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HNO-Ärzte warnen vor Ohrstäbchen

Wenn es nach den amerikanischen HNO-Ärzten geht, sollten wir auf Ohrstäbchen künftig verzichten. (PeJo - Fotolia.com)

Ohrenschmalz ist für viele Menschen ein Synonym für Unsauberkeit, HNO-Ärzte sehen das jedoch etwas anders. In neuen Richtlinien raten sie sogar explizit davon ab, Ohrstäbchen zu verwenden.

Als Ohrenschmaus wird ja üblicherweise Musik bezeichnet, die besonders hörenswert ist. Am Schmaus aus den Ohren, dem Ohrenschmalz eben, finden hingegen wohl nur die ganz neugierigen Kleinen unter uns wirklichen Gefallen. Doch von der Vorstellung, die Ansammlung in unserem Ohr sei ein zu entfernendes Unding sollten Sie sich distanzieren. So deklariert es zumindest die amerikanische Vereinigung der HNO-Ärzte in einer detaillierten Aussendung.

Verletzungen möglich

Darin setzen sie sich vor allem gegen die Verwendung von Ohrstäbchen und ähnlichen Werkzeugen ein. Kleine, vermeintlich harmlose Objekte können unseren Ohren nämlich ganz schön zusetzen. So ist es etwa möglich, dass wir mit den zierlichen Stäbchen den Ohrkanal verletzen, außerdem setzen wir uns einem erhöhten Risiko für Infektionen aus. Denn tatsächlich hat das so unbeliebte Ohrenschmalz eine gar nicht so unwesentliche Funktion.

Schutz vor Bakterien

Mit der zugegeben recht unappetitlichen Substanz reinigt sich unser Hörorgan praktisch von selbst, dazu kommt ein effektiver Bakterienschutz. Dadurch erklärt sich übrigens auch das Phänomen des Schwimmerohrs. Wer regelmäßig ohne Schwimmhaube ins Wasser springt, hat oft mit unangenehmen Ohrenentzündungen zu kämpfen. Diese rühren unter anderem daher, dass das Ohr beim Schwimmen etwas zu gründlich vom Schmalz gereinigt wird.

Mindestgröße Ellbogen

Eine Absage wird aber nicht nur den Ohrstäbchen erteilt, die Ärzte kritisieren auch die sogenannte Ohrkerzenbehandlung scharf. Prinzipiell gebe es eine Faustregel, wonach man nichts in die Ohren stecken solle, das kleiner als der Ellbogen ist. Im Idealfall bleiben unsere Lauscherchen also sogar von unseren Fingern verschont, Haarnadeln oder Zahnstocher sollten ohnehin ein absolutes Tabu sein. Gerade mit spitzeren Objekten besteht das Risiko, versehentlich das so empfindliche Trommelfell zu beschädigen.

Bei Problemen zum Arzt

Aus rein medizinischer Sicht macht eine Entfernung des Ohrenschmalzes ohnehin nur sehr selten Sinn. Denn wie in der Aussendung ebenfalls gefordert wird, sollte man bei Gehörproblemen erstmal für eine Aufklärung zum Arzt gehen. Nur dieser kann feststellen, ob tatsächlich Schmalz schuld an der Misere ist und bei Bedarf die Säuberung mit passenderem Werkzeug durchführen.

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