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Was passiert beim Schuppenflechte-Register?

Was passiert beim Schuppenflechte-Register?
Durch das Register können Schuppenflechte-Betroffene zur Verbesserung ihrer Therapie beitragen. (Farina3000 - Fotolia.com)

Durch eine Sammlung und Auswertung von Daten in einem Online-Register soll Menschen mit Schuppenflechte besser geholfen werden. Die europaweite Initiative gibt Aufschluss, welche Behandlungswege besonders gut Linderung bringen können.

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronische, nicht ansteckende Erkrankung der Haut. Sie kann viele verschiedene Ausprägungen annehmen und auch zu einer Entzündung der Gelenke führen (Psoriasis Arthritis). In Österreich sind zwischen 80.000 und 250.000 Menschen davon betroffen. Obwohl es effektive Therapiemöglichkeiten gibt, greifen je nach Betroffenem manche Therapien deutlich besser als andere. Mit dem Projekt "Psoriasis Registry Austria", das 2010 ins Leben gerufen wurde, soll der Weg zur richtigen Behandlungsmethode verkürzt werden, um Betroffenen ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

Nebenwirkungen besser erkennen

Je nach Stärke der Psoriasis und möglichen Begleiterkrankungen kann der behandelnde Arzt unter verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten wählen. Zu Verfügung stehen bisher:

  • Lokal angewandte Hautpräparate
  • Phototherapie mit UV-Strahlen
  • Systemische Therapie mit einer Mischung mehrerer Medikamente
  • Biologika

Vergleichsweise neu ist der Einsatz von Biologika. Dabei wird ein Wirkstoff nur alle 8 - 12 Wochen unter die Haut gespritzt. Obwohl Biologika durch klinische Studien zugelassen wurde, fehlen derzeit noch Daten zur Langzeit-Anwendung. Mit Hilfe des Psoriasis Registers können Schuppenflechte-Betroffene nun zu der Erstellung dieser Werte beitragen. So können mögliche Nebenwirkungen oder ein eventuelles Nachlassen der Wirkung nach einem langen Behandlungszeitraum erfasst werden. Das trägt langfristig zu einer besseren medikamentösen Versorgung der Psoriasis Betroffenen bei.

Anonymität gewährleistet

Betroffene, die die Diagnose "Psoriasis" erhalten haben, können ihren Arzt aktiv auf die Teilnahme am Psoriasis-Register-Projekt ansprechen. Der Arzt trägt dann die Patientendaten in anonymisierter Form in die Datenbank ein, was nur wenige Minuten in Anspruch nimmt.

Zukunftsperspektive personalisierte Medizin

Bisher nimmt der Weg bis zur richtigen Behandlungsmethode manchmal mehrere Jahre in Anspruch. Bei 20 - 30 % der Patienten wirkt die eingangs gewählte Therapie nicht ausreichend, was eine Therapieumstellung erfordert. Die Medizinische Universität Graz betreut in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie die Datenbank. Mit Hilfe der gewonnenen Daten soll festgestellt werden, warum manche Therapien bei bestimmten Patientengruppen besser oder schlechter anschlagen. Langfristig soll so schnell ein personalisierter Therapieplan erstellt werden können, der auf die Bedürfnisse der einzelnen Psoriasis-Betroffenen optimal abgestimmt ist.

Quellen

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