PK: Gesundheit im Alltag ermöglichen

Gesundheit erhalten statt Krankheit behandeln: Das Verhalten im Alltag hat großen Einfluss auf die Gesundheit des Einzelnen. Gesundheitsförderndes Verhalten jedoch bedingt Gesundheitskompetenz – und diese zu fördern liegt im Interesse der Gesellschaft und

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v.l.:  Charlotte Sengthaler, LR Univ.-Prof. DI Dr. Bernhard Tilg, Mag. Ingrid Heinz, Univ.-Prof. Dr. Dieter zur Nedden, Aniketa Seelos-Prock, Vizebürgermeister Christoph Kaufmann (Bild: MINI MED/Tadros)

Unsere Lebenserwartung steigt, wir werden immer älter. Aber heißt das auch, dass wir gesünder alt werden? – Zahlen von Statistik Austria zeigen, dass die Lebenserwartung in den letzten zehn Jahren bei Männern um 2,4 Jahre und bei Frauen um 1,8 Jahre gestiegen ist. Gleichzeitig ist  allerdings auch die Anzahl jener Jahre gestiegen, die wir durchschnittlich mit einem oder mehreren Gesundheitsproblemen leben: Männer werden heute durchschnittlich 78,3 Jahre alt, von denen sie 20,8 mit einer chronischen Krankheit oder einem chronischen gesundheitlichen Problem verbringen. Frauen haben zwar mit 83,3 Jahren noch immer eine höhere Lebenserwartung –mit durchschnittlich 24,3 Jahren verbringen aber auch sie einen beträchtlichen Teil ihrer Lebenszeit mit chronischer Krankheit.

Rund 80 % der chronischen Erkrankungen ließen sich mit gesundheitsförderndem Lebensstil verhindern: Rauchen, Drogen und zu viel Alkohol vermeiden, ausreichend Bewegung (ca. 30 Minuten Dauerbewegung täglich), gesunde Ernährung (z. B. Mediterrane Diät), gute Beziehungen und Freundschaften pflegen und ausreichend schlafen… Das sind die Zutaten für ein gesundes, langes Leben. Sie verdeutlichen, wie wichtig es ist, sich jeden Tag um seine Gesundheit zu kümmern und Gesundheit im Alltag zu leben. Information ist die Basis dafür – das steckt im Begriff der Health Literacy. Health Literacy, in Österreich als „Gesundheitskompetenz“ bezeichnet, beschreibt die Fähigkeit von Menschen, Entscheidungen im Alltag zu treffen, die der Gesundheit förderlich sind bzw. zu mehr Gesundheit beitragen.

Immer mehr Akteure engagieren sich für Gesundheitsförderung im Alltag

„Gesund bleiben von Jung bis Alt ist ein wichtiges Motto, dem sich die TirolerInnen und die Tiroler Gesundheitspolitik verschrieben haben“, erklärt Gesundheitslandesrat Univ.-Prof. DI Dr. Bernhard Tilg. „Die TirolerInnen zählen in Österreich zu den Gesündesten mit einer der höchsten Lebenserwartung. Die Themen Bewegung, Sport und gesunde Ernährung sind bei den TirolerInnen zunehmend präsenter. Trotzdem gilt es die verschiedenen Herausforderungen im Bereich Gesundheit gut zu meistern. Sei es durch Informationskampagnen wie das sehr erfolgreiche MINI MED Studium, durch die Inanspruchnahme von Vorsorge- und Gesundheitsförderungsprogrammen oder durch einen gesunden Lebensstil.“, so Tilg weiter.

Das MINI MED Studium, ein Tiroler Pionierprojekt, hat sich inzwischen zur erfolgreichsten Österreichischen Gesundheitsveranstaltungsreihe entwickelt: Vor 14 Jahren in Innsbruck von Univ. Prof. Dr. Georg Bartsch gegründet, gibt es die Gesundheitsveranstaltungsreihe inzwischen in allen Bundesländern. Über 420.000 Menschen haben sich seither bei mehr als 2.000 niederschwelligen, leicht verständlichen Gesundheitsvorträgen mit Diskussion Österreichs führender ÄrztInnen an insgesamt 27 Standorten in Österreich informiert.

