Rauchen begünstigt Arthritis

Wie viele Zigaretten führen zu Arthritis?: Hand hält Zigarette und liegt in Ketten.
Rauchen wirkt sich negativ auf die Gelenke aus, Arthritis betrifft Raucher häufiger als Nichtraucher. ( Николай Григорьев - Fotolia.com)
Schon wenige Zigaretten pro Tag können das Arthritis-Risiko erhöhen und eine bereits bestehende Krankheit verschlimmern. Laut einer Studie senkt sich nach dem Rauch-Stopp das künftige Erkrankungsrisiko zwar wieder, jedoch nur langsam.

Rheumatische Arthritis ist eine chronische Entzündung der Gelenke, die besonders häufig Hände und Füße betrifft. Sie geht mit starken Schmerzen einher und die erkrankten Körperstellen können sogar ganz versteifen. Frauen zwischen 30 und 50 bekommen besonders häufig die Diagnose. Eine Studie des Karolinska Instituts in Stockholm errechnete nun die statistischen Zusammenhänge zwischen Rauchen und dem Auftreten einer Arthritis, aber auch der Schwere des Krankheitsverlaufs. Schon 1 bis 7 Zigaretten pro Tag haben einen negativen Einfluss auf beide Faktoren.

Risiko steigt mit jeder Zigarette

Für die Studie wurden Daten von 24.101 Frauen im Alter zwischen 54 und 89 Jahren ausgewertet. Über einen Zeitraum von 7 Jahren maßen Wissenschafter immer wieder ihre Lebensgewohnheiten und ihren Gesundheitszustand.

Dabei ließ sich folgender Zusammenhang zwischen Rauchen und dem Arthritis-Risiko feststellen:

  • 1 bis 7 Zigaretten pro Tag: ein um 130 % erhöhtes Erkrankungsrisiko im Vergleich zu Nichtraucherinnen
  • Risiko pro Zigarette erhöht: Das Risiko zu erkranken steigt kontinuierlich mit jeder Zigarette, die täglich geraucht wird.
  • Rauchdauer: Wie viele Jahre die Frauen bereits rauchten, wirkte sich ebenfalls auf das Risiko und den Krankheitsverkauf aus.

Der Grund für den Zusammenhang zwischen Rauchen und liegt auf Molekül-Ebene. Bei rheumatischer Arthritis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass sich das Abwehrsystem gegen körpereigene Zellen richtet. Gewisse Eiweiße in den Gelenken werden angegriffen. Zigarettenrauch scheint diese Reaktion zu verstärken.

Mehr Zigaretten bedeuten stärkere Schmerzen

Die Rauch-Intensität wirkt sich jedoch nicht nur auf das Risiko einer Ersterkrankung aus. Auch auf die Heftigkeit der Erkrankung und die benötigten Medikamente zur Symptomkontrolle nimmt das Rauchverhalten Einfluss:

  • Stärkere Arthritis: Raucherinnen mit rheumatischer Arthritis hatten stärkere Beschweren und einen heftigeren Krankheitsverlauf.
  • Benötigte Medikamente: Raucherinnen, die an Arthritis erkrankt waren, benötigten mehr Medikamente zur Behandlung.

Risiko selbst nach Rauch-Stopp erhöht

Wer derzeit raucht, kann durch einen Rauch-Stopp sein Risiko an rheumatischer Arthritis zu erkranken, reduzieren. Jedoch kann auch ein gänzlicher Rauchverzicht das einmal erhöhte Risiko nicht ganz ausschalten. Entscheidend dafür ist vor allem, wie lange das Rauchen bereits zurück liegt, und über wie viele Jahre hinweg geraucht wurde. Eine Person, der seit 15 Jahren nicht mehr raucht, hat ein um 30 % niedrigeres Erkrankungs-Risiko gegenüber jemandem, der erst seit einem Jahr rauchfrei lebt.

Quellen

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