Medizin-Nobelpreis 2014 für "inneres GPS" im Gehirn

Nobelpreis: Alfred Nobel - Prägung auf Münze
Der Nobelpreis hat heuer zum 104. Mal vergeben. (kilala - Fotolia.com)
In Stockholm wurden drei Zellforscher mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Die beiden Norweger May-Britt Moser und Edvard I. Moser, sowie der US-Amerikaner John O’Keefe, erhielten gemeinsam den Nobelpreis.

Neben einer großen Würdigung ihrer Arbeit bringt dieser Preis auch umgerechnet zirka 878.000 Euromit sich. Bereits zum zweiten Mal in Folge wurde ein dreiköpfiges Forscherteam ausgezeichnet.

"GPS" im Gehirn

Die Forscher entdeckten ein neuronales Positionierungssystem. Das ist eine Art "inneres GPS" im Gehirn, und ermöglicht die Orientierung im Raum. Gleichzeitig ist es eine zelluläre Grundlage für höhere kognitive Funktionen.

Am Dienstag wird der Nobelpreis in der Kategorie "Physik" vergeben, am Mittwoch für hervorragende Leistungen in "Chemie".

Hier können Sie die Vergabe des Nobelpreises nachträglich ansehen:

 

Die Preisträger der vergangenen Jahre

  • 2013: Forschung zum Zelltransport
  • 2012: Verjüngung von Körperzellen
  • 2011: Forschung zu Immunsystem
  • 2010: Künstliche Befruchtung
  • 2009: Telomer-Forschung
  • 2008: Entdeckung von HIV und Krebserreger

Die Preisträger des Medizin-Nobelpreises 2014 im Detail

May-Britt Moser: Die Norwegerin May-Britt Moser wurde 1963 geboren. Nach einem Psychologiestudium erhielt sie 1995 den Doktortitel in Neurophysiologie. Nach einem Postdoctoral im Ausland kehrte sie nach Norwegen zurück, wo sie an der Universität für Wissenschaft und Technologie in Trondheim unterrichtete. Derzeit ist die Direktorin für das Zentrum für Neuroinformatik.

Edvard Moser: aus Norwegen studierte in Oslo Psychologie, wo er seine spätere Frau May-Britt Moser kennenlernte. Wie sie promovierte er in 1995 in Neurophysiologie, und gemeinsam absolvierten sie ein Postdoctoral in Edinburgh und eine Gastwissenschaftszeit in London. Derzeit ist er Direktor des Kavli-Instituts für Systemische Neurowissenschaften in Trondheim.

John O’Keefe: 1939 in New York City geboren, hält US-amerikanische und britische Doppelstaatsbürgerschaft. Seinen Doktortitel der Psychologie erhielt er 1967 in Kanada und absolvierte das Postdoctoral in London. Derzeit ist er Direktor des Wellcome Sainsbury Center für neuronale Schaltkreise und Verhalten an der University College London.

Weiterführende Informationen

Quellen

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