Rauchen: Erster "dampfender" TV-Spot seit 50 Jahren

Rauchen: Erster "dampfender" TV-Spot seit 50 Jahren
Elektronische Zigaretten gibt es mit nikotinhaltiger oder nikotinfreier Füllung. (Gianluca Rasile - Fotolia.com)
50 Jahre nach dem Werbe-Verbot für Zigaretten wird in Großbritannien jetzt ein Spot für E-Zigaretten gezeigt. Die eindeutige Botschaft: "Dampfen" ist sexy.

Eine Frau im luftigen Abendkleid geht langsam auf die Kamera zu. Im Hintergrund läuft das Geräusch von lauter werdendem Herzklopfen. Sie beschreibt, was sie mit ihrer E-Zigarette machen möchte: Sie berühren, fühlen, erleben, schmecken und ihren Mund darum schließen. E-Zigaretten werden somit als begehrenswertes Gut dargestellt, deren Benutzung Glamour und Aufregung verspricht. Dass alle nikotinhaltige Produkte, ob Zigarette oder E-Zigarette Gesundheitsrisiken mit sich bringen, geht in dieser Botschaft unter. Da durch das Fehlen von Tabak von einer geminderten Gefahr ausgegangen wird, hat die britische Regierung die Ausstrahlung zugelassen.

Video - "Dampfen" ist sexy

E-Zigaretten zunehmend populär

Ursprünglich wurde das Konzept der elektronischen Zigarette, die mit Wasserdampf funktioniert, schon 1963 patentiert. Die heute vertriebenen Modelle wurden 2004 in China auf den Markt gebracht und sind mittlerweile weltweit erhältlich. Im Gegensatz zu Zigaretten findet beim Verdampfen kein Verbrennungsprozess statt. Die nikotinhaltige oder nikotinfreie Füllung gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Da die E-Zigarette ohne gesundheitsschädlichen Tabak auskommt, sehen Befürworter in ihr eine gesundheitsneutrale Alternative zu Zigarettenkonsum, die bei dem Rauch-Stopp helfen kann. Denn die Nikotin-Sucht kann befriedigt werden, ohne andere schädliche Stoffe aufzunehmen, die in Zigaretten vorkommen. Auch Passivrauch ist bei E-Zigaretten, v.a. bei solchen ohne Nikotin, nicht vorhanden, wodurch "Dampfen" in rauchfreien Zonen in der Regel erlaubt ist.

Gesundheitliche Auswirkungen von E-Zigaretten noch unklar

E-Zigaretten sind erst seit 10 Jahren am Markt. Viele Menschen konsumieren neben dem "Dampfen" auch weiterhin reguläre Zigaretten. Deshalb sind Untersuchungen zu den gesundheitlichen Auswirkungen von E-Zigarettenrauch bisher nicht vollständig aussagekräftig. Ihre Bewerbung und ihr uneingeschränkter Vertrieb sind bislang umstritten. Der Deutsche Ärztetag etwa sprach sich gegen einen Verkauf von E-Zigaretten an Minderjährige aus.

Werbung auch in Österreich denkbar?

In der Britischen TV-Werbung wird eine Frau gezeigt, die genussvoll den Dampf einer nikotinhaltigen E-Zigarette inhaliert. Trotz Warnhinweis für Minderjährige und Schwangere wird der Spot nur zu Zeiten und in Begleitung von TV-Programmen ausgestrahlt, die sich an eine ältere Bevölkerungsgruppe richten. Die indirekte Botschaft ist aber klar: E-Dampfen wird fälschlicherweise als sexy dargestellt, wie das auch vor 1965 bei richtigen Zigaretten der Fall war.

In Österreich sind E-Zigaretten nur in einer nikotinfreien Version erhältlich; viele Menschen beziehen aber eine Befüllung mit Nikotin aus dem Internet oder dem Ausland. Ab April nächsten Jahres sollen selbst nikotinfreie E-Zigaretten in Österreich nur in Trafiken zum Verkauf stehen. Eine Werbekampagne für E-Zigaretten, ähnlich des Britischen TV-Spots, ist also hierzulande äußerst unwahrscheinlich.

Quellen