Spielsucht: Gefahr im Netz

Jetons liegen auf einer Computertastatur.
Über 40-Jährige sind besonders gefährdet spielsüchtig zu werden. ( Maksym Yemelyanov - Fotolia.com)

70.000 Österreicher sind süchtig nach Glücksspielen und Sportwetten, besonders Männer zwischen 40 und 50 Jahren "zocken" besonders häufig, rund 9 % der Betroffenen nutzen dafür das Internet.

Die Zahl der Betroffenen im Netz ist demnach im Vergleich zu traditionellen Wettspielen relativ niedrig, dafür begeben sich Online-Spieler besonders häufig in therapeutische Behandlung, wie eine Umfrage des IMAS-Instituts für Markt- und Sozialanalysen ergab. Spielsucht wird nicht in jedem österreichischen Bundesland als Krankheit angesehen.

Städter stärker gefährdet

Die Personengruppe, die besonders anfällig dafür ist, spielsüchtig zu werden, bleibt seit Jahren unverändert: Es sind Männer zwischen 40 und 50 Jahren, die überwiegend in der Stadt wohnen. Wer folgende Fragen mit "ja" beantwortet, sollte Hilfe suchen:

  • Hatten Sie schon einmal das Gefühl, beim Spielen oder Wetten mehr und mehr Geld einzusetzen?
  • Haben Sie nahestehenden Personen schon einmal belogen, wenn es darum ging, wieviel Sie verspielt haben bzw. und wie oft Sie spielen?

Sucht nicht als Krankheit anerkannt

Spiel- und Wettsüchte werden als "nicht substanzgebundene Süchte" bezeichnet. Neurobiologische Untersuchungen zeigen, dass die Gehirne Betroffener ähnliche Veränderungen aufweisen wie bei medikament- oder drogenabhängigen Menschen. Dennoch wird die Spielsucht nicht überall als Krankheit anerkannt. Beispielsweise übernimmt die Krankenkasse in Oberösterreich bei Abhängigkeit nicht die Kosten für eine stationäre Therapie. Bei Substanz-Abhängigkeiten werden die Kosten jedoch problemlos gedeckt.

Um Spielsüchtigen angfristig helfen zu können, ist eine umfassende Therapie nötig. Schließlich beeinflusst eine ausgeprägte Sucht fast alle Lebensbereiche: Die finanzielle, familiäre und psychische Situation spielsüchtiger Menschen - egal ob on- oder offline - ist oft stark von dieser Abhängigkeitserkrankung geprägt.

Quellen

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