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Objektsexualität: Wenn Menschen einen Gegenstand lieben

Die Hochzeit einer Amerikanerin mit dem Eiffelturm geriet 2007 in die Schlagzeilen. (Dan Race - Fotolia.com)

Der Begriff der Objektsexualität ist in der Medizin nach wie vor sehr umstritten. Dahinter versteckt sich die Liebe zu leblosen Gegenständen, einige Vertreter sorgten bereits für Schlagzeilen.

Chris Sevier aus den USA hat bei den Behörden seiner Heimat Utah offiziell Beschwerde eingelegt, weil er seinen Computer nicht heiraten darf. Um Liebe geht es dem berüchtigten Anwalt dabei allerdings wohl kaum, vielmehr möchte er gegen das Recht auf homosexuelle Ehen protestieren. Dieser absolut verwerflichen, homophoben Aktion soll freilich keine Aufmerksamkeit gebührt werden. Es wäre allerdings nicht die erste Ehe zwischen einem Menschen und einem seelenlosen Gegenstand.

Verheiratet mit dem Eiffelturm

Das bekannteste Beispiel stellt mit Sicherheit Erika Eiffel dar, deren Hochzeit mit dem Eiffelturm im Jahr 2007 für ein großes Medienecho sorgte. Sie ist auch Gründerin der Organisation "OS Internationale", die Menschen mit ähnlichen Vorlieben vertritt. Der Fachausdruck für das Phänomen lautet Objektsexualität, Vertreter dieser Neigung fühlen sich romantisch sowie sexuell zu leblosen Gegenständen hingezogen.

Umstrittene Neigung

In der Wissenschaft ist das Thema noch weitgehend unerforscht, der Begriff ist weder in der Psychologie noch in der Medizin offiziell anerkannt. Den Unterschied zur reinen Obsession mit einem Gegenstand erklären Objektsexuelle gerne über ein Beispiel: Wenn das Auto für jemanden zum Fetisch wird, will er sich darüber selbst in Szene setzen. Für einen Objektsexuellen hingegen ist das Auto selbst ein möglicher Sexualpartner.

Kein Schrei nach Aufmerksamkeit

Vertretern der Neigung einfach ein Aufmerksamkeitsdefizit nachzusagen wäre zu kurz gegriffen. Der fast schon schüchterne Webauftritt von "OS Internationale" lässt viel mehr die Suche nach Akzeptanz und Gleichgesinnten erkennen. Die wenigen Erklärungsansätze sehen trotzdem keine eigenständige Form der Sexualität. Sie interpretieren es hingegen als Form der Asexualität, die in der immer anonymer werdenden Gesellschaft zunehmen würde.

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