Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel halten gesund

Forschungsergebnisse bestätigen Wirkung

Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel können nachweislich gesund halten, erklärte Chlodwig Franz von der Veterinärmedizinischen Universität Wien am Dienstag am Rande einer Konferenz in Wien. Bei der Tagung zum Abschluss eines EU-Projekts werden Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität sowie mögliche Risiken solcher Tabletten, Tropfen, Tees, Salben und Pillen diskutiert.

Die Konferenz ist der Abschluss des EU-Projekts "PlantLibra", an dem 25 Forschungsinstitutionen aus Europa, Südamerika, Südafrika und China beteiligt waren - unter anderem die Vetmeduni in Wien. Dabei habe man etwa Modelle entwickelt, um die gesundheitsbezogenen Versprechungen bei pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln zu überprüfen, sagte Franz. Mit systembiologischen Ansätzen sei man nun in der Lage, die Wirkungen von komplexen Pflanzenmischungen im nicht weniger komplexen menschlichen Körper zu untersuchen.

Biomarker und pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel

Anhand sogenannter Biomarker könnte man beobachten, ob sich der Körper noch in einem gesunden Stadium befindet oder in einem gewissen Bereich schon in Richtung Krankheit tendiert. "Wenn man die Biomarker so beeinflussen kann, dass sie trotz Alterns im Gesundheitsbereich bleiben, ist das ein großer Schritt zur Erhaltung der Gesundheit", erklärte Franz. In einigen Fällen habe man "ganz klar und konkret gezeigt", dass man die pflanzlichen Ergänzungsmittel gezielt einsetzen könne, um die Biomarker auf dem Niveau zu halten, das für den gesunden Körper gilt.

Außerdem wurde die Qualität verschiedener pflanzlicher Nahrungsergänzungsmittel untersucht. Innerhalb von Europa seien die Standards hoch, außerhalb nicht ganz so prächtig, so Franz. Auch mögliche Risiken bei solchen Mitteln wurden untersucht. "Es hat sich herausgestellt, dass die allermeisten pflanzlichen Extrakte von Haus aus keine risikoreichen Substanzen enthalten", sagte der Forscher. Allenfalls seien Verunreinigungen problematisch.

Untersuchung der Inhaltsstoffe

Die beteiligten Wiener Forscher entwickelten etwa Methoden, mit denen man prüfen kann, von welchen Pflanzen die verschiedene Inhaltsstoffe solcher Nahrungsmittelzusätze kommen. Dies geschieht zum Beispiel mittels DNA-Analyse. Sie untersuchten Produkte, in denen nach Angaben der Hersteller die Extrakte von Passionsblumen, Teufelskrallen, Melissen, Kamillen, Baldrian, Ringelblumen oder Spitzwegerich enthalten sind. "Alle Produkte aus Europa, die wir untersuchten, enthielten tatsächlich was sie versprachen", erklärte Silvia Sponza vom Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe in einer Aussendung der Vetmeduni.

Ein anderes, internationales Team befragte über 2.000 Konsumenten in sechs europäischen Ländern, wieso sie zu pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Wenig überraschend kam dabei heraus, dass ältere Menschen damit ihre Verdauung und die Gelenke in Schuss halten wollen und sich einen besseren Schlaf erwarten, während die jüngeren (unter 65) solche Kapseln, Tropfen und Pillen zum Gewichthalten, für die Schönheit von Haut und Haar sowie mehr Energie schlucken.

Laut EU-Gesetzen sind pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel Lebensmittel und keine Arzneien. Damit sind sie weniger stark reguliert, die Produzenten dürfen sie aber nicht mit dem Versprechen verkaufen, dass sie Krankheiten heilen oder verhindern können, wohl aber, dass sie das Krankheitsrisiko senken.

 

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