Noroviren: Erreger von heftigem Brech-Durchfall

Noroviren: Erreger von heftigem Brech-Durchfall: Patient hat Bauchschmerzen
Noroviren führen zu starker Übelkeit, Erbrechen und heftigem Durchfall. (absolutimages - Fotolia.com)
Schon winzigsten Noroviren-Mengen können Erbrechen und heftigen Durchfall auslösen. Das Gefährliche - insbesondere für Kinder und alte Menschen - ist der erhebliche Flüssigkeitsverlust.

Brechreiz und Bauchschmerzen, gefolgt von plötzlichem Erbrechen und starkem Durchfall - diese Anzeichen einer Magen-Darm-Erkrankung lösen häufig Noroviren aus. Sie werden sehr leicht durch Schmierinfektion (z.B. Durchfall) oder auch durch Einatmen übertragen (etwa über Gase, die bei Erbrochenem freiwerden), können aber auch durch den Kontakt mit verunreinigtem Wasser bzw. kontaminierten Lebensmitteln in den Körper gelangen. Kinder infizieren sich häufig über virenbehaftetes Spielzeug.

Verstärkte Ansteckungsgefahr besteht in Gemeinschaftseinrichtungen wie Altenheimen, in Kindergärten oder auch in Spitälern. Aktuell sind mehrere Patienten im Landesklinikum Krems erkrankt, die betroffenen Stationen wurden sofort gesperrt, um eine Verbreitung der Viren zu verhindern. Die Infektion ist meldepflichtig. Besonders häufig erkranken demnach Kinder unter 5 Jahren und ältere Menschen über 70.

Wie verläuft die Noroviren-Infektion?

Noroviren sind sehr wandlungsfähig und wahre Überlebenskünstler: Sie können mindestens 12 Tage lang auf sämtlichen verunreinigten Oberflächen überleben. Die Zeit vom Erstkontakt mit den Magen-Darmviren bis zum Auftreten von Beschwerden dauert nur wenige Stunden. Es kommt zu starker Übelkeit, Erbrechen und heftigem Durchfall, nach 1 bis 3 Tagen Bettruhe ist die Erkrankung überstanden. Erwachsene sind mehr von Durchfall betroffen, Kinder und Jugendliche häufiger von Erbrechen. Da der Körper viel Flüssigkeit, Elektrolyte und Mineralsalze verliert, ist es sehr wichtig, viel zu trinken. Am besten geeignet sind Elektrolyt- und Glucose-Fertigpräparate aus der Apotheke, es gibt gegen diese Viren keine Medikamente und auch keine vorbeugende Impfung.

Bei schweren Verläufen, die häufig bei jungen und älteren Menschen auftreten, ist ein Spitalsaufenthalt nötig. Das Heimtückische an den Noroviren: Selbst wenn Infizierte längst wieder gesund sind, scheiden sie die Erreger noch wochenlang aus. In der Folge kommt es zu neuen Erkrankungsfällen. Weiters verhält es sich mit Noroviren wie mit Salmonellen: wer sich einmal angesteckt hat, ist nicht immun gegen eine erneute Infektion.

Die Erreger mit Desinfektion bekämpfen

Wichtigste Hygienemaßnahmen bei Erkrankung sind:

  • das Desinfizieren der Toilette und anderer benützter Gegenstände (Türklinken, Tisch…)
  • häufiges Händewaschen
  • den Kontakt zu anderen Menschen weitgehend vermeiden

Handtücher, Tassen, Besteck dürfen nicht geteilt werden. Weiters können das Tragen von Handschuhen und die Verwendung eines Mundschutzes besonders in öffentlichen Einrichtungen viel dazu beitragen, die Verbreitung der Viren wirkungsvoll einzudämmen.

Quellen