„Es ist sehr wichtig sich zum Thema Gesundheit laufend weiterzubilden. Das MINI MED Studium ist eine wunderbare Gelegenheit um viel Neues und Interessantes zu diesem Thema zu erfahren. Ich hoffe dass wie jedes Jahr, wieder viele InnsbruckerInnen von dieser Möglichkeit regen Gebrauch machen.“, freut sich auch der Innsbrucker Vizebürgermeister Christoph Kaufmann.

Wissenschaftlich bestätigte Wirkung

„Eine Befragung, die wir gemeinsam mit der Medizinischen Universität Hannover bei MINI MED StudentInnen durchgeführt haben, zeigte bereits vor vier Jahren, dass 95% der BesucherInnen mit den beim MINI MED Studium gewonnenen Informationen zufrieden sind. Rund zwei Drittel konnte diese auch schon konkret im Alltag anwenden. Wir wissen auch, dass der Besuch von niederschwelligen Gesundheitsvorträgen nicht nur das Wissen über Gesundheit und Krankheit erhöht,“ erklärt MINI MED Geschäftsführerin Charlotte Sengthaler. „Die Vorträge befähigen auch dazu, in Zukunft besser für seine Gesundheit vorzusorgen und geben Anstoß, gesundheitsschädigendes Verhalten zu verändern. Immerhin geben 52 % aller MINI MED StudentInnen nach den Veranstaltungen an, ihren Lebensstil ändern zu wollen. Dass das nicht so einfach ist, weiß jeder, der es schon mal probiert hat. Trotzdem sollten MINI MED StudentInnen besser in der Lage sein, Informationen aufzufinden, zu verstehen und ihre Qualität zu bewerten – kurz: Sie haben eine bessere Gesundheitskompetenz,“ so Sengthaler weiter. Diesen Eindruck bestätigen die Zahlen einer kürzlich durchgeführten Online-Befragung von MINI MED StudentInnen: G98% von über 1.000 befragten MINI MED StudentInnen gaben dabei an, dank den Vorträgen besser und kompetenter mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin reden und diese/n besser verstehen zu können.

Zurzeit untersucht das MINI MED Studium in Kooperation mit dem Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Wien genauer, wie die Gesundheitskompetenz von MINI MED StudentInnen im Vergleich zum Durchschnitt der Österreichischen Gesamtbevölkerung steht. Mit einer EU-weiten Studie, die im Auftrag der EU von der Universität Maastricht durchgeführt wurde, hatte das Ludwig Boltzmann Institut Aufsehen erregt. Österreich landete im Ländervergleich mit sieben weiteren EU-Staaten auf dem unrühmlichen vorletzten Platz, was die Gesundheitskompetenz seiner Bevölkerung anbelangt. Erfreulicherweise glänzte die Tiroler Bevölkerung in dieser Umfrage mit den österreichweit besten Werten.

MINI MED Studium erweitert Serviceangebot mit Videos auf minimed.tv

Seit rund einem Jahren gibt es das MINI MED Studium auch für zu Hause. Über www.minimed.tv können Aufzeichnungen von Vorträgen und ExpertInneninterviews bequem übers Internet „on Demand“ angesehen werden. Zeitliche und räumliche Einschränkungen fallen weg – und die Gesundheitsinformationen stehen so noch mehr Menschen zur Verfügung. Bisher konnte www.minimed.tv knapp 20.000 BesucherInnen verzeichnen. „Wenn unser Besucher im Internet mit dieser Geschwindigkeit weiter wachsen, sind die Besucherzahlen von minimed.tv schon bald mit denen des klassischen MINI MED Studiums vergleichbar“, so Sengthaler: „Aus diesem Grund verstärken wir unser Engagement in der Videoproduktion: Alleine für das kommende Semester sind rund 50 neue Videos geplant!“

