Was passiert beim Orgasmus?

Schnell erklärt: Orgasmus

Was ist ein Orgasmus? Durch sexuelle Stimulation können Frauen und Männer einen Höhepunkt erreichen: Beim Mann kommt es zur Ejakulation, bei der Frau zu rhythmischen Muskelkontraktionen. Eine Reihe von Wohlfühl-Hormone werden ausgeschüttet. (gesund.at)

Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Sexualität

Der Gipfel der Lust, der Höhepunkt, die Ekstase, der "kleine Tod" - der Orgasmus hat viele Namen. Doch was passiert eigentlich im Körper, wenn Menschen beim Sex oder durch Masturbation "kommen"?

Männer und Frauen können gleichermaßen Orgasmen durch sexuelle Stimulation erleben. Der ganze Körper, vor allem aber die Geschlechtsorgane werden stärker durchblutet, es kommt zu rhythmischen Muskelkontraktionen im Genitalbereich der Frau und zur Ejakulation beim Mann. Außerdem werden während dem Höhepunkt im Gehirn eine Reihe von Hormonen ausgeschüttet, wie z.B. das "Kuschelhormon" Oxytocin, Dopamin sowie Endorphine.

Der männliche Orgasmus

Beim Höhepunkt des Mannes ziehen sich die Genitalgänge mit Samenleiter, Samenblase, die Prostata, die Harnröhre und die Muskeln des Beckenbodens, die Peniswurzel sowie der Penis selbst rhythmisch zusammen. Dabei erfolgt die Ejakulation, das heißt, dass das Sperma durch die Harnröhre "schießt" und aus der Öffnung der Eichel aus dem Körper geschleudert wird. Vor der Pubertät bzw. der Geschlechtsreife werden sogenannte "trockene" Orgasmen erlebt, bei denen keine Samenflüssigkeit abgesondert wird.

Der weibliche Orgasmus

Frauen erreichen den sexuellen Höhepunkt zumeist langsamer als Männer, weil sie dazu eine ausreichende Stimulation der Klitoris (Kitzler) benötigen. Die Scheideninnenwand ist nur mit wenigen Nerven ausgestattet, weswegen die "reine" Penetration durch den Penis für einen Orgasmus bei den meisten Frauen nicht ausreicht. Die Existenz des G-Punkts, der einen vaginalen Höhepunkt ermöglichen soll, ist wissenschaftlich nicht gesichert.

Vor und während des Orgasmus sondert die Vagina Sexualsekrete ab, die inneren und äußeren Schamlippen schwellen an, weil sie durch sexuelle Erregung stärker durchblutet werden. Das fördert die "Gleitfähigkeit" und steigert außerdem die Befruchtungschancen. Der Höhepunkt selbst äußert sich durch intensive Kontraktionen der Gebärmutter und der gesamten Genitalregion.

Was beim Orgasmus im Gehirn los ist

Während sexueller Erregung und schließlich dem Orgasmus findet eine wahre "Party" von Nervenzellen und Botenstoffen im Körper statt. Bei aufsteigender Erregung schüttet das Gehirn eine Menge Dopamin aus, das eine Art Rauschzustand auslöst und die "Gier" nach dem Orgasmus fördert. Für Entspannung beim Sex sorgen Endorphine, die sogenannten Glückshormone, die vor allem Frauen helfen zum Orgasmus zu kommen. Sie sind körpereigene Schmerzmittel, die Stress beseitigen und Geschlechtsverkehr zum Genuss machen.

Außerdem kommt es zur Ausschüttung des "Kuschelhormons" Oxytocin, welches Verliebtsein und das Gefühl der Nähe und Geborgenheit beim Liebesakt unterstützt. Nach dem Orgasmus gibt es - vor allem bei Männern - eine Art "Erregungsstopp". Eine Erholungspause ist nötig, bis der Penis wieder steif werden kann. Das liegt an der Produktion bestimmter Neurotransmitter, die zwar Wohlbefinden und Entspannung bewirken, für Sexuelles aber erstmal unempfänglich machen.

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  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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