Parodontitis bei Römern seltener als heute

Parodontitis bei Römern seltener als heute: Frau zeigt lächelnd auf ihre Zähne
15 - 30 % aller Briten haben Parodontitis. (Syda Productions - Fotolia.com)
Trotz moderner Zahnmedizin und regelmäßigem Zähneputzen ist die Zahngesundheit heute teilweise schlechter als zu Zeiten der Römer, so eine neue Studie.

Ein britisches Forscherteam untersuchte insgesamt 303 Schädel auf deren Zahngesundheit. Diese stammen aus dem Zeitraum von 200 - 400 nach Christus. Dabei stellten sie fest, dass nur 5 % Anzeichen einer Parodontitis aufwiesen. Parodontitis ist eine bakteriell bedingte Entzündung, die den Zahnhalteapparat angreift. Dadurch kann es zu Zahnverlust kommen. In Großbritannien, wo die Schädel gefunden wurden, haben heutzutage 15 - 30 % aller Erwachsenen Parodontitis. Das bedeutet, dass trotz moderner Gesundheitstechnologien die Zahngesundheit der Bevölkerung schlechter geworden ist.

Menschen hatten immer schon Zahnerkrankungen

Für Francis Hughes des Kings College in London, der die Studie leitete, kamen die Ergebnisse sehr überraschend. Er betont, dass Menschen schon von je her an Zahnerkrankungen wie Parodontitis gelitten haben. Auch bei Mumien im alten Ägypten waren Zahnfleischentzündungen nachgewiesen worden. Dennoch war es für das Forscherteam überraschend, dass die britische Bevölkerung heute mindestens drei Mal so häufig an Parodontitis erkrankt, als um 200 nach Christus in dem gleichen Gebiet.

Andere Zahnerkrankungen, wie z.B. Karies, Entzündungen und Abszesse im Mundraum, zeigten sich jedoch auch bei den Schädeln häufig. Es dürfte sich also nur die Parodontitis-Häufigkeit erhöht haben, nicht die Häufigkeit andere Zahnschäden.

Rauchen als Risikofaktor

Als möglichen Grund für das Vorkommen von Parodontitis in der heutigen Zeit nennt Hughes das Rauchen von Zigaretten. Dieses erhöht die Chancen, an der Zahnfleischentzündung zu erkranken, wesentlich. Aber auch Krankheiten wie Diabetes bringen ein erhöhtes Parodontitis-Risiko mit sich.

Quellen

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