Grüne Ostern - gesund und schmackhaft

Neben Blattspinat gibt es noch viele andere grüne Gemüsesorten, die frühlingshafte Farbe auf den Ostertisch zaubern. (pavkis - Fotolia.com)

Viele assoziieren mit Ostern den traditionell am Gründonnerstag servierten Spinat. Wer eine grüne Abwechslung auf seinem Teller sucht, findet in anderen Gemüsesorten gesunde Alternativen, kreative Zubereitungsideen inklusive. 

Neben frischem Spinat hält das Frühjahr eine Reihe anderer Blätter und grüner Gemüsesorten parat. Allesamt zeichnen sich durch eine hohe Nährstoffdichte aus. Welche gesunden Inhaltsstoffe stecken in Bärlauch, Löwenzahn und Co und wie lassen sich die Boten des Frühlings in der Küche verwenden?

Überblick 

1. Spinat 

Warum gesund? Zur Erlangung von Seemannskräften leibte sich Popeye, der Comic-Held, dosenweise Spinat ein. Stark macht vor allem der hohe Eisenanteil von etwa 3 mg pro 100 g  Spinat – ein Spitzenwert unter den Artgenossen im Obst- und Gemüsereich. Eisen ist unter anderem für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich und sorgt für Energie und Leistungsfähigkeit. Neben Vitamin C enthält Spinat wie alle dunkelgrünen Blattgemüse viel Chlorophyll. Dieser sekundäre Pflanzenstoff wirkt antioxidativ und schützt die Körperzellen vor zellschädigenden Sauerstoffradikalen.

Wie zubereiten? Frisch geerntet eignen sich die nussig schmeckenden Blätter hervorragend für die Zubereitung von Salaten. Leicht blanchiert, mit gedünsteten Zwiebeln und einem Schuss Obers vermischt sowie mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abgeschmeckt, dient Blattspinat als Strudelfüllung. 

2. Bärlauch

Warum gesund? Einer Legende nach fraßen Bären die würzigen Blätter nach getanem Winterschlaf um wieder zu Kräften zu kommen – daher auch die Bezeichnung „Lauch des Bären“. Inhaltsstoffe wie Eisen, Vitamin C, Mangan, Magnesium und Vitamin B1 und B2 verhelfen zu neuem Schwung. Ätherische Öle aus Schwefelverbindungen und Flavonoiden zaubern aus den würzigen Blättern eine ganz natürliche Arznei. Sie bewährt sich bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden und zu hohem Blutdruck.

Wie zubereiten? Ganz frisch geerntet schmecken die jungen Bärlauchblätter am besten. Sie passen gut zu anderen Salaten und schmecken in Aufstrichen ebenso wie als „Topping“ auf einer Eierspeise. Selbst zubereitete Knödel, Nockerl und Nudeln erhalten durch die Pflanze, die aufgrund ihres Geschmacks auch Waldknoblauch genannt wird, eine schöne grüne Farbe.     

3. Mangold

Warum gesund? Obwohl Mangold schon seit mehr als 4000 Jahren kultiviert wird, ist er lange Zeit in Vergessenheit geraten. Glücklicherweise erlebt er dieser Tage sein Comeback. Zur Freude der Gesundheit. Reichlich B-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird, unterstützt die Sehkraft. B-Vitamine sorgen für Nerven, Kalzium für Knochen aus Stahl. Einziger Nachteil: Ähnlich wie Spinat zeichnet sich auch Mangold durch einen hohen Gehalt an Nitrat und Oxalsäure aus, weshalb Menschen, die zu Nierensteinen neigen, gänzlich darauf verzichten sollten.

Wie zubereiten? Für eine bunte Mangoldpfanne kann die ganze Pflanze verwendet werden. Aufgrund der etwas längeren Garzeit empfiehlt es sich jedoch, die Stiele gesondert anzudünsten und die Blätter erst später in den Topf zu geben. Das Gemüse kann mit gebratenen Champignons, Tomaten oder Paprika serviert werden. Große Mangoldblätter können zum Wickeln von Rouladen verwendet und wahlweise mit Fleisch oder einer Getreidemischung gefüllt werden. 

