Neue Studie: Kann Oralsex Krebs verursachen?

Neue Studie: Kann Oralsex Krebs verursachen?: HPV-Viren
Ein Zusammenhang zwischen HP-Viren und Krebsrisiko war bisher bei hauptsächlich bei Gebärmutterhalskrebs bekannt. (fotoliaxrender - Fotolia.com)
Bisher galt Rauchen als Hauptursache für Krebs im Mund- und Rachenraum. US-Amerikanische Forscher wiesen nun nach, dass Oralsex mit wechselnden Partnern das Risiko einer Erkrankung ebenfalls deutlich erhöht.

Wer in seinem Leben mehr als 6 Oralsex-Partner hatte, hat laut einer neuen Studie ein 8,6-fach erhöhtes Mund- und Rachen-Krebsrisiko. Der Grund dafür liegt an einer möglichen Infektion mit dem HP-Virus (Human Papillomavirus) während dem Oralsex. Das fanden Wissenschafter heraus, die Speichelproben von 100 erkrankten und 200 gesunden Menschen miteinander verglichen. Die gesunden Menschen fungierten dabei als Kontrollgruppe.

HPV-Virus häufiger Auslöser von Krebs

Dabei stellten die Forscher fest, dass bei 72 der 100 krebserkrankten Menschen Hinweise auf eine Infektion mit dem HP-Virus in den Tumorzellen gefunden werden konnten. Ein Zusammenhang zwischen HP-Viren und Krebsrisiko war bisher bei hauptsächlich bei Gebärmutterhalskrebs bekannt. Forscher an der Johns Hopkins School of Public Health wiesen durch ihre Studie nach, dass sich der Zusammenhang auch auf andere Krebsarten übertragen lässt. Bei den 100 an Mund- und Rachenkrebs Erkrankten ließ sich Folgendes feststellen:

  • HPV-infizierte Menschen: Bei Menschen, die mit dem HP-Virus infiziert waren, spielte es statistisch keine Rolle, ob sie zudem Raucher waren oder regelmäßig Alkohol im Übermaß konsumiert hatten.
  • Nicht mit HPV-infizierte Menschen: Bei Menschen ohne der Viruserkrankung waren klassische Risikofaktoren wie Rauchen oder übermäßiger Alkoholgenuss entscheidend für ein höheres Mund- und Rachenkrebs-Risiko.

Demnach kann ein gesunder Lebensstil, unabhängig von dem Sexualverhalten, nach wie vor Schutz vor einer Krebserkrankung bieten.

Partner von Krebskranken nicht gefährdet

Dr. Gypsyamber D'Souza, die die Studie leitete, betonte jedoch, dass Partner von Mund-.und Rachen-Krebserkrankten selbst kein erhöhtes Krebsrisiko haben. Zwar besteht ein erhöhtes HPV-Infektionsrisiko, wenn der Partner mit an dem Virus erkrankt ist. Doch bei vielen Menschen heilt der Virus ab, ohne Krebs zu verursachen.

Quellen

Mehr zum Thema