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Naturgeräusche vs. Alltags-Lärm: Hören Sie noch Vogelgezwitscher?

Mädchen sitzt mit Kopfhörern unter Baum
(lkoimages - Fotolia.com)

Dauerhafte Lärmbelastung macht taub - zumindest für die Natur, die uns umgibt. Mit der Zeit "verlernen" wir, Naturgeräusche wie Vogelgezwitscher oder das Rauschen der Bäume wahrzunehmen.

Das ergab eine Studie des Natur-Spezialisten Kurt Fristrup. Seit 10 Jahren misst er die Lärmbelastung in US-Amerikanischen Nationalparks. Sein Ergebnis: Selbst an "natürlichen", stillen Ruhe-Orten wird es durch Flugzeuge und Co. immer lauter. In den nächsten 30 Jahren soll die Situation doppelt so schlimm werden. Gleichzeitig werden wir aber immer weniger sensibel für die Laute, welche die Natur von sich gibt. Wir blenden Lärm aktiv aus, um in Großraumbüros arbeiten und bei lauten Straßen schlafen zu können. Unabsichtlicher Nebeneffekt: Die Geräusche der Natur hören wir nicht mehr.

Naturgeräusche als akustische Entspannungszone

Dabei hat die Natur ein ungeheures Entspannungs- und Entstressungs-Potential. Unser Pulsschlag verlangsamt sich, der Blutdruck sinkt, die Atmung wird tiefer. Wir regenerieren uns psychisch und körperlich ganz anders, wenn wir von Bäumen und Wiesen umgeben sind, statt von Beton-Blocks und Straßenlärm. Bewusste Pausen, in der Natur verbracht, sind deshalb viel wirkungsvoller.

Diesen Effekt kann man sich ganz bewusst für sich nutzen, um z.B. Burnout zu vermeiden. Werden aber selbst Naturräume immer lauter, fehlen dringend nötige Rückzugmöglichkeiten in einem stressigen Alltag. Spezielle Apps bieten gezielt Naturgeräusche an, um uns zu entspannen: Meeresrauschen, Regen auf Laubblättern, Wind, der durch die Bäume bläst… Die echte Natur verstummt aber zunehmend.

Hörschäden durch Dauer-Lärm

Akute Lärmschäden können unsere Hörfähigkeit schädigen: Tinnitus und Schwerhörigkeit sind die Folge. Aber auch chronische Lärmbelastung kann Hörschwierigkeiten verursachen. Laut der Studie von Fristrup wirkt sich die akustische Dauer-Belastung auf die Fähigkeit aus, subtile Naturgeräusche wahrnehmen zu können - schon lange, bevor ein medizinisches Hör-Problem auftritt.

Quellen

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