4. Erbsen

Warum gesund? Wie alle Hülsenfrüchte enthalten auch Erbsen viele Ballaststoffe, welche die Verdauung in Schwung halten. Die kleinen Kraftkugeln, die aufgrund ihres süßen Geschmacks auch Kindern munden, sind eine gute pflanzliche Proteinquelle. In Kombination mit anderen Hülsenfrüchten oder Getreide finden Veganer und Vegetarier in der Erbse einen hochwertigen Fleischersatz. Anti-Stress-Nährstoffe wie Magnesium und B-Vitamine küren die Erbse zum Entspannungsgehilfen.

Wie zubereiten? Klassisch als Beilage dargereicht harmoniert die Erbse wunderbar mit Fisch und Fleisch. Mit Babykarotten, in etwas Butter geschwenkt serviert, freuen sich auch kleine Gemüsemuffel über etwas Grün auf ihrem Teller. Generell ist die Erbse sehr vielseitig, etwa als Zutat in Aufläufen oder Nudeln verwendbar.

5. Brennnessel

Warum gesund? Die Brennnessel trägt ihren Titel „Königin der Heilpflanzen“ nicht umsonst. Neben einem hohen Gehalt an Vitamin C, punkten die zarten Blätter mit reichlich Kalium. Dieser Mineralstoff fördert die Ausscheidung von überschüssigem Wasser aus dem Gewebe. Brennnesselblätter eignen sich demnach gut als durchspülendes Mittel bei Nieren- und Blasenbeschwerden sowie in Teeform zur „Blutreinigung“ und Entschlackung.

Apropos Tee: Da Brennnesseln den gesamten Stoffwechsel anregen, sind dreiwöchige Teekuren auch bei Gicht und Rheuma empfehlenswert.

Wie zubereiten? Brennnesseln vertragen sich im Topf gut mit Spinat oder können diesen auch einmal ganz ersetzen. Ob im Risotto, in der Suppe oder im Smoothie – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ganz junge Pflänzchen können auch roh als vitaminreicher Salat verzehrt werden.

Übrigens: Vor den Brennhaaren muss sich niemand fürchten. Beim Blanchieren und Garen verflüchtigt sich das Nesselgift, ein Dressing macht es selbst beim Rohverzehr unwirksam.

6. Löwenzahn

Warum gesund? Liebevoll „Pusteblume“ genannt, wird die Heilpflanze mitsamt ihren Eigenschaften gerne unterschätzt. Pflückt man die Blätter ab, tritt eine milchige Flüssigkeit aus. Sie enthält zahlreiche Vitamine und Bitterstoffe. Diese bitter schmeckenden Gerbstoffe haben einen positiven Einfluss auf die Verdauung. Sie fördern die Freisetzung von Enzymen und kurbeln die Gallentätigkeit an. Kalium und zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe gehörende Flavonoide reinigen aufgrund ihrer entwässernden Wirkung Nieren und Blut. Doch Vorsicht! Menschen mit bestehenden Nieren- oder Gallenproblemen, sollten Löwenzahn nur in Ansprache mit dem Arzt genießen.

Wie zubereiten? Apropos „genießen“: Probieren Sie einmal einen wohlschmeckenden Löwenzahnsirup. Dazu Löwenzahnblüten mit Wasser aufkochen lassen, Zucker hinzugeben und den Sirup so lange köcheln lassen, bis er von der Konsistenz her dicklich geworden ist. Aus den jungen Löwenzahnblättern entsteht im Nu ein kulinarischer Frühlingsgruß: Dazu einfach frische Blätter mit etwas Salz, Zitronensaft und Öl vermischen und je nach Geschmack mit Speck- oder Brotwürfel bestreuen.

 

  • Autor
  • Erstellungsdatum

Mehr zum Thema