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Pollensaison 2016

Wenn es in wenigen Tagen oder Wochen plötzlich warm wird, steigt auch die Pollenbelastung, zunächst von der Birke, sprunghaft an. (drubig-photo - Fotolia.com; IGAV)

Kalt, warm  - die heftig schwankenden Temperaturen der letzten Wochen haben auch Auswirkungen auf die Blühfreudigkeit der Bäume und Sträucher.

Abhängig vom Wetter der nächsten Woche müssen Allergiker ab April mit ersten Belastungen von Birken- bzw. Esche-Pollen rechnen. Wie Allergiker darauf reagieren, hängt allerdings davon ab, wie die Saison beginnt und verläuft.

Stärkere Pollen-Belastungen erwartet

"Wird es kontinuierlich wärmer, startet die Saison zwar früh, dafür aber gemäßigt", erklärt Mag. Dr. Katharina Bastl vom Österreichischen Pollenwarndienst der MedUni Wien. "Erleben wir weiterhin starke Temperaturschwankungen, beginnt der Pollenflug sehr plötzlich, die Belastungen werden bedeutend stärker erlebt als bei einem langsam ansteigenden Pollenflug", informiert Katharina Bastl.

Pollenbelastung - was kommt 2016?

Folgende Pollenbelastungen werden in den folgenden Monaten erwartet:

  • Esche: Mitte März bis Mai, weniger intensiv
  • Birke: Ende März bis Anfang Mai, intensivere Blüte
  • Gräser: Ende April bis August, weniger intensiv
  • Beifuß: Juli bis September
  • Ragweed: Ende Juli bis Anfang Oktober

Pollen_Belastungswellen

Selbsttest und Pollen-App

Der Österreichische Pollenwarndienst bietet auf seiner homepage eine kostenlose Pollen-App, die u.a. über die Pollenbelastung im Wohngebiet informiert sowie einen Selbsttest. Dieser Selbsttest, ob man selbst allergiegefährdet ist, sollten vor allem jene machen, "die jedes Jahr zur selben Zeit länger als eine Woche unter Beschwerden wie juckende Augen, eine rinnende oder verstopfte Nase bzw. Niesattacken leiden", rät Uwe E. Berger, MBA, Leiter des Österreichischen Pollenwarndienstes.

Viele Betroffene warten viel zu lange - im Schnitt acht bis neun Jahre - bis sie einen Allergologen aufsuchen, der die Allergie feststellt. Eine unbehandelte Atemwegsallergie kann zu Asthma führen. Uwe E. Berger: "Um Allergikern die Entscheidung für einen Arztbesuch zu erleichtern, haben wir einen klinisch geprüften Selbsttest in unsere App und die Webseite integriert." Der Fragebogen zeigt sehr zuverlässig die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer allergischen Atemwegserkrankung auf und ist einfach durchführbar. Außerdem steht eine praktische Facharztsuche zur Verfügung.

3 Säulen der Therapie

 Die Behandlung einer Atemwegsallergie umfasst im Wesentlichen drei Säulen:

  • Allergie-Auslösern aus dem Weg gehen,
  • Symptome mit antiallergischen Medikamenten lindern und
  • die Spezifische Immuntherapie (SIT).

Je früher dies alles passiert, desto besser ist die Allergie behandelbar.

Die Basis der Therapie bildet die Allergenvermeidung. "Durch umfassende und konsequente Maßnahmen wie z.B. Pollenfilter können Betroffene die Belastung deutlich spürbar und nachhaltig eindämmen", fast Univ.- Prof. Dr. Reinhart Jarisch, stv. Leiter des Floridsdorfer Allergiezentrums (FAZ) zusammen. In der symptomatischen Therapie stehen die bewährten Wirkstoffe Antihistaminika und Kortison zur Verfügung. Der Allergologe Reinhart Jarisch: "Da Pollen vielfach in der Nase hängen bleiben, sind die Beschwerden häufig an diesem Organ spürbar. Allergiker greifen deshalb neben Antihistaminika in Tablettenform vorwiegend zu Nasensprays." Beide Wirkstoffe sind auch in einem Kombinationspräparat erhältlich.

Die dritte therapeutische Säule ist die Spezifische Immuntherapie (SIT). Dabei wird das krankmachende Allergen über einen Zeitraum von etwa drei Jahren in Form von Spritzen, Tropfen oder Tabletten zugeführt. "Die Dosis wird langsam gesteigert, wodurch ein Gewöhnungseffekt entsteht. Das Immunsystem lernt, die Allergie-Auslöser wieder zu tolerieren", erklärt Professor Jarisch. Bei Erwachsenen konnte klar nachgewiesen werden, dass eine SIT Asthma verhindern kann. Eine neue Studie mit über 800 Kindern belegt nun erstmals eine vorbeugende Wirkung auch bei kindlichem Asthma.

Weiterführende Informationen

Quellen

  • Pressegespräch IGAV, Pollenwarndienst, Med Uni Wien: "Start in die Pollensaison 2016", in Wien am 10.03.2016

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