höheres Stressniveau als Hochqualifizierte, teilte die Kasse am Dienstag, 17.06.2014, in Berlin unter Berufung auf eine Auswertung der Belastung unter den 25- bis 40-Jährigen mit.

Bei Beamten im öffentlichen Dienst zeige sich das gleiche Muster. Unter größerem Druck stünden außerdem Studenten, vor allem weibliche.
Nach Angaben der Kasse erfolgte die repräsentative Untersuchung anhand einer wissenschaftlich anerkannten Punkteskala, die die Stressbelastung misst. An- oder ungelernte Arbeiter kamen demnach im Schnitt auf eine chronische Stressbelastung von 20,2 Punkte, Angestellte mit einfacher Tätigkeit auf 20,1 Punkte. Angestellte mit hochqualifizierter Tätigkeit oder Leitungsfunktion erreichten hingegen nur 17,7 Punkte.


Die durchschnittliche chronische Stressbelastung der Bevölkerung liegt bei 19,2 Punkten, bei Frauen ist sie mit 20,7 Punkten insgesamt deutlich höher als bei Männern (17,9 Punkte). Am höchsten ist der Wert den Angaben zufolge bei alleinerziehenden Müttern (24,6 Punkten), Studentinnen (23,2 Punkte) und nicht erwerbstätigen Frauen (23,1 Punkten).


Laut DAK wurde bei der Untersuchung abgefragt, wie oft negative Erfahrungen und Situationen auftreten. Die Skala reicht von 0 (gar kein Stress) bis 48 (maximaler Stress). Wer über alle Fragebereich hinweg im Schnitt "manchmal" angibt, erreicht einen Wert von 24 Punkten.
Als chronisch gestresst gilt, wer sich viele Sorgen macht, überlastet sowie überfordert ist und keine Anerkennung für seine Anstrengungen erhält. Das Konzept unterscheide sich damit von der im Alltag gebräuchlichen Definition von Stress als Zeitdruck oder "viel zu tun", betonte die DAK-Gesundheit.

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