Prostatakarzinome können mit Immunterapie behandelt werden

"Melanom-Medikament" bei Prostatakarzinomen

Der bisher vor allem in der Behandlung fortgeschrittener Melanomerkrankungen eingesetzte monoklonale Antikörper Ipilipumab könnte auch bei Prostatakarzinomen wirken.

Eine internationale, unter Beteiligung der MedUni Wien durchgeführte Studie, hat vor kurzem Hinweise darauf ergeben, teilte die MedUni Wien in einer Aussendung mit. Es handelt sich um eine Art "Immuntherapie", weil der monoklonale Antikörper Mechanismen blockiert, welche im Rahmen der Tumorerkrankung die körpereigenen Abwehrkräfte herabsetzen und so das Tumorwachstum beschleunigen. Laut der Studie, die Mitte Mai in "The Lancet Oncology" veröffentlicht worden ist, zeigte das Medikament auch in der Behandlung von gegenüber herkömmlichen Hormontherapien und Chemotherapien unempfindlichen Patienten eine positive Wirkung.
Michael Krainer, Leiter der Arbeitsgruppe Urologische Tumore an der Klinischen Abteilung für Onkologie (Universitätsklinik für Innere Medizin I) der MedUni Wien im AKH, die im Rahmen der internationalen Studie für Deutschland und Österreich zuständig war, erklärte dazu: "Für uns ist es nahezu ein Wunder, dass die Immuntherapie auch in einem so späten Stadium der Erkrankung eine so deutliche Wirkung zeigt. Die Ergebnisse unserer Studie sind als weiterer großer Erfolg für die Immuntherapie von Karzinomen zu sehen."

Anwendungsgebiete sollen definiert werden

Wegen der potenziellen Nebenwirkungen eignet sich der monoklonale Antikörper allerdings nicht für Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung und schlechtem Allgemeinzustand. Die Anwendungsmöglichkeiten sollen jetzt in einer weiteren Studie genauer eingegrenzt werden. Dass Arzneimittel aus der Reihe der zielgerichteten Therapeutika wie Ipilipumab nicht nur gegen eine Krebserkrankung wirken, ist ein Charakteristikum dieser Medikamente. Sie treffen bösartige Zellen zwar sehr spezifisch, doch diese Ziele können Charakteristika von bösartigen Erkrankungen verschiedener Organe charakterisieren.


Prostata-Krebs ist weltweit die dritthäufigste Krebsart und unter Männern weltweit die sechsthäufigste Todesursache infolge von Krebs. Pro Jahr werden in der Europäischen Union rund 300.000 dieser Diagnosen gestellt, rund zwei Millionen Männer leben in der EU mit dieser Erkrankung. 

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