Der Ausbau geht auch bei den MINI MED Studiums-Veranstaltungen weiter. „Wir freuen uns, gerade in Tirol unser Angebot zu erweitern“, freut sich auch MINI MED Vereinspräsident Univ.-Prof. Dr. Dieter zur Nedden. In Zukunft wird es auch MINI MED Veranstaltungen in Hall geben zusätzlich zu den bestehenden Standorten in Innsbruck, Lienz, Breitenwang bei Reutte, Landeck und Schwaz. Neben einem bundesweiten Themenschwerpunkt in Kooperation mit dem Sozialministerium zum Thema „Gesund Altern“ kommt auch die alltägliche Gesundheit und ihre Zipperlein im MINI MED Frühlingssemester nicht zu kurz: Am 29. April etwa referiert TILAK-Betriebsarzt Dr. med. Olaf Riccabona über wirksame Tipps bei Alltagsbeschwerden – von Schnupfen, Blähungen über Kreuzweh bis hin zu Sodbrennen oder Aufstoßen.

Gesundheitskompetenz bereits in Jugendjahren

Neu sind MINI MED Studiums-Veranstaltungen für die Jugend (10 – 19 Jahre), die derzeit gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium und dem Projekt „Young Science“ an vier Tiroler und drei Wiener Schulen im Test laufen. Bisher zeigten sich 250 SchülerInnen in Tirol und fast 500 in ganz Österreich von den Gesundheits-Schwerpunktthemen „Gesunde Ernährung und Bewegung“ und „Psychosoziale Gesundheit am Beispiel Mobbing“ begeistert. Das Vortragsformat von MINI MED ÄrztInnen wurde speziell an die Bedürfnisse Jugendlicher angepasst, um SchülerInnen bereits in Jugendjahren beim Aufbau von Gesundheitskompetenz zu unterstützen.

MPREIS: Neue Patenschaft für MINI MED Studium

Das gemeinnützige Engagement für die Bevölkerung in Tirol ist möglich, weil sich inzwischen zahlreiche Menschen ehrenamtlich engagieren und die öffentliche Hand und ausgewählte Unternehmen die Veranstaltungsreihe unterstützen. Der Dank geht hier zuerst an die Tiroler ÄrztInnen, die der Bevölkerung ehrenamtlich zur Verfügung stehen. Aber auch an das Land Tirol und die Stadt Innsbruck, die das MINI MED Studium von Anfang an unterstützt haben, an die Tiroler Gebietskrankenkasse, die TILAK, Montes Mineralwasser sowie in diesem Semester neu an das Tiroler Unternehmen MPREIS.

MPREIS unterstützt als Pate einerseits die Unabhängigkeit des MINI MED Studiums, andererseits den Aufbau des Projektes MINI MED Studium Junior. Nachdem das Unternehmen bereits als Innovator in den Bereichen Bio und Fair-Trade sowie mit herausragender Architektur auffiel, nimmt MPREIS auch mit dem aktiven Engagement im Bereich Gesundheit eine Vorreiterrolle ein. „Als Pate von MINI MED freut sich MPREIS das Bewusstsein bei Erwachsenen und Jugendlichen für eine ausgewogene Ernährung sowie Lebensweise schärfen zu können. Erst durch das Wissen über die Vorgänge im Körper ist eine gesundheitliche Prävention möglich“, erklärt Mag. Ingrid Heinz, Unternehmenssprecherin von MPREIS.

Österreichweit wird das MINI MED Studium unterstützt durch das Bundesministerium für Gesundheit und Hyundai Austria. Ein Danke gebührt auch den ehrenamtlichen MINI MED StudentInnen und Studenten, die sich an den einzelnen Standorten im Empfangsteam engagieren und dazu beitragen, dass sich die BesucherInnen willkommen fühlen.