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Nostalgie bringt Raucher ins Grübeln

Nostalgische Bilder wie dieses hier sollen künftig zum Rauch-Stopp motivieren. (Ali Hussain - Youtube.com)

Anti-Raucher-Kampagnen wollen meistens vor allem negative Emotionen wie Angst oder Schuldgefühle vermitteln. Einer aktuellen Studie zufolge sollte die Herangehensweise vielleicht überdacht werden.

Ende Februar ist meistens jene Zeit, in der auch die letzten verbliebenen Neujahrsvorsätze dahin krepieren. Wir machen wohl doch nicht täglich Sport, haben noch immer kein Buch gelesen und das mit dem Abnehmen ist sowieso viel zu anstrengend. Auch die Hoffnung, das Rauchen endlich aufgeben zu können, verfliegt regelmäßig um diese Jahreszeit. Wer doch noch einen Versuch starten möchte, für den kommt ein überraschendes Studienergebnis womöglich genau richtig.

Angst als Klassiker

An einer Universität im US-amerikanischen Michigan wollen Forscher nämlich herausgefunden haben, dass nostalgische Gefühle Raucher zum Umdenken veranlassen. Diese Erkenntnis steht in einem starken Kontrast zu klassischen Kampagnen, die vor allem auf negative Emotionen setzen. Mit Erklärungen über die möglichen Folgeerscheinungen des Tabakkonsums soll den Rauchern Angst gemacht werden. Außerdem werden Schuldgefühle vermittelt, da man mit seiner Sucht schließlich vieles kaputt machen könnte.

Der Trick mit der Wehmut

Bei ihrer Studie zeigten Wissenschafter einem Teil der Studienteilnehmer einen solchen klassischen Anti-Raucher-Werbefilm, während die andere Gruppe mit einem alternativen Spot konfrontiert wurde. Dieser richtet sich eben an die Nostalgie der Raucher, indem er Kindheitsbilder mit wehmütigen Texten untermalt. Erst am Ende des Videos spricht der Erzähler von dem Moment, als er seine erste Zigarette angeboten bekam.

Wut statt Umdenken?

Während der klassische Spot seine Zuseher relativ kalt ließ, löste der Nostalgie-Clip wesentlich stärkere Gefühle aus. Die Raucher zeigten danach eine negativere Haltung gegenüber Zigaretten und waren wesentlich motivierter, endlich ihre Sucht abzulegen. Dieses Ergebnis steht durchaus in Einklang mit bisherigen Untersuchungen, die den besonders aggressiven Anti-Raucher-Spots eine klare Absage erteilten. Anstelle eines Umdenkens lösen diese bei vielen Tabakkonsumenten nämlich einfach nur Wut aus.

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