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PMDS: Wenn PMS das Leben beeinträchtigt

PMDS: Wenn PMS das Leben beeinträchtigt
Als PMDS ist ein chronisch verstärktes Auftreten des prämenstruellen Syndroms bekannt. (LoloStock - Fotolia.com)

Stimmungsschwankungen vor der Periode sind den meisten Frauen als PMS bestens bekannt. Wesentlich seltener ist die als PMDS bezeichnete, extreme Ausprägung davon.

Erhöhte Reizbarkeit, Anspannung und Stimmungsschwankungen, aber auch körperliche Symptome wie Kopfschmerzen: Davon sind in etwa 3 Viertel der Frauen regelmäßig vor dem Eintreten ihrer Periode betroffen. Die Problematik ist als prämenstruelles Syndrom oder PMS bestens bekannt, die meisten schaffen es, sich gut darauf einzustellen. Bei manchen Betroffenen aber sind die Symptome wesentlich stärker ausgeprägt.

Extreme Stimmungsschwankungen

Als prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) wird in der Medizin eine besonders starke Ausprägung des PMS bezeichnet. Bei Betroffenen werden die Stimmungsschwankungen in der zweiten Zyklushälfte derart stark, dass sie Partner anschreien und im Extremfall sogar ihre Kinder schlagen. Die Patientinnen fühlen sich nach eigenen Angaben als hätten sie eine zweite Persönlichkeit, die in den Wochen vor der Periode die Kontrolle über sie einnimmt.

Hormone sind schuldlos

Schuld an der Störung sowie dem PMS im Allgemeinen sind übrigens nicht, wie hinlänglich angenommen, die Hormone. Denn Studien konnten belegen, dass die Hormonschwankungen von besonders stark betroffenen Frauen gleich sind wie bei jenen, die die Symptome kaum bis gar nicht erleben. Stattdessen dürften die unterschiedlichen Ausprägungen darauf zurückzuführen sein, wie das Gehirn auf diese Schwankungen reagiert. Wie genau PMS entsteht ist in der Medizin aber weiterhin ungeklärt.

Seltene Diagnose

Da die Symptomatik extrem schwer zu kontrollieren ist, kommt es in vielen Fällen auch zu privaten Problemen wie z.B. Beziehungskrisen. Dennoch wird die Diagnose weiterhin recht selten gestellt, da PMDS in der Medizin noch nicht allzu lang bekannt ist. Manche Ärzte, aber auch Betroffene selbst bzw. deren Umfeld neigen dazu, die Probleme zu verharmlosen.

Pille als Behandlung

Um die chronische Störung zu diagnostizieren wird ein Zyklustagebuch angeordnet, das die Frauen zumindest zwei Monate führen sollten. Anhand des Zeitpunkts an dem die Symptome auftreten, können andere psychische Erkrankungen ausgeschlossen werden. Die Behandlung von PMDS gestaltet sich allerdings relativ schwierig. Aktuell wird am häufigsten ein ununterbrochenes Einnehmen der Pille über mehrere Monate hinweg angeordnet, wodurch die Periode hinausgezögert werden kann.

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