Wie der Orgasmus beim Mann abläuft

Orgasmus beim Mann
Sexuelle Reize, ob optisch, gedanklich, ob Berührung oder Geruch, führen bei Männern zielsicher zur Erektion. (Nick Freund - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Sexualität

Männer sind empfindsam: Ihre sexuelle Erregung kann bereits durch Phantasien, erotische optische Reize, Gerüche oder Berührung erogener Zonen ausgelöst werden.

Die männliche Lust wird vom Hormon Testosteron wesentlich beeinflusst. Doch nicht jeder testosteronstarke Mann hat eine starke Libido; warum diese Schlussfolgerung nicht zulässig ist, ist jedoch wissenschaftlich noch nicht geklärt. Fest steht hingegen: Sexuelle Reize, ob optisch, gedanklich, ob Berührung oder Geruch, führen bei Männern zielsicher zur Erektion.

Das Gehirn ist auch beim männlichen Orgasmus ein wesentlicher Lust-Regisseur, denn eine Reihe biochemischer Signale bewirkt eine vermehrte Zufuhr von Blut in die Schwellkörper des Penis. Er nimmt an Größe zu, versteift, gleichzeitig entsteht im Unterleib ein Wärmegefühl, die Atem- und Pulsfrequenz steigen an. Weiters können Gesicht und Bauch gerötet sein, Mediziner bezeichnen dies als "Sex-Flush", die Spannung in den Muskeln verstärkt sich. "Er" ist für den Geschlechtsakt bereit und hat den Höhepunkt der Anspannung erreicht.

Erotisches Pas-de-deux

Idealerweise ist die Partnerin in ähnlicher Situation, ihre Schamlippen schwellen an, die Vagina wird feucht, der Penis kann in ihre Scheide gleiten und dort dem Programm der Natur - der Befruchtung - nachkommen. Während dieser Phase nimmt die kognitive Aufmerksamkeit beim Mann stark ab, die Hoden vergrößern sich, sein Samenleiter, Samenblase, Peniswurzel, Penis und Prostata ziehen sich rhythmisch zusammen, die Harnblase verschließt sich muskulär, sodass der Samen nicht "zurückfließen" kann. In vollkommener Ekstase und atemberaubenden Rhythmus werden bis zu 200 Millionen Spermien über die Harnröhre, genauer über die Öffnung an der Eichel herausgeschleudert, ein Samenerguss (Ejakulation) erfolgt am Höhepunkt der Lust.

Das muss jedoch nicht zwangsläufig so sein, vor allem in der Pubertät können auch Orgasmen ohne Samenerguss, so genannte "trockene Orgasmen" erfolgen. Bei erwachsenen Männern kann ein trockener Samenerguss verschiedene Ursachen haben. Einerseits kann es sein, dass der Körper kein Ejakulat bereitstellt, andererseits kann dies an einem Rückfluss des Samens in die Harnblase liegen, die sich nicht verschließt. Ursachen dafür können im Bereich der Nervenfunktion liegen - sodass der Impuls zum Verschluss des Harnblasenmuskels ausbleibt oder dieser aufgrund von mechanischen Veränderungen (z.B. Operation) sich nicht verschließt.

Männlicher Frühstart

Wenn Männer zu früh "kommen", bezeichnet die Sexualmedizin dies als vorzeitigen Samenerguss (Ejaculatio Praecox). Mitunter reicht bereits eine erotische Vorstellung, ein erogener Reiz, um Orgasmus und Samenerguss auszulösen, ohne dass der Penis dabei in die Scheide eindringen kann. Viele Männer erleben das als belastend, vor allem wenn ein vorzeitiger Samenerguss häufig oder immer wieder auftritt. Schuldgefühle, die Frau nicht befriedigen zu können führen häufig zu seelischen Problemen. Letztendlich jedoch ist die Zufriedenheit eines Paares ausschlaggebend, in einem offenen Gespräch klärt sich so mancher Mythos. Zudem stehen für beide Geschlechter Übungen und Techniken zur Verfügung, die die männliche Kontrolle über die Ejakulation stärken.

Die große Müdigkeit "danach"

So rasch Männer auch zum Höhepunkt kommen können, so rasch ebbt auch die Erregung danach ab. "Schuld" daran ist das Hormon Prolaktin, das bei Frauen und Männern nach dem Orgasmus ansteigt. Bei Frauen wirkt sich das jedoch anders auf die Lust aus - sie können selbst bei erhöhtem Prolaktinwert noch mehrere Orgasmen erleben, während Männer dadurch wieder auf den Boden kommen. Das erklärt möglicherweise auch, warum "er" nach dem Sex mitunter friedlich einschlummert.

Quellen

Mehr zum Thema