6 Pflegetipps für Babys erste Zähne

Baby und Mama putzen die Zähne
Kinder ahmen ihre Eltern gerne nach. Trotzdem sollten Eltern bei Kindern bis zum 10. Lebensjahr beim Zähneputzen helfen. (JenkoAtaman - Fotolia.com)

Mundhygiene beginnt am besten schon vor den ersten Zähnen. Der erste Zahn ist dann aber ein großes Ereignis. Ab diesem Zeitpunkt beginnt auch die Zeit der regelmäßigen Zahnpflege.

Die ersten 20 Zähne heißen Milchzähne, weil sie dann beginnen durchzubrechen, wenn sich die Babys noch hauptsächlich von Muttermilch ernähren. Sie sind meist heller und weicher als die nachfolgenden bleibenden Zähne. Wann sie genau durchbrechen unterscheidet sich von Kind zu Kind. Bei manchen Babys lässt sich der erste Zahn schon im Alter von 4 Monaten blicken. Aber auch ein erster Zahn nach dem ersten Geburtsjahr ist nicht selten. In der Regel wird das Milchzahngebiss zwischen 2 und 3 Jahren komplett.

Überblick:

Pflegetipp 1: Mundhygiene beginnt vor dem ersten Zahn

Die Mundflora von Säuglingen ist noch sehr sensibel und gehört vor Bakterien geschützt. Außerdem tut es dem Baby gut, wenn man sich schon von Beginn an beim Reinigen auch den Lippen und dem Mundinneren widmet. Ganz nebenbei trainieren sie, dass Mundhygiene dazugehört. Die ideale Position für Mundpflege in den frühen Lebensmonaten funktioniert so: Das Kind auf den Wickeltisch oder das Bett legen und die Lippen ein bisschen öffnen. Mit einem sauberen Baumwolltuch den Mundraum leicht massieren. Plaque und Bakterien können so von Anfang an entfernt werden. Zeit ist dafür am besten abends nach dem Essen einplanen. Wenn Babys diese Art der Mundhygiene schon ganz früh kennengelernt haben, wird Zähneputzen ab dem ersten Zahn einfacher. 

Pflegetipp 2: Zahnpflege auch bei Milchzähnen wichtig

Ab dem ersten Zahn heißt es Zähneputzen. Denn die Milchzähne fallen zwar wieder aus, sind aber genau so anfällig für Karies wie die nachfolgenden bleibenden Zähne. Und sind die Zähne erst einmal von Karies befallen, wird dieser häufig an die bleibenden Zähne weitergegeben. Außerdem haben Milchzähne eine wichtige Funktion als Platzhalter im Gebiss. Im ersten Jahr können die Zähne mit eigenen Babyzahnbürsten und Zahnwaschlappen, die ab dem ersten Zahn geeignet sind, gepflegt werden. Für die Zahncremedosierung gilt: Bei Säuglingen nur eine hauchdünne Schicht auf das markierte Borstenfeld auftragen; bei Kleinkindern darf es dann ein erbsengroßes Kügelchen sein. Die morgendliche Putzrunde kann dabei mit einfachen Reimen oder einem phantasievollen Lied zu einem positiven Erlebnis werden.

Pflegetipp 3: Eltern sind Vorbilder

Kinder sollen mitbekommen, wie Mama und Papa regelmäßig ihre Zähne putzen, beim Essen auf Gesundes achten und (gerne!) zum Zahnarzt gehen. Wichtig ist, dass Eltern ihre eigenen Ängste und Gefühle im Vorfeld nicht auf das Kind übertragen. Je weniger Aufhebens Sie diesbezüglich machen, desto besser. Kinder ahmen gerne nach, was Erwachsene tun, also kann man ihnen die Lern-Zahnbürste ruhig mal allein in die Hand geben. Ein Elterntipp zum Mitputzen: Mutter, Vater oder andere Bezugspersonen sollten sich bei der Zahnpflege-Unterstützung abwechseln – dann werden kleine, individuelle Putzunterschiede ausgeglichen.

Pflegetipp 4: Geschmack kann man lernen

Nicht nur die tägliche Zahnpflege, sondern auch die Ernährung beeinflusst die Zahngesundheit maßgeblich. Ob aus Babys einmal erwachsene Naschkatzen oder Fans ausgewogener Ernährung werden, entscheidet sich bereits im ersten Lebensjahr. Wenn Eltern ihrem Kind ermöglichen, viele Geschmacksrichtungen zu erfahren, legen sie einen wichtigen Grundstein für die spätere Gesundheit. Vorlieben werden letztlich primär durch Lernen und Erfahrung geprägt. Der Hang zu Süßem ist evolutionsbedingt angeboren. Daher sollten Babys erst an andere Geschmacksrichtungen gewöhnt werden, ehe es Eis oder Bonbons gibt. Das gilt übrigens auch für Getränke. Am besten bei Kindern zu Wasser oder neutralen Kräutertees greifen.

Pflegetipp 5: Ab dem ersten Zahn zum Zahnarzt

Sobald die Milchzähne durchblitzen, sollte der Zahnarzt 2x im Jahr einen Blick darauf werfen, um Karies und Zahnschäden vorzubeugen. Am besten ist es, wenn das Kind unvoreingenommen zum Zahnarzt kommt und die Eltern dem Kind nur erzählen, dass sie heute mit ihm zum Kinderzahnarzt gehen. FachärztInnen prüfen nicht nur die ordnungsgemäße Entwicklung von Gebiss und Kiefer, sie kontrollieren auf Karies und schützen anfällige Milchzähne mit Fluoridlack. Sie beraten Eltern zu Baby-Mundpflege, zahngesunder Ernährung und erfolgreicher Vorbeugung. Nach Rücksprache mit dem Zahnarzt beim ersten Besuch können entweder Fluoridtabletten oder fluoridhaltige Kleinkinderzahnpasta verwendet werden. 

Pflegetipp 6: Zur Kariesvorbeugung hilft Flourid

Wenn das Kind ein halbes Jahr alt ist, kann man mit der Verwendung einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta (500 ppm) oder der täglichen Einnahme einer Fluoridtablette beginnen. Fluorid härtet den Zahnschmelz, das ist wichtig, damit die Zähne nicht so leicht von Zahnschäden, wie Karies, befallen werden. Daher können Eltern bedenkenlos zu Kinderzahnpasten mit Fluoridgehalt greifen. Ihr Zahnarzt hilft bei Fragen zu Fluorid natürlilch weiter. In anderen Ländern nimmt man durch die normale Ernährung mehr Fluorid zu sich, als es in Österreich der Fall ist. Deshalb muss dieses natürliche Spurenelement in kleinen Mengen zugeführt werden.

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