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Stimmt gar nicht: Pille nimmt keinen Einfluss auf die Lust

Einseitige Lustlosigkeit kann einer Beziehung ganz schön zusetzen. (Syda Productions - Fotolia.com)

Wenn bei Frauen in einer langfristigen Partnerschaft die Libido etwas zurückgeht, wird oft der Pille die Schuld gegeben. Diesen Mythos wollen Wissenschafter nun endgültig widerlegt haben.

In einer langfristigen Beziehung geht die Lust auf Sex nach einiger Zeit meistens etwas zurück. Sofern dies bei beiden Partnern gleichmäßig passiert, ist das normalerweise kein Problem. Ist diese Balance nicht vorhanden, kann das der Beziehung hingegen ganz schön zusetzen. Meistens, so sagt es das Klischee, geht die Lust vor allem bei Frauen stark zurück. Wenn das der Fall ist, wird gerne der Anti-Baby-Pille die Schuld gegeben.

Differenzierte Libido

An zwei US-amerikanischen Universitäten wurde dieses Thema nun im Rahmen einer Studie neu untersucht. Gearbeitet wurde mit Hilfe eines wissenschaftlichen Fragebogens zum Status der Libido, der auf den Namen Sexual Desire Inventory (SDI) hört. Dabei wird zwischen allgemeiner, selbst empfundener Lust und der konkreten Lust auf den Partner unterschieden. Das Resultat lässt sich relativ einfach zusammenfassen: Die Pille ist nicht schuld an der Liebesflaute.

Beziehungslänge wichtiger

Es konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen der gewählten Verhütungsmethode und der Libido erkannt werden. Bei Männern spielt dieser Faktor überhaupt keine Rolle, bei Frauen ist die Auswirkung äußerst gering. Die Anti-Baby-Pille ist demnach also nicht als Lustkiller zu verantworten. Eine wesentlich größere Rolle spielt hingegen die Länge einer Beziehung, nach einiger Zeit geht das Verlangen schlichtweg zurück.

Offene Kommunikation

In einer mehrjährigen Partnerschaft das Sexleben für beide Seiten zufriedenstellend zu gestalten kann eine durchaus heikle Aufgabe sein. Es gibt dutzende Wege, um mit Hausmitteln oder Medikamenten die Libido etwas aufzupeppen. Ob das langfristig der richtige Weg sein kann, ist allerdings mehr als fraglich. Wichtig ist es, mit dem Partner sehr offen über das Liebesleben zu sprechen und die Thematik nicht mit Stress in Verbindung bringen zu lassen.

Keine Verhütung, kein Verstand

Auf Pille, Kondom & Co. der Lust wegen zu verzichten, ist jedenfalls ein Unsinn gigantischen Ausmaßes. Denn so mutig, frech, ja vielleicht sogar euphorisch sich die Vorstellung von Sex ohne Verhütung in einem aufregenden Moment anhören mag, als so dämlich wird sie danach recht schnell entpuppt. Das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft oder einer sexuell übertragbaren Krankheit sollte auf keinen Fall eingegangen werden.

Warum (geschützter) Sex gesund ist

Personen, die bereits einmal einen Herzinfarkt hatten oder anderswie gefährdet sind, sollten ihr Liebesleben auf jeden Fall mit einem Arzt absprechen. Für alle anderen gilt aber, dass Sex das Risiko auf einen Herzinfarktrisiko sogar senkt. Das liegt am ausgeschütteten Stickstoffmonoxid, das für die Erektion verantwortlich ist, aber auch Herz-Kreislaufkrankheiten vorbeugt. (Kzenon - Fotolia.com